27. August 201810 Jahre CURRENTA: Über 30.000 Verbesserungsvorschläge eingereicht

Eingebungen, Erleuchtungen und Geistesblitze

Hans Joachim Brandes, Frank Zander und Josef Köhler (v.l.) haben kreativ mitgedacht und verbesserten auch in diesem Jahr wieder die Prozesse der Kläranlage.
Hans Joachim Brandes, Frank Zander und Josef Köhler (v.l.) haben kreativ mitgedacht und verbesserten auch in diesem Jahr wieder die Prozesse der Kläranlage.

Kreativen Tüftlern gehen auch nach zehn Jahren die Ideen noch nicht aus

Daniel Düsentrieb wäre sicher begeistert von der Motivation und dem Engagement der CURRENTA-Mitarbeiter, die mit guten Ideen ihren Arbeitsalltag sicherer, effizienter und einfacher gestalten. In den vergangenen zehn Jahren – seit Bestehen von CURRENTA – reichten die Mitarbeiter über 30.000 Ideen ein. Davon konnten bisher rund 18.000 Verbesserungsvorschläge umgesetzt und gleichzeitig über 19 Millionen Euro eingespart werden. Diese Summe im Chemiepark würde beispielsweise bei der Werkfeuerwehr für 25 neue Löschfahrzeuge oder für 19 Kilometer neue CHEMPARK-Straßen ausreichen. Die Mitarbeiter profitieren übrigens nicht nur von einer höheren Sicherheit oder von vereinfachten Arbeitsprozessen: Für die guten Vorschläge erhielten die Ideengeber insgesamt über 8 Millionen Euro Prämien.

Eine Summe, die für CURRENTA-Arbeitsdirektor Dr. Alexander Wagner gut angelegt ist. Er dankt der Belegschaft: "Es freut mich persönlich sehr, dass in den vergangenen zehn Jahren eine Vielzahl der Ideen auf Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit eingezahlt haben. In allen Bereichen engagieren sich unsere Mitarbeiter und Auszubildenden – und leisten ihren Beitrag zu Sicherheit, Umweltschutz und Effizienz. Mit ihrem Einsatz und Fachwissen bringen sie CURRENTA weiter voran. Dafür danke ich ihnen sehr."

Rückblick auf 2017

Im Jahr 2017 reichten Tüftler aller Geschäftsfelder insgesamt 2.894 Verbesserungsvorschläge beim CURRENTA Ideen Management ein. Fast jeder Zweite hat sich mit einer Einzelidee oder zusammen mit den Kollegen im Team eingebracht; der Beteiligungsgrad liegt bei 42 Prozent. Auch die Azubis hatten viele Verbesserungsideen und reichten insgesamt 243 Vorschläge ein. Mit einer ihrer Ideen konnten sie sogar den ersten Platz des Ideenmanagement-Awards in der Kategorie "Beste Azubi-Idee", der vom Deutschen Institut für Ideen- und Innovationsmanagement vergeben wird, erzielen.

1.497 Ideen sind im vergangenen Jahr umgesetzt worden. Damit ist die Realisierungsquote leicht gestiegen und liegt aktuell bei 54 Prozent. "Gerade bei guten Vorschlägen im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ist es mir persönlich ein Anliegen, dass diese schnellstmöglich umgesetzt werden", sagt Wagner. Etwa die Hälfte der realisierten Ideen zahlen in diese beiden Sektoren ein. Neben Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind Umweltschutz und die Energieeffizienz zwei weitere, wichtige Kategorien: 70 realisierte Ideen zielen auf den Umweltschutz und 42 Vorschläge verbesserten die Energieeffizienz. Die daraus erzielten Einsparungen für das Unternehmen betragen rund 1,8 Millionen Euro im ersten Jahr der Realisierung. Der CHEMPARK-Betreiber belohnte die Kreativität der Ideengeber mit einer Gesamtprämiensumme von über 700.000 Euro.

Die höchste Einzelprämie im Jahr 2017 betrug rund 37.000 Euro. Es sind jedoch nicht nur die "großen" Ideen, von denen ein Unternehmen profitiert. Gerade auch die vielen kleinen realisierten Vorschläge mit einem wirtschaftlichen Nutzen bis 5.000 Euro tragen zu Fortschritt und Effizienz bei. Sie machten mit fast 99 Prozent der gesamten umgesetzten Ideen den größten Anteil aus. Darüber hinaus gab es Anerkennungsbeträge für gute Vorschläge, die aus unterschiedlichen Gründen nicht verwirklicht werden konnten. 533 solcher Ideen waren es im letzten Jahr. CURRENTA zahlte dafür über 26.650 Euro aus.

