Sicherheit und Umtwel:

Tetris in Echtzeit

Technik, die Fingerspitzengefühl erfordert.


Wie kann ein Kran im Containerterminal bis zu 30 Prozent effizienter eingesetzt werden? Eine Frage, der sich Christian Trump in seiner Doktorarbeit "Optimierung der Lagerbewegungen in Containerterminals" stellt. Die theoretischen Erkenntnisse fließen bei CHEMION, einer 100%-Tochter von CURRENTA, in das Projekt 'ISYCon' und damit in die Praxis ein. Zum Vorteil der Kunden im CHEMPARK.


Unerbittlich fallen sie vom Himmel. Mit jedem Block, der von oben kommt, füllt sich der Bildschirm. Mehr und mehr. Immer mehr. Bis alles voll ist und ein knatschiges Geräusch die betörende Spielmelodie unterbricht. Game over.

Der Spiele-Klassiker 'Tetris', der 1989 auf dem Game Boy den Zenit seiner Popularität feierte, ist das Paradebeispiel für Logistik. Wer die sieben verschiedenen Tetris-Module geschickt dreht und ineinander verschachtelt stapelt, vermeidet Lücken auf seiner begrenzten Stellfläche. Wer dagegen ineffizient stapelt, hat sehr schnell ein Platzproblem. Das Prinzip der Containerlogistik im CHEMPARK ist ähnlich.

"Ein Containerterminal ist wie ein großer Lego-Bausatz", sagt Christian Trumpp, Doktorand am Lehrstuhl WINFOR der Bergischen Universität Wuppertal, der seine Arbeit im Betrieb Containerlogistik bei CHEMION schreibt.

Von der Doktorarbeit zum Praxisprojekt

Der Kranführer bestimmt letztendlich, wo der Container abgesetzt wird.

Trumpps Doktorarbeit ist mittlerweile der Theorie entwachsen, sie hat sich zum Praxisprojekt 'ISYCon' entwickelt; einer Software, die in Echtzeit die Lagerbewegungen in den CHEMION Containerterminals optimiert. Treffen neue Container ein, zum Beispiel bei der Ankunft neuer Schiffe, passt die Software die Bewegungspläne des Krans den erweiterten Aufgaben an.

Der Kranführer bekommt direkt einen Vorschlag für die jeweils nächste Bewegung. In jedem Fall aber behält er das letzte Wort. Trumpp: "Manuelle Korrekturmöglichkeiten durch den Kranführer beziehungsweise die Containerleitstelle sind immer möglich. So kann der Mensch auch nicht berechenbare Komponenten einbeziehen, zum Beispiel dringliche Aufträge und die bevorzugte Behandlung priorisierter Container. Darüber hinaus bleibt das bestehende Softwaresystem als 'Fall-Back-Szenario' erhalten."

Ein Drittel weniger Leerhübe

Container in dichtester Packung

Die CHEMION Logistik GmbH betreibt aktuell drei Containerterminals im CHEMPARK Leverkusen und eins am Standort Dormagen, um den Umschlag und die (Zwischen-)Lagerung von Tank- und Boxcontainern zu gewährleisten. ISYCon wird als Prototyp bis Dezember dieses Jahres im Leverkusener Terminal T 2 implementiert. Der Einsatz auf den weiteren Terminals soll später folgen.

"Wir profitieren von ISYCon mehrfach: Der Lebenszyklus der Anlagen und der Verschleißteile verlängert sich. Zudem schaffen wir mehr Kapazitäten durch eine Effizienzerhöhung bei der Lagerbelegung und einen Zuwachs an Planungssicherheit", lobt Gudrun Poggendorf, Betriebsleiterin Containerlogistik. Etwa ein Drittel weniger Leerhübe wird es ab der Einführung von ISYCon geben.

Aber nicht nur CHEMION und die CHEMPARK-Partner werden von ISYCon profitieren – auch 'Tetris'-Profi Trumpp hat bereits gewonnen. Von der Möglichkeit, seine theoretischen Kenntnisse in der Praxis anzuwenden. Dank der ihm im CHEMPARK gebotenen Möglichkeiten.

x CURRENTA CURRENTA zum Home-Bildschirm hinzufügen:
drücken und dann Zum Home-Bildschirm.