Betrieb - 05.11.2014

CHEMPARK-Leiter Dr. Ernst Grigat im Interview

GATE öffnet Tür zu höherer Attraktivität des CHEMPARK

Dr. Ernst Grigat, CHEMPARK-Leiter


Auch wenn es sich manch staugeplagter Pendler nicht vorstellen kann, der Verkehr auf Deutschlands Straßen wird weiter zunehmen. Deshalb investieren der CHEMPARK-Betreiber CURRENTA und seine Logistik-Tochter Chemion schon heute in eine morgen auch noch leistungsfähige Infrastruktur. Aktuelles Beispiel dafür sind die aufeinander abgestimmte Einführung von GATE und der Umbau des Autohofes im CHEMPARK Dormagen. Dr. Ernst Grigat kündigt im Gespräch weitere Projekte und Maßnahmen an, mit denen sich CURRENTA für eine effiziente Infrastruktur im und rund um die Standorte einsetzt.

Herr Dr. Grigat, welche Vorteile bietet GATE für die drei CHEMPARK-Standorte?
Ernst Grigat:
Der Hauptvorteil ist eine Verkürzung der Lkw-Abfertigungszeit um rund ein Stunde. Dies erreichen wir über elektronische Erfassungssysteme, die den Warenein- und -ausgang beschleunigen. Die Automatisierung hilft zudem, Übertragungsfehler zu vermeiden. Damit schaffen wir ein System, von dem unsere Kunden profitieren. Wir hoