Betrieb - 11.08.2015

CHEMPARK-Mitarbeiter und Nachbarn erkunden die CURRENTA-Deponie

Auf Achse


Wie kommen die rund 400.000 Tonnen Sonderabfall im Laufe eines Jahres auf die CURRENTA-Deponie in Leverkusen? Welche Regularien müssen dabei eingehalten werden und wie wird der Abfall auf der 65 Hektar großen Deponiefläche eingebaut? Acht Mitarbeiter von Firmen aus dem CHEMPARK und Leverkusener Nachbarn folgten einen Abend lang dem Weg des Abfalls und erkundeten dabei die Deponie auf außergewöhnliche Weise.


Ruhig und sicher bewegen sich die schweren Baumaschinen am frühen Abend des 11. Juni auf der 70 Meter Ebene der Sonderabfalldeponie in Leverkusen. Aber es sind nicht die erfahrenen Mitarbeiter der Leverkusener Baufirma Schwind, die hier Erde schaufeln und planieren oder den Untergrund verdichten, sondern Mitarbeiter aus dem CHEMPARK und Leverkusener Nachbarn.

Angelika Koobs, European Financial Analyst bei KRONOS, schiebt mit der Planierraupe große Mengen Erdreich beiseite. Ihre Kollegin Elisabeth Mendl sowie Claudia Fries, Anwendungstechnikerin bei MOMENTIVE, sitzen in den beiden Baggern und bewegen Bauschutt. Während dessen fährt Dr. Christiane Gärtner-Winkhaus, die in Flittard einen Betrieb der Bayer HealthCare AG leitet, mit dem 3-achsigen Kipplader über die Deponie. Marc Adomat, Beigeordneter der Stadt Leverkusen und Christian Zöller, Leiter des Politik- und Bürgerdialogs und Nachbar am Rüttersweg, arbeiten mit dem Räumlader und dem tonnenschweren Erdverdichter.

Sie alle nehmen an einer außergewöhnlichen Führung teil, bei der sie dem Weg des Abfalls folgen. Von der Ankunft am Tor des Entsorgungs- und Recyclingzentrums bis zum fachgerechten Einbau auf der 70-Meter-Ebene der geordneten Sonderabfalldeponie.

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Strenge Kontrollen bei der Abfallübernahme

Treffpunkt der mehrstündigen Führung war zwei Stunden zuvor der Parkplatz am Alten Bürriger Deich. Dr. Ulrich Bornewasser, Leiter der Kundenkommunikation und Initiator der Fachführung sowie Deponieleiter Josef Schiffer begrüßen die Gäste. Nach einigen Sicherheitsinformationen startet die Führung gegen 16:30 Uhr an Tor 9. Hier müssen alle Abfälle aus dem CHEMPARK durch, die im Entsorgungszentrum verbrannt, deponiert oder recycliert werden. Die MitarbeiterInnen an der Abfallannahmestation wiegen die Fahrzeuge vor- und nach der Entsorgung und überprüfen die Begleitscheine. "Wir können nur Sonderabfälle übernehmen, die im System eingetragen sind", erklärt Gabriele Greiwe und fährt fort: "Jeder Transport wird vorab behördlich freigegeben. Wir prüfen hier an Hand der Papiere, ob alle Daten stimmen. Falls nicht, dann wird der Abfall nicht übernommen. Der Fahrer fährt dann rechts ran und telefoniert mit seiner Zentrale, um die fehlenden Daten elektronisch zu beschaffen".

Nach der Begrüßung der Gäste ging es erst einmal ...
Nach der Begrüßung der Gäste ging es erst einmal ...
... zu Gabriele Greiwe in die Annahmestation.
... zu Gabriele Greiwe in die Annahmestation.


Zusätzlich können die Mitarbeiter den Inhalt der offenen Mulden über ein Spiegelsystem prüfen. Und am Eingang ist ein Detektor für radioaktive Strahlung angebracht. Manche Schlacken könnten natürliche Strahlung enthalten, die höher ist als die allgegenwärtige Hintergrundstrahlung. "Bislang hat der Detektor nur einmal ausgeschlagen", erklärt Joachim Beyer, Leiter Recycling, Deponien, Verbrennung. "Schuld war aber nicht der Abfall sondern der Fahrer. Der hatte eine Technetium-Behandlung bekommen, für eine Gewebeanalyse beim Facharzt. Und saß danach 'strahlend' in seinem LKW", so Beyer weiter.

