Betrieb - 04.08.2015

KOOPERATION MIT RWTH AACHEN FÜR FLEXIBLES VERSORGUNGSKONZEPT

Lizenz zur Optimierung

Alois Kriener, Florian Köberle, Heinz-Peter Schaaf und Dr. Philip Voll besprechen in der Leitwarte, wie sich die Berechnungen der Software auf den Praxisbetrieb übertragen lassen.


Die Kunden im CHEMPARK rund um die Uhr bedarfsgerecht mit Energie zu versorgen ist eine komplexe Aufgabe. Dank einer Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen gelingt dies jetzt noch effizienter. Mit Vorteilen für die Abnehmer und den CHEMPARK.

Ganz gleich, ob Strom, Dampf oder Druckluft – die Bedarfe der Kunden an Energieschwanken. Neue technische Möglichkeiten und die Veränderungen auf dem Energiesektor sowie starke Preisschwankungen machen innovative Lösungen für die Zukunft zu einem zentralen Thema. Hand in Hand mit der Wissenschaft hat CURRENTA wichtige Schritte gemacht und fortschrittliche Ergebnisse erzielt.

"Praktiker" und "Theoretiker" gehen Hand in Hand

Die "Praktiker" von CURRENTA nahmen dabei die "Theoretiker" der RWTH Aachen für ein Optimierungsprojekt mit ins Boot. An der renommierten Hochschule beschäftigt sich eine Forschergruppe am Lehrstuhl für Technische Thermodynamik mit der Entwicklung von computergestützten Simulations- und Optimierungsmethoden. Anhand von Praxisbeispielen bearbeiteten sie strategische Fragen zu Investitions- und Ersatzbeschaffungsmaßnahmen sowie konkrete Herausforderungen des Alltagsgeschäfts. An ausgewählten Beispielen untersuchten sie beispielsweise, welche Kessel und Turbinen zu welchen Zeiten gefahren und welche Mengen dabei bereitgestellt werden sollten, um so den kostenoptimalen Einsatz zu realisieren.

Top-Energy als Top-Lösung

Dr. Philip Voll (ganz rechts) kennt sowohl die Theorie als auch die Praxis: Bis zum Jahr 2014 war er Leiter der Arbeitsgruppe Energiesystemtechnik am Lehrstuhl Technische Thermodynamik. Seit Anfang 2015 gehört er zum CURRENTA-Energieteam.

Mithilfe der an der RWTH in Kooperation mit Informatikern aus Berlin entwickelten Software TOP-Energy bildeten die Wissenschaftler den Anlagenpark sowie die Massen- und Energieströme ab. Dank dieses Optimierungswerkzeugs gelang es, Schwachstellen zu identifizieren und Lösungen für Optimierungen zu erarbeiten. "Gefüttert" mit den jeweiligen Anlagendaten konnte darüber hinaus der bestmögliche Fahrplan für die Energielieferung zu minimalen Kosten aufgestellt werden. "Dieses Ergebnis war so überzeugend, dass wir die Lizenz für den Einsatz der Software erworben haben. Schritt für Schritt werden wir dieses Automatisierungstool umsetzen", betont Dr. Philip Voll, Mitarbeiter Energiewirtschaft & Energieprojekte.

VORTEILE FÜR KUNDEN

Von der Lösung profitieren die Kunden, denen CURRENTA Energie zur Verfügung stellt: Sie hilft, die Komplexität der Energiebedarfe und Ströme noch besser zu beherrschen. Der Energiestrom kann kundenspezifisch gefahren werden. Zudem senkt die bedarfsgerechte Steuerung die Kosten für den Energiebezug und schont Ressourcen. "Schritt für Schritt ermöglichen wir Neues mit diesem Tool. Konkret treten wir nun in Kontakt mit unseren Kunden, um deren Prozesse noch besser zu verstehen", erklärt Voll.

GEWINNBRINGENDE KOOPERATION

"Von der Zusammenarbeit profitieren Hochschule und CURRENTA gleichermaßen", wie Prof. Dr. André Bardow, Lehrstuhlinhaber für Technische Thermodynamik an der RWTH Aachen, betont: "Der Lehrstuhl für Technische Thermodynamik der RWTH Aachen forscht seit vielen Jahren zur Modellierung und Optimierung von Energieversorgungssystemen. Mit neuen Methoden wollen wir reale Probleme der Industrie lösen. Damit dieser Brückenschlag gelingt, brauchen wir als Universitätsinstitut engen Kontakt zu Praxispartnern. Die CURRENTA ist dabei ein idealer Partner für uns", so Prof. Bardow. "Energieeffizienz verbindet uns als zentrale Frage. Gleichzeitig führt uns die Komplexität der Versorgungssysteme an die Grenzen verfügbarer Software. Der Einsatz unserer Software und Methoden für Standorte der CURRENTA liefert daher für uns wertvolles Feedback. Aus unserer Sicht ist die bisherige Zusammenarbeit eine Win-win-Situation: Wir erhalten Anregungen zur inhaltlichen Ausrichtung der Forschung und die CURRENTA optimiert ihre Energiesysteme mit neusten wissenschaftlichen Methoden", betont der Hochschullehrer.

Steckbrief Kraftwerk Leverkusen
  • Installierte Kesselleistung: 1.195 t/h (Dampf)

  • Installierte Turbinenleistung: 140,1 MW (Strom)

  • Maximale Nutzdampfleistung: 930 t/h

  • Dampferzeugung mittels 2 Kohle- und 3 Erdgasgefeuerten Kesseln sowie einer Gasturbine mit Zusatzfeuerung

  • Stromerzeugung mittels 6 Dampfturbinen, 1 Kondensationsturbine und 1 Gasturbine.
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