Betrieb - 30.07.2015

CURRENTA sichert die Eisenbahn-Infrastruktur im CHEMPARK

Nachhaltiger Transport auf der Schiene

Gleisanlagen und Containerterminal im CHEMPARK Leverkusen
Gleisanlagen und Containerterminal im CHEMPARK Leverkusen


Auf den rund 100 Kilometer Gleisen in den drei CHEMPARK-Standorten lassen die Produktionsbetriebe große Mengen an Chemikalien sicher und umweltgerecht transportieren. Müssen betriebliche Übernahmestellen geändert oder Gleise neu verlegt werden, dann ist der Eisenbahnbetriebsleiter der CURRENTA gefragt.

Eigentum verpflichtet. Diese Forderung gilt im Besonderen nach dem deutschen Eisenbahnrecht für alle Eigentümer von Eisenbahninfrastrukturen. Denn wer neben der Deutschen Bahn Schienen, Stellwerke, Signale und ähnliches betreibt, braucht einen öffentlich bestellten Eisenbahnbetriebsleiter. Dieser ist für den Betrieb, den Um- und Ausbau sowie den Erhalt der Eisenbahninfrastruktur verantwortlich. Für den CHEMPARK-Manager und -Betreiber CURRENTA übernimmt Carsten Everts an den Standorten Dormagen und Krefeld-Uerdingen diese Aufgabe.

"Da uns offiziell alle Gleisanlagen mit der dazu gehörenden Infrastruktur gehören, stehe ich unmittelbar gegenüber der zuständigen Aufsichtsbehörde in der Verantwortung", erklärt Everts. Dabei geht es in erster Linie um den sicheren Betrieb der Anlagen. "Für unsere Kunden ist darüber hinaus wichtig, dass wir die Infrastruktur effizient und kostengünstig erhalten", betont Everts. Aber auch bei Umbaumaßnahmen muss die richtige Balance zwischen den Bedürfnissen des Betriebes und den gesetzlichen Anforderungen gefunden werden.

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Salzsäure-Übernahme im Bereich der Eisenbahninfrastruktur
Offizielle Eröffnung des Terminals im Juni 2015
Offizielle Eröffnung des Terminals im Juni 2015

Bahntrassen, die für den Durchgangsverkehr gebaut wurden, müssen per Gesetz freigehalten werden. Die Übernahme von Chemikalien auf einem Durchgangsgleis ist daher ausgeschlossen. Bayer MaterialsScience (das Unternehmen firmiert ab 1. September unter dem Namen Covestro) in Dormagen wollte - in unmittelbarer Nähe der neuen TDI-Anlage – eine Übernahmestelle für Bahnkesselwagen direkt neben den beiden Salzsäuretanks realisieren. Nach dem Motto "Geht nicht, gibt´s nicht" prüfte Eisenbahninfrastrukturbetreiber Carsten Everts, wie dem Chlorbetrieb geholfen werden könnte. Und das innerhalb kürzester Zeit.

Für das Projekt hat CURRENTA-Infrastruktur den notwendigen technischen Input gegeben, die neue Trassierung geplant sowie die notwendigen Verlegungen von Infrastrukturen wie Wasserschiebern, Kabelbahnen etc. bei der Planung berücksichtigt. Die Fachkollegen von Bayer Technology Services setzten die notwendigen Baumaßnahmen um. "Im Juni diesen Jahres konnten wir die neue Trasse und unsere Übernahmestation offiziell in Betrieb nehmen", freut sich Dr. Wolfgang Kern, Betriebsleiter der Chlorfabrik.

Kombiniere Bahn mit LKW –eine besondere Lösung für LANXESS in Krefeld-Uerdingen

Für Dr. Thomas Gruber, Betriebsleiter des LANXESS-Betriebes L 87 im CHEMPARK Krefeld-Uerdingen ist die Bahnanbindung seines Betriebes eine effiziente Möglichkeit große Produktmengen sicher in Tankwaggons abzufüllen und zu transportieren. "Bei der Betriebsgründung reichte der Transport mit einem Verkehrsmittel aus. Heute brauchen wir auch eine Übernahmestelle für LKW", erklärt Gruber.