Viele Aufgaben für einen sicheren Deponiebetrieb
Blick auf das Entsorgungs- und Recyclingzentrum CHEMPARK Leverkusen
Blick auf das Entsorgungs- und Recyclingzentrum CHEMPARK Leverkusen


Hat der LKW-Fahrer die Eingangshürde geschafft, bekommt er eine Nummer mitgeteilt, die ihn über ein Schildersystem auf der 65 Hektar großen Deponie zu seinem Abladeplatz leitet. Dort steht dann ein CURRENTA-Mitarbeiter, der die Abfallanlieferung überwacht und quittiert. Josef Schiffer folgte mit einem Teil der Besucher den Spuren der LKW-Fahrer durch die Deponie, und erläuterte die verschiedenen Annahmestationen. Beeindruckend sind die großen Silos für Kraftwerksaschen. Mit Wasser vermischt geben die Aschen ein gutes Material zum Verfüllen von Zwischenräumen.

"Wir müssen peinlich genau darauf achten, dass wir bei diesem Bauwerk, das im Endausbau 60 Meter über Grund hoch sein wird, keine einsturzgefährdenden Hohlräume bekommen", so Schiffer. Allerdings nehme die Asche mit einer Dichte von etwas über 1 mehr Deponieraum in Anspruch als die deutlich schweren Bauschuttabfälle oder Filterkuchen aus der Produktion. Was sich dann im Preis ausdrücken müsse, betonte Schiffer und gab damit auch einen kleinen Einblick in die Geschäftsgrundlagen eines Deponiebetreibers.

Ein weiteres geschäftsrelevantes Detail ist die Grundwassersicherung der Sonderabfalldeponie. Zum einen existiert eine bis zu 40 Meter tiefe Sperrwand, die die gesamte Deponie und auch die Altablagerun Dhünnaue umschließt. Zum anderen betreibt CURRENTA noch 14 Grundwasser-Brunnen rund um die Deponie. Bis zu 8.5000 Kubikmeter Wasser pro Stunde fördern die Pumpen und vermeiden so eine Grundwasserverunreinigung im Abstrom der Deponie.

Mehr zum Deponieaufbau finden Sie hier.

Sicherer Einbau von Abfällen
Das Team der Baufirma Schwind mit den Nachbarn sowie den Mitarbeitern der CHEMPARK-Partnern und CURRENTA
Das Team der Baufirma Schwind mit den Nachbarn sowie den Mitarbeitern der CHEMPARK-Partnern und CURRENTA


Einen zweiten Teil der Besuchergruppe führt Deponiemeister Frank Gärtner zu einer Reihe von Baufahrzeugen, die auf einem mit unbelastetem Bauschutt vorbereitetem Areal standen. Mitarbeiter der Firma Schwind erläutern die Funktion der Fahrzeuge und unterstützten jeden, der mal eines der Fahrzeuge bedienen wollte. Die Gäste lassen sich nicht lange bitten und nach und nach fährt jeder Mal mit einigen der imposanten Baufahrzeuge. "Mich hat beeindruckt wie leicht man die Kraft der Baumaschinen einsetzen kann. Nur eine kleine Bewegung am Steuerknüppel und man hat direkt eine halbe Tonne Erdreich auf der Schaufel", freut sich Leverkusens Dezernent für Kultur, Schulen und Sport, Marc Adomat. Und Christian Zöller, der in Sichtweite der Deponie am Rüttersweg wohnt, ist überrascht, wie leise die Maschinen selbst in unmittelbarer Nähe arbeiten. "Die Motoren unserer Maschinen sind alle gekapselt", erläutert Schwind-Geschäftsführer Frank Blankennagel. Zudem gebe es in jedem der Fahrzeuge bestimmte Sicherheitseinrichtungen, die z. B. ein Umkippen auf gerader Fläche verhindern. Daher sei die Nutzung der Fahrzeuge im Rahmen dieser Führung auch kein Problem, so Blankennagel.

Sonnenuntergang auf der Deponie

Gegen 19:30 Uhr verabschieden sich die Teilnehmer von den Mitarbeitern der Firma Schwind, die mit großem Eifer ihre Maschinen präsentiert hatten, und fahren zu einem kleinen Imbiss an den Nordrand der Deponie. Den Abschluss des Tages genießen die Gäste auf die nordwestliche Spitze der Deponie beim Sonnenuntergang. "Eine außergewöhnliche Führung, bei der ich viele Informationen erhalten habe und die zudem noch richtig Spaß gemacht hat", so das Fazit von KRONOS Finanzanalystin Angelika Koobs.

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