Betrieb 02.02.2016

CURRENTA schützt den CHEMPARK bei steigendem Rheinpegel

Trockene Füsse im CHEMPARK

CURRENTA sorgt mit vielfältigen Maßnahmen für den Hochwasserschutz im CHEMPARK Leverkusen.


Der Rhein ist für den CHEMPARK unverzichtbar – ob als Wasserlieferant oder Transportweg. Doch der Fluss birgt auch Risiken: Regelmäßig tritt das Gewässer über die Ufer. CURRENTA sorgt dafür, dass auch bei Hochwasser im CHEMPARK alles trocken bleibt.

An das Rheinhochwasser von 1995 kann sich Ralf Nötzke noch gut erinnern. Damals stand das Wasser zehn Zentimeter unterhalb der Kaimauerkante des CHEMPARK Leverkusen. Nötzke holt in seinem Büro in L 7 einen dicken Ordner voll mit Bildern hervor, die einen guten Eindruck der dramatischen Situation vermitteln. "Die hat mein Vorgänger gemacht. Wer das sieht, bekommt schon ein mulmiges Gefühl im Bauch. Schließlich hatten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht die Schutzmaßnahmen von heute."

Seit 30 Jahren arbeitet Nötzke im CHEMPARK - 1995 noch im Entsorgungszentrum Bürrig, heute ist er bei CURRENTA für die Infrastruktur am Standort Leverkusen verantwortlich. Und dazu gehören neben Trassen und Straßen auch die Kai- und Hafenanlagen - inklusive des Hochwasserschutzes. "Wir sorgen dafür, dass im CHEMPARK keiner nasse Füße bekommt", bringt es Nötzke augenzwinkernd auf den Punkt.

Bestens vorbereitet
Die Standorte Krefeld-Uerdingen und Dormagen sind durch Deiche beziehungsweise eine Schutzmauer vor Überschwemmungen gesichert. Der CHEMPARK Leverkusen hingegen endet erst unmittelbar an der Kaimauer. In Flittard im Süden ist die Stadt Köln für den Hochwasserschutz verantwortlich, im Norden – ungefähr auf Höhe von Tor 8 – die Stadt Leverkusen. Für die 2,3 Kilometer dazwischen: CURRENTA.

Grundlage für die Arbeit von Nötzke und seinem Team ist der sogenannte Allgemeine Gefahrenabwehrplan Hochwasser, kurz AGAHW, der für Kunden auf der Internetseite www.geopark.chempark.de abrufbar ist. Darin sind die Schutzmaßnahmen festgelegt. Zudem hat CURRENTA eine eigene Wasserstands-Ansage eingerichtet: Unter der Telefonnummer 0214 / 30 21649 kann der aktuelle Wasserstand jederzeit abgerufen werden. Wann das nächste große Hochwasser komme, sagt Nötzke, sei genauso schwer vorherzusagen wie das Wetter. "Ich hoffe aber, dass wir so schnell keins erleben." Und wenn doch? "Dann sind wir bestens vorbereitet."

Die Wasserstände von Rhein, Wupper und Dhünn sind im Internet abrufbar:

Wasserstand Rhein, Kölner Pegel https://www.elwis.de/gewaesserkunde/Wasserstaende/Wasserstaende_start.php?target=2&pegelId=a6ee8177-107b-47dd-bcfd-30960ccc6e9c

Wasserstand Dhünn, Pegel Manfort
http://luadb.lds.nrw.de/LUA/wiski/phptauf.php?statname=Manfort&ueber=nein&hoehe=468&breite=724&mparent=P&stationsname=Manfort&ersterAufruf=aktuelle+Werte

Wasserstand Wupper, Pegel Opladen
http://luadb.lds.nrw.de/LUA/wiski/phptauf.php?statname=Opladen&ueber=nein&hoehe=468&breite=724&mparent=P&stationsname=Opladen&ersterAufruf=aktuelle+Werte

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Dreifach gesichert
Blick auf die mobile Schutzwand im Hafen des CHEMPARK Leverkusen, die im Bedarsfall schnell aufgebaut ist.

