Betrieb, 18. Juni 2019

Elektronische Anwesenheitserfassung in Echtzeit

Wahlleistung Digitales Meldebuch

Beginn einer Evakuierungsübung am MZT-Betrieb in Dormagen: Mitarbeiter treffen nach und nach am Sammelplatz rund um die orangefarbene Meldesäule ein.
Beginn einer Evakuierungsübung am MZT-Betrieb in Dormagen: Mitarbeiter treffen nach und nach am Sammelplatz rund um die orangefarbene Meldesäule ein.

Im Evakuierungsfall muss die Werkfeuerwehr sicher sein, dass alle Personen den Betrieb verlassen haben. Erst dann können zum Beispiel Brandbekämpfungsmaßnahmen in vollem Umfang starten. Weil im Ereignisfall jede Sekunde zählt, hat der CHEMPARK Werkschutz das "Digitale Meldebuch" entwickelt. Bayer hat das System bereits erprobt und plant die Ausrüstung seiner Betriebe am Standort Dormagen.

Das System ist denkbar einfach: Jeder Mitarbeiter hält bei Ankunft im Betrieb seinen CHEMPARK-Ausweis vor ein Lesegerät und meldet sich so digital im Meldebuch an. Beim Verlassen meldet er sich auf die gleiche Weise ab. Muss der Betrieb im Alarmfall verlassen werden, checken die Mitarbeiter mit ihrem Ausweis an der Meldesäule auf dem Sammelplatz ein. So ist die Messwarte verzögerungsfrei über den Evakuierungsfortschritt informiert.

Drastisch beschleunigte Sammelplatzerfassung

Seit Dezember vergangenen Jahres läuft das elektronische Meldesystem im Dormagener MZT-Betrieb, der größten Produktionsanlage von Bayer am Standort. Vier Betriebszugänge, mehrere Sammelstellen, eine große Belegschaft und immer wieder auch Fremdfirmenmitarbeiter vor Ort: Rund eine halbe Stunde konnte es in der Vergangenheit dauern, bis der Räumungsstatus klar war."Mit dem Digitalen Meldebuch der CURRENTA haben wir beim ersten Test zwölf Minuten gebraucht", berichtet Betriebsleiter Dr. Michael Ruther nach den ersten Übungen begeistert. Werkschutz-Leiter Joachim Beyer erklärt die drastische Beschleunigung der Sammelplatzerfassung so: "Alles, was im Notfall Zeit kostet, entfällt: kein Herumtelefonieren, kein Abgleichen von Schichtbüchern und Sammelplatz-Namenslisten mit Krankmeldungen und Schichtplänen."

Vorhandener CHEMPARK-Ausweis genügt

Dass das "Digitale Meldebuch" mit dem sowieso bereits bei allen CHEMPARK-Partnern vorhandenen Ausweis und den dort hinterlegten Daten funktioniert, ist gleich in doppelter Hinsicht vorteilhaft: Erstens ist es für den Anwender deutlich komfortabler, ein vorhandenes Medium einfach in einer neuen Funktion zu nutzen als ein zusätzliches Medium zur Anwesenheitserfassung mitführen zu müssen. Zweitens bietet das System Spielraum für weitere Sicherheitsoptionen. So könnte beispielsweise bei nicht erfolgter Abmeldung über eine bestimmte Zeit nach Schichtende hinaus automatisch eine Suche nach dem betreffenden Mitarbeiter initiiert werden. Medizinische Notsituationen würden so nicht erst am nächsten Morgen bemerkt.

Funktionsumfang folgt Betriebswünschen

Im Pilotbetrieb in Dormagen wurde auf eine solche Funktion bewusst verzichtet. Namentlich ausgewertet wird die An- und Abmeldesituation hier nur im Alarmfall – das war einer der Punkte, die dem Betriebsrat wichtig waren und die gemeinsam mit diesem vereinbart wurden. Gerade hier zeigt sich eine weitere Stärke des Erfassungssystems: "Das Digitale Meldebuch ist kein starres Konstrukt, sondern eine individualisierbare Wahlleistung", sagt Heinz Imkamp, Leiter Technische Sicherheit beim Werkschutz. "Sein Funktionsumfang ist in erster Linie eine Frage der betrieblichen Wünsche und Erfordernisse, die technische Lösung dazu finden wir schon – vielleicht braucht der eine Betrieb eine Zeiterfassung von Fremdfirmenmitarbeitern, ein anderer die automatisierte Überprüfung erfolgter Sicherheitsunterweisungen."

Meldung am Sammelplatz: Zur Erfassung genügt es, den CHEMPARK-Ausweis vor das Lesegerät zu halten.
Meldung am Sammelplatz: Zur Erfassung genügt es, den CHEMPARK-Ausweis vor das Lesegerät zu halten.

Meldebuch der CURRENTA ist Technik-Vorreiter

Ein dem "Digitalen Meldebuch" der CURRENTA vergleichbares System, das Anforderungen eines Chemie- oder Industrieparks gerecht würde, gibt es im Markt nicht. "Wir haben seit 2014 zunächst nach einer vorhandenen Standardlösung gesucht, um sie auf unsere Anforderungen anzupassen, aber es gab da einfach nichts", berichtet Imkamp von den Anfängen. "Vor zwei Jahren haben wir dann entschieden, uns einen Partner zu suchen und die Software selbst zu entwickeln." Namhafte Unternehmen aus dem Automobil- und Logistikbereich zeigen bereits großes Interesse an dem Produkt. CURRENTA und ihr Technologie-Partner nedap sind deshalb zurzeit in Gesprächen über einen Lizenzvertrag.

Modulares System im Provider-Modell : Immer auf dem neusten Stand

Die Wahlleistung "Digitales Meldebuch" bietet CURRENTA als Provider an: Dabei stellt der Chemieparkbetreiber die gesamte Hardware zur Verfügung, kümmert sich um Wartung und Instandhaltung und regelmäßige Software-Updates. "Nach den Einmalkosten für die Installation zahlt der Betrieb nur die Nutzung und erhält dafür ein System, das immer auf dem neusten Stand ist. Verbesserungen, die aus betrieblichen Erfahrungen anderer resultieren, werden so immer für alle zugänglich. Neue Funktionen bieten wir grundsätzlich allen Nutzern als Option an", beschreibt Heinz Imkamp, Leiter Technische Sicherheit beim CHEMPARK Werkschutz, das Produkt. Ein Basismodul mit den Kernfunktionen An- und Abmeldung Betrieb sowie An- und Abmeldung Sammelstelle kann jederzeit um Erweiterungsmodule mit Zusatzfunktionalitäten ergänzt werden.

Die jeweiligen Anforderungen werden betriebsspezifisch erfasst, Funktionsumfang und Anlagenlayout genau darauf abgestimmt.

Das digitale Meldesystem selbst besteht aus verschiedenen Komponenten:

  • An- und Abmeldeleser an den Betriebszugängen,
  • Lesegeräte an den Sammelstellen,
  • redundante Hardware zur zentralen Anwesenheitserfassung in der Messwarte und
  • nicht zuletzt den Leitungen, die alles miteinander verbinden.

Betriebsgröße und -beschaffenheit bestimmen die erforderliche Anzahl und Platzierung der Komponenten. Davon hängt auch der Zeitbedarf für die Technik-Installation ab.

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