Betrieb 16.02.2016

Zertifizierte Nachweisempfindlichkeit bei der Analyse der Abwasserströme

Alles Wasser, oder was?

Dr. Wolfgang Henze leitet den Bereich Umweltanalytik bei CURRENTA.


Mit den Gesetzen des Wassers kennt sich Wolfgang Henze bestens aus. Nicht nur, wenn er als leidenschaftlicher Kanufahrer die Gesetzmäßigkeiten der Strömung kennen und den Verlauf und die Gefährlichkeit so mancher Wasserläufe zuverlässig analysieren muss, um das Boot sicher durch die Wellen zu manövrieren. Auch die Abwasseranalytik und die gesetzlichen Anforderungen kennt er wie sein eigenes Boot. Der 59-jährige ist in der Analytik von CURRENTA zuständig für vier Labore der Umweltanalytik.

Gemäß Landesabwassergesetz muss jeder Einleiter die Überwachung seiner Einleitefähigkeit nachweisen. Dabei unterscheidet die Abwassergesetzgebung drei Abwasserströme: Kühlwasser, anorganisch belastetes Abwasser und organisch belastetes Abwasser. Das anorganisch belastete Abwasser wird dezentral behandelt, während das organisch belastete Abwasser über die Kläranlage geleitet und dort biologisch gereinigt wird.

Monitoring vom ersten Abwassertropfen an

In der Wasseranalytik bietet CURRENTA alle Methoden für das Monitoring von Abwasser- und Kühlwasserströmen sowie Grundwasser des CHEMPARK an - bei Bedarf auch rund um die Uhr. Das schafft Sicherheit für die im CHEMPARK ansässigen Firmen in Bezug auf die geforderte Abwasserqualität und gewährleistet die Einhaltung aller Vorschriften. Die Abwasserströme werden kontinuierlich überwacht und die Messergebnisse dokumentiert: Bereits in den Betrieben erfolgen erste analytische Messungen des Stromes. Darüber hinaus unterliegen die Kanäle einem umfangreichen Monitoring: Mittels automatischer Probennehmer wird eine kleine Menge Wasser kontinuierlich "abgezwackt" und in den Hightech-Laboren einer intensiven Analyse unterzogen. "Dabei wollen wir vom ersten Wassertropfen an feststellen, ob eventuell unplanmäßige Komponenten im Abwasserstrom enthalten sind", erklärt Henze.

Dr. Werner Henze und Mitarbeiter Joachim Löchner bei einer Probenahme am Reinwasserauslass in Leverkusen
Dr. Markus Weber und Dr. Wolfgang Henze bei einer LC-MS Analyse

Bestimmung von über 1.000 Komponenten

Über 1.000 spezifische Komponenten können auf diese Weise systematisch erfasst und bestimmt werden. Die Untersuchungen reichen von herkömmlichen physikalischen und elektrochemischen Standardmethoden zur Bestimmung von Abwasserkennzahlen bis hin zu hochkomplexen Analysemethoden. Sie erlauben es beispielsweise organische Einzelstoffe wie Chemikalien oder Arzneimittelrückstände in kleinsten Mengen, bis in den Ultraspurenbereich zu identifizieren und zu quantifizieren.

Mit der Vielfalt der Methoden und der Genauigkeit der Untersuchungen stellt CURRENTA-Analytik ein Analysenangebot bereit, das den potenziellen Inhaltsstoffen der Wasserströme aller Betriebe gerecht wird. Auch unbekannte Komponenten können bestimmt werden. Wird ein neuer Betrieb errichtet, passen die Analytik-Experten je nach hergestelltem Produkt und potenzieller Abwasserfachten das Monitoring an bzw. entwickeln Methoden, mit denen die möglichen Inhaltsstoffe zielgenau bestimmt werden können. Hier gehört ein enger Dialog und Austausch mit den Betrieben zur gelebten Praxis.

Zertifizierte Nachweisempfindlichkeit für Umweltsicherheit

In einem neu errichteten Analyse-Container im CURRENTA Recycling- und Entsorgungszentrum in Bürrig

"Unsere Messungen mit hoher Nachweisempfindlichkeit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit sind ein entscheidender Teil für die Umweltsicherheit. Die Daten und Ergebnisse werden von uns zeitnah an die CURRENTA-Umweltüberwachung, sowie den verursachenden Betrieb übermittelt", erklärt Henze. Werden Grenzwerte überschritten, wird die Sicherheitszentrale informiert, so dass unmittelbar Maßnahmen zur Abwehr einer Umweltgefährdung eingeleitet werden können.

Nicht nur der Umfang der Arbeit ist beeindruckend: "Unsere Labors sind nach der Qualitätsnorm DIN ISO 17025 akkreditiert. Damit ist verbrieft, dass wir alle erforderlichen Qualitäts-Standards zuverlässig einhalten und die allgemeinen Anforderungen an die Kompetenz der Kalibrier- und Prüflaboratorien sicherstellen", so Henze.

Stets informiert über aktuelle Entwicklungen

Auf dem Umevatten-See an der Grenze zwischen Norwegen und Schweden

Trotz aller Routine und technischer Vorrichtung kein Job ausschließlich nach Schema F. "Wir müssen stets über die gesetzlichen und behördlichen Entwicklungen informiert sein und Veränderungen kennen. Das bedeutet mitunter auch, Gesetzestexte und Vorschriften zu wälzen", sagt Henze.Aber: Kein Problem für jemanden wie Henze, der in Sachen Wasser seit Jahren in jeder Lage in seinem Element ist …

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