Der Hochwasserschutz im CHEMPARK Leverkusen setzt sich aus drei Bausteinen zusammen: stationärer Schutz, mobiler Schutz, Pumpwerk. Von den insgesamt 2,3 Kilometern, die sich der CHEMPARK zum Rhein hin öffnet, werden 1,3 Kilometer von einer stationären, circa einen Meter hohen Spundwand gesichert. "Auf dem verbleibenden Kilometer ist das nicht möglich, da hier täglich Verladetätigkeiten durchgeführt werden", erläutert Rainer Grebbin, bei CURRENTA Betriebsleiter Basisinfrastruktur in Leverkusen. Hier wird im Bedarfsfall eine mobile Schutzwand aufgebaut.

Dazu werden entlang der Kaimauer T-Träger im Boden verankert. Zwischen die Träger werden Dammbalken aus Aluminium übereinander gesetzt. Bis zu einem Wasserstand von circa 44,60 Metern über Normalnull ist der CHEMPARK dann vor den Rheinfluten sicher - das entspricht einem Hochwasser, das statistisch etwa alle 200 Jahre auftritt. Allerdings besteht bei Hochwasser noch weitere Gefahr. So kann etwa Treibgut die Wand durchbrechen. Als weiteren Schutz wird deshalb im Bedarfsfall eine zweite Barriere aufgebaut: mehrere Wände, die quer zur Schutzwand an der Kaimauer aufgebaut werden. So wird der CHEMPARK in Segmente aufgeteilt. Bricht die erste Barriere an einer Stelle, wird nur ein Teil-Bereich überflutet.

Bei Hochwasser drückt das Wasser aber nicht nur über die Ufer in den CHEMPARK, sondern auch über die Kanäle. Deshalb können die Auslässe verschlossen werden. Gleichzeitig wird ein Pumpwerk aktiviert, das das anfallende Reinabwasser (nicht-behandlungsbedürftiges Regenwasser) aus dem CHEMPARK in den Rhein pumpt. Die beiden Pumpen können pro Stunde 25 Millionen Liter bewegen. Sogar der Ausfall einer Pumpe kann kompensiert werden.

Üben, warten, üben
Übung zum Aufbau der mobilen Schutzwand


Einmal pro Jahr wird der Aufbau der Schutzwand geübt. Die Teams mit je fünf Mitgliedern bauen dann einzelne Bereiche der ersten oder zweiten Barriere auf. Die Teamleiter stellt CURRENTA, das weitere Personal wird zum Teil von CHEMPARK-Partnern oder Fremdfirmen gestellt. Zum Einsatz kommen auch Transportfahrzeuge der CURRENTA-Tochter Chemion. Damit werden die Container, in denen das Material gelagert wird, an den Einsatzort geliefert. Zudem werden alle Geräte, die zum Hochwasserschutz benötigt werden, regelmäßig gewartet – vom Schlagschrauber bis zur Schwimmweste. "So sind wir jederzeit einsatzbereit", betont Rainer Grebbin.

1995 bislang unerreicht

Die größte Hochwasser-Gefahr besteht in der Regel am Ende des Winters. Dann, wenn Schneeschmelze und Dauerregen zusammentreffen. In der schönen Jahreszeit ist die Wahrscheinlichkeit eher gering. "Das lässt sich aber nicht verallgemeinern", so Ralf Nötzke. Im Mai 2013 etwa sei der Pegel stark angestiegen. "Da war ich gerade im Urlaub und habe im Internet den Wasserstand abgerufen – und bin schon ein bisschen blass geworden." Dramatisch wurde es dann aber doch nicht. In die Regionen des Hochwassers von 1995 ist der Rhein bislang nicht mehr gekommen. Der seitdem höchste Stand wurde 2011 mit einer Marke von 8,91 Kölner Pegel erreicht (entspricht in etwa 42 Meter über Normalnull in Leverkusen).

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