Gemeinsam mit Eisenbahninfrastrukturbetreiber Carsten Everts wurden die Gegebenheiten rund um den Betrieb besichtigt und geprüft was an Baumaßnahmen möglich ist. Dabei wurde schnell klar, dass auf Grund der engen Bebauung rund um das Betriebsgelände keine zusätzliche Übernahmestelle gebaut werden konnte. Daher schlug Everts vor, die bestehende Station zu einer kombinierten Übernahmestelle auszubauen, die von beiden Verkehrsträgern angefahren werden kann. Um die Wendekreise der LKW zu berücksichtigen, musste die Straße neben dem Betrieb erweitert sowie eine Treppe am Nachbarbetrieb und ein Hydrant versetzt werden. Viele, fürs Auge verborgene Infrastrukturen wie Schächte, Kanäle oder Kabeltrassen, die ebenfalls von den Baumaßnahmen betroffen waren, konnte Everts dank der bei CURRENTA zentral gespeicherten Daten berücksichtigen.

"Für uns waren die Vorschläge von Herrn Everts sehr hilfreich", betont Gruber. "Und das die gesamte, von uns umgebaute Übernahmestelle auf Grund des Eisenbahngesetzes in das Eigentum der CURRENTA übergeht ist, ist für uns in Ordnung. Schließlich übernimmt die CURRENTA für die nächsten Jahrzehnte die Kosten der Instandhaltung", so Gruber.

Bildergalerie vom Umbau

Vorbereitung des Untergrunds für die Trassen-Fertigelemente aus Beton.

Vorbereitung des Untergrunds für die Trassen-Fertigelemente aus Beton.

Einheben der Trassenelemente

Einheben der Trassenelemente

Die fast fertige neue Trasse

Die fast fertige neue Trasse

Dirretissma nach X 90
Projektleiter Heinz Holtschke (l.) in dem neuen Stellwerk im CHEMPARK Leverkusen. Mit im Bild: CHEMPARK-Leiter Dr. Ernst Grigat, Werner Völkel, Leiter CHEMPARK-Infrastruktur, und Fahrdienstleiter Olaf Kaiser.
Projektleiter Heinz Holtschke (l.) in dem neuen Stellwerk im CHEMPARK Leverkusen. Mit im Bild: CHEMPARK-Leiter Dr. Ernst Grigat, Werner Völkel, Leiter CHEMPARK-Infrastruktur, und Fahrdienstleiter Olaf Kaiser.


Große bahnbetriebliche Veränderungen auch am Standort Leverkusen. Container-Tragwagen mit Gefahrstoff-Containern, die bisher über Köln-Eifeltor, Köln-Gremberg oder über Köln-Eifeltor im Einzelwagenverkehr in den CHEMPARK gelangten und umständlich von Nord im sogenannten "Sägezahn-Verfahren" unter den Brückenkran des Containerterminal X90 rangiert werden mussten, haben es seit dem 3. September 2014 leichter. An diesem Tage genehmigte die Landesregierung in Düsseldorf eine zweigleisige Direktverbindung von Süd, ausgehend von der öffentlichen Trasse der Eisenbahn Köln-Mülheim-Leverkusen (EKML), als öffentliche Zugfahrstraße direkt unter den Containerkran an X90-West.

Jedes öffentliche Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU), selbstverständlich auch das EVU Chemion, darf diese neue Güterzugtrasse bei entsprechender Voranmeldung nutzen, um den wachsenden Containerverkehr in oder aus dem CHEMPARK auf umweltfreundliche Art und Weise im Auftrage der Kunden zu bewältigen. Diese mit den Anteilseignern abgestimmte Investition in den Fahrweg Schiene ist Bestandteil des Eisenbahn-infrastruktur-Großprojektes "Sicherheitstechnische Ertüchtigung des Bahneingangsbereichs Leverkusen-CHEMPARK".

Hauptprojektziel war die Ersatzinvestition für das Stellwerk X45, das als elektronisches Rangierstellwerk am 16.09.2013 das alte Relaisstellwerk von 1964 ablöste. Eine letzte eisenbahnsicherungstechnische Komponente, die sogenannte Blockschnittstelle mit dem benachbarten DB-Netz-Stellwerk Köln-Mülheim Mf, soll bis Ende Juli d.J. in Betrieb gehen. Projektleiter für dieses Zukunftsprojekt Bahngüterverkehr für den CHEMPAK-Standort Leverkusen ist Heinz Holtschke, Eisenbahnbetriebsleiter für die EKML und den Gleisanschluss Leverkusen-CHEMPARK.

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