Netzwerk - 24.02.2015

Dr. Stefan Dresely im Interview:

Wir haben jederzeit ausreichend die benötigte Energie

Dr. Stefan Dresely, Leiter des CURRENTA-Geschäftsfeldes Energie
Dr. Stefan Dresely, Leiter des CURRENTA-Geschäftsfeldes Energie

Der Energie-Dienstleister CURRENTA sichert im CHEMPARK nachhaltig die Energieversorgung. Aber er nimmt auch überschüssig anfallende Energie wie Dampf an und stellt sich immer stärker und flexibel auf Kundenwünsche ein. Vor allem in der Zusammenarbeit sieht Dresely noch zahlreiche Chancen, zum Beispiel bei der Weiterentwicklung der Energieinfrastruktur oder der Energiewende.

Komplettes Interview anhören (4:49)

Herr Dr. Dresely, wieso sollte ein Produktionsbetrieb im CHEMPARK seine Energien weiterhin vor allem von der CURRENTA beziehen?
Dr. Stefan Dresely: Ja, da gibt es ganz offensichtliche Gründe. Das heißt, wir haben natürlich jederzeit ausreichend die benötigte Energie, können das zur Verfügung stellen auch in der gewünschten Spezifikation. Darüber hinaus sind wir in der Lage, weil wir die Kundenprozesse und Märkte gut kennen, uns flexibel an wechselnden Bedarf anzupassen. Das zeigt sich zum Beispiel in der Übernahme von Prozessdampf im CHEMPARK. Wir sind hier so eine Art Drehscheibe und können praktisch Dampf, den der eine erzeugt, dem anderen zur Verfügung stellen, der ihn braucht. Das sind Dinge, die den CHEMPARK so speziell machen, und wo wir unseren Beitrag leisten können.

Flexibilität hat eine sehr große Bedeutung bei der Versorgung der Kunden. Was heißt das jetzt konkret?
Dr. Stefan Dresely: Flexibilität wird immer wichtiger, auch im Rahmen der Energiewende. Flexibilität ist ein Wettbewerbsvorteil. Der Kunde kann sich auf seine Produktion konzentrieren. Er nennt uns seine Anforderungen und wir kümmern uns um den Rest. Das kann bei der Versorgungssicherheit bedeuten, dass wir über Absicherung über unterschiedliche Bezugsquellen reden – also Flexibilität im Bezug.

Wir sind zum Beispiel über zwei Erdgasversorgungsgebiete angeschlossen und können bei einem Ausfall des einen Versorgungsgebietes auf das zweite wechseln. Das hat sich übrigens in der Vergangenheit auch schon technisch bestätigt, wo wir einen Ausfall hatten. Aber im CHEMPARK hat davon keiner etwas gemerkt.

Dr. Stefan Dresely, Leiter des CURRENTA-Geschäftsfeldes Energie

Was bietet das CURRENTA-Geschäftsfeld Energie seinen Kunden im CHEMPARK über eine sichere Energieversorgung hinaus?
Dr. Stefan Dresely: Da ist zunächst unser großer Vorteil zu nennen, dass wir in Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten. Das heißt wir haben einen optimalen Wirkungsgrad durch die Produktion von Dampf und Strom zur gleichen Zeit. Das ist gut für die Umwelt, aber auch gut für die Kosten. Damit haben wir auch wirtschaftliche Vorteile für unsere Kunden. Die Energieinfrastruktur ist ein weiterer Punkt als Basis für die energetische Optimierung der Standorte.

Auch das Management der Energieinfrastruktur nach einem Standard und aus einer Hand über alle Standorte ist ein Vorteil. Das heißt, wenn sich einer unserer Kunden, aus dem einen in den anderen Standort bewegt, dann findet er da ähnliche Infrastrukturen vor und findet sich sofort zurecht. Effiziente Versorgungssysteme, die im Sinne aller Kunden auch bei der Investitionsplanung nachhaltig ausgebaut werden, um hier auch wachsen zu können, wäre abschließend einer der wichtigen Punkte.

Die Energiewende bedeutet ja auch für die CURRENTA zahlreiche Veränderungen. Was bedeutet das konkret?
Dr. Stefan Dresely: Zunächst muss man sagen, dass wir nachhaltiges Wirtschaften unterstützen. Die Ziele der Energiewende sind ja keine Schlechten. Es geht hier um Klimaschutz. Das unterstützen wir. Und es ist ja nicht nur eine Herausforderung, es eröffnen sich ja auch Chancen. So zum Beispiel ist die Energiewende auf flexible Erzeugungsstrukturen angewiesen. Das heißt, wenn im Netz eine Situation auftritt, wo plötzlich zu viel Nachfrage ist, und nicht genug Erzeugungskapazität, dann ist es schön, wenn jemand reagieren und flexibel Last abwerfen kann. Das hat der Gesetzgeber im Fokus und er möchte eine wirtschaftliche Kompensation schaffen. Wer also seine Last flexibel verringern kann, wird dafür kompensiert. Und das sind wirtschaftliche Chancen, die sich für uns, aber auch für unsere Kunden eröffnen.

Dr. Stefan Dresely, Leiter des CURRENTA-Geschäftsfeldes Energie

Bei welchen Energiethemen sehen Sie im CHEMPARK noch Potenzial für eine intensivere Zusammenarbeit? Was könnte man verbessern, verändern, optimieren?
Dr. Stefan Dresely: Die tiefere Integration der Kundenprozesse in die Gesamtoptimierung der Standorte. Das war in der Vergangenheit schon wichtig, kriegt aber im Rahmen der Energiewende eine neue Bedeutung. Energieeffizienzanstrengungen werden größer. Wir mit unserem Know-how können da natürlich beitragen. Es ist wichtig, dass wir das in ganz enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden tun. Nur so lassen sich diese Potenziale erschließen.

Was verbinden Sie persönlich mit dem Begriff Nachhaltigkeit? Was verstehen Sie darunter?
Dr. Stefan Dresely: Ich hab zu Hause im Bücherregal noch das Buch stehen "Grenzen des Wachstums" von Meadows, also Club of Rome. Die noch sehr einfach produzierten Grafiken haben damals schon die grundsätzlichen Wirkmechanismen gezeigt, die auch heute noch gültig sind. Das heißt, wir haben nun mal begrenzte Ressourcen, auch wenn es immer wieder ein neues nach 'hinten verschieben' des Zeitraumes gibt, wo die Ressourcen uns ausgehen sollen. Grundsätzlich ist die Thematikein physikalisches Gesetz. Wir müssen intelligente Wege finden. Daran arbeiten wir eigentlich jeden Tag und versuchen das auch für den CHEMPARK sinnvoll umzusetzen.

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