Betrieb 13. Juni 2017

Vollentsalztes Wasser für den CHEMPARK

Kein Salz in der "Suppe"

Vollentsalztes Wasser übertrifft in seinem Reinheitsgrad die Trinkwasserqualität bei Weitem.

Wer Kartoffeln oder Spaghetti kocht, sollte nicht darauf verzichten. Manche CHEMPARK-Unternehmen wollen es aber auf keinen Fall in ihrem Wasser haben: Salz. CURRENTA sorgt dafür, dass sie vollentsalztes Wasser bekommen. In der richtigen Qualität und in ausreichender Menge.

An Trinkwasser werden höchste Qualitätsanforderungen in Bezug auf seine Reinheit gestellt. Doch es geht noch einen "Tick" sauberer: Sogenanntes VE-Wasser übertrifft in seinem Reinheitsgrad die Trinkwasserqualität bei Weitem. Das vollentsalzte Wasser ist zusätzlich noch entgast und eigentlich schon zu sauber zum Trinken, da es nicht einmal mehr die für den menschlichen Körper wichtigen Mineralstoffe enthält. Der Anteil von VE-Wasser an der gesamtem Wasserproduktion eines Jahres (730 Mio. m3) ist mit rund 28 Millionen Kubikmetern zwar vergleichsweise gering. Dennoch ist das besondere Medium für manche Prozesse unerlässlich und daher ein besonderes Gut für viele CHEMPARK-Kunden.

Das vollentsalzte Wasser wird hauptsächlich zur Dampferzeugung genutzt. Mit dem Dampf wiederum werden die Turbinen in den Kraftwerken angetrieben, die nach dem hocheffizienten Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme erzeugen. Nicht entsalztes Wasser würde in kürzester Zeit zum Verkalken der Kessel führen. Darüber hinaus wird es in der Produktion genutzt, etwa dann, wenn die im Betriebswasser noch vorhandenen Stoffe – unter anderem Eisen – dem Produkt einen unerwünschten Farbstich versetzen würden. Beispielsweise bei der für den CHEMPARK Krefeld-Uerdingen immens wichtigen Produktion von Polycarbonaten. Das bekannteste ist "Makrolon" von Covestro, das als Trägermaterial auch in der DVD- und CD-Produktion zum Einsatz kommt.

Hintergrundinformationen

Sieben Anlagen, tausende Liter
Sebastian Reißner und Armin Kreimer (r.) in der neuen Produktionsstraße der VE-Anlage in Dormagen.

CURRENTA betreibt insgesamt sieben VE-Anlagen in Leverkusen, Monheim, Dormagen und Krefeld-Uerdingen sowie eine Konditionierungsanlage für Kesselspeisewasser in Leverkusen. Allein die VE-Wasseraufbereitungsanlage in Gebäude Y 13 im CHEMPARK Leverkusen bereitet jeden Tag rund 25.000 Kubikmeter Wasser auf. Mit Ionenaustauscherharzen von LANXESS werden alle Salze herausgeholt. Grundlage ist Betriebs- oder Trinkwasser, das bereits verschiedene Reinigungsstufen durchlaufen hat.

Salz raus!

Um das Salz aus dem Wasser zu bekommen werden in großen Behältern mit Ionenaustauschern zunächst positiv geladene Natrium-, Magnesium- oder Calcium-Ionen gegen Wasserstoff-Protonen ausgetauscht. Dabei entsteht Kohlensäure, die in einem sogenannten Rieseler mithilfe von Luft wieder entfernt wird. Danach werden negativ geladene Salze entfernt. Nach Durchfließen der Ionenaustauscher sind 99 Prozent aller Salze entfernt, der verbliebene Rest wird anschließend mittels Feinreinigungsfiltern entfernt.

Neben den Salzionen müssen auch die im Wasser gelösten Gase entfernt werden, damit es für die Dampferzeugung genutzt werden kann. Bei den Gasen handelt es sich im Wesentlichen um Kohlendioxid und Sauerstoff. Ersteres kann mittels Rieselern entfernt werden. Um den gelösten Sauerstoff zu beseitigen, setzt CURRENTA dem Wasser in Leverkusen und Krefeld-Uerdingen zunächst Wasserstoff zu. Anschließend wird es durch einen mit einem Katalysator gefüllten Kontaktbehälter geleitet, in dem die beiden gelösten Gase miteinander zu Wasser reagieren. Zusätzlich – oder auch alternativ wie in Dormagen – können die gelösten Gase durch ein Vakuum entfernt werden. Dabei saugt man sie sozusagen aus dem Wasser heraus.

In einigen Fällen wird das VE-Wasser, das zur Dampfproduktion bestimmt ist, bereits vorgewärmt. Dabei nutzt CURRENTA vorhandene Abwärme, die dann nicht aufwändig an die Umgebung abgeführt werden muss, und erhöht so den Wirkungsgrad der belieferten Anlagen.

Effizienz vollautomatisiert

Trotz des aufwändigen Herstellungsprozesses kann das VE-Wasser aufgrund der zentralen Erzeugung im CHEMPARK-Verbund kostengünstig erzeugt werden. Entsalzungs-, Entgasungs- und Regenerationsprozesse werden programmgesteuert automatisch abgewickelt. Verschleiß und Chemikalienverbrauch sind minimiert. Was noch vor zehn Jahren eine komplette Betriebsmannschaft erforderte, wird heute von einer Messwarte aus überwacht und nur bei routinemäßigen Kontrollgängen vor Ort überprüft.

Das wichtigste Ziel von CURRENTA: Die Versorgungssicherheit seiner Kunde langfristig zu garantieren. Im CHEMPARK Dormagen zum Beispiel stieg mit dem steten Ausbau von Produktionsbetrieben die benötigte Menge an Dampf. Die CURRENTA-Wasserversorgung hat deshalb 2015 im vorhandenen Anlagenbestand die Leistung der Vollentsalzungsanlagen in Dormagen um knapp 15 Prozent erhöht. "Mit der bestehenden Anlagenkapazität wäre die Vollentsalzungs-Wasserproduktion vor allem im Winter, wenn aufgrund der erhöhten Dampfproduktion besonders viel vollentsalztes Wasser benötigt wird, nicht abgesichert gewesen", erläutert Armin Kreimer, Betriebsleiter der Wasserversorgung in Dormagen. Die neue VE-Produktionsstraße kann jetzt weitere 330 Kubikmeter vollentsalztes Wasser pro Stunde liefern.

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