Die meisten Beiträge kamen im vergangenen Jahr mit 1.630 Verbesserungsvorschlägen aus dem CHEMPARK Leverkusen, gefolgt von Dormagen (689) und Krefeld-Uerdingen (563).

CHEMPARK Leverkusen

Gutes Beispiel für eine "kleine" Idee, die viel verändert, hatte Thomas Melcher aus der Analytik. Bei der täglichen Arbeit im Labor gehören Einweghandschuhe zur geforderten Schutzkleidung. Bisher befanden sich diese in einer Papierbox auf der Arbeitsfläche. Das Problem: Da überwiegend mit Flüssigkeiten gearbeitet wird, ist die Einwegbox öfter nass geworden. Der Nächste am Arbeitstisch konnte nicht mehr beurteilen, mit welcher Substanz die Handschuhe in Berührung gekommen waren und schmiss die gesamte Box weg. Weder umwelt-, noch ressourcenschonend! Hier verschafft Melchers Idee Abhilfe: Der Handschuhspender hängt nun in einer Metallhalterung an der Wand, so dass die Handschuhe in jeder Situation trocken bleiben. Seine Idee wurde bereits umgesetzt und ist Vorbild für alle anderen CURRENTA-Labore.

CHEMPARK Dormagen

Einfach mal genauer hinschauen klingt simpel und ist doch häufig der erste Schritt zu einer Veränderung und Verbesserung. Das dachten sich auch die drei Kollegen aus der CHEMPARK-Kläranlage: Hans-Joachim Brandes, Josef Koehler und Frank Zander. Sie sind bereits Wiederholungstäter, denn zum zweiten Mal machte sich eine ihrer Ideen bezahlt. Sie stellten fest, dass sich die Abwasserzusammensetzung in der Kläranlage verändert hatte. Das passiert dann, wenn sich über einen längeren Zeitraum die Zusammensetzung der Abwasserströme ändert. Das Problem in diesem Fall: der Schlamm am Grund des Klärbeckens. Dieser hat sich schlichtweg zu schnell abgesetzt, bevor er entsprechend mit Luft durchsetzt werden konnte. Die Folge: starke Korrosion. Der Rost hatte in der Kläranlage zugeschlagen. Und jetzt? Einfach mehr Luft zuführen? "Das geht nicht, weil dann nicht mehr genügend Nitratstickstoff reduziert würde", erklären die drei. Die Lösung: Die ausreichende Menge Beckenluft – mehr als 4.000 m³ pro Stunde und Becken – wird so lange im Kreis gepumpt, bis der gelöste Sauerstoff auf einen Wert unter 1mg pro Liter gesunken ist. "So gelingt es uns, Abluft zu sparen, den Nitratstickstoff trotzdem zu denitrifizieren und die zum Rost führenden Schlammablagerungen deutlich zu reduzieren." Klingt kompliziert? Ist es auch, zumindest für Laien. Und genau deswegen hat CURRENTA so viele Experten – die mit ihren Verbesserungsvorschlägen den CHEMPARK besser machen.

CHEMPARK Krefeld-Uerdingen

Einen umweltschonenden Vorschlag hatte Sven Kampmann-Lenz vom vorbeugenden Brandschutz. In allen Betrieben und Gebäuden im CHEMPARK befinden sich Feuerlöscher, für dessen Wartung die Werkfeuerwehr zuständig ist. Handelsübliche CO2-Feuerlöscher verlieren in der Regel nach zehn Jahren ihr TÜV-Siegel und müssen entsorgt werden; circa 500 Feuerlöscher wandern dabei in den drei CHEMPARK-Standorten jährlich in den Müll. Zu Recht war Kampmann-Lenz dies nicht umweltfreundlich genug. Er schlug vor, die Feuerlöscher nach 10 Jahren zur Wartung an den TÜV zu schicken. Gesagt, getan. Der TÜV versieht die Feuerlöscher nun mit einem neunen Ventil, Füllung und Lackierung – und dann sind die Lebensretter wieder für die nächsten zehn Jahre einsatzbereit. Mit Kampmann-Lenzs Idee werden nicht nur Ressourcen geschont, sondern können jährlich auch rund 60.000 Euro eingespart werden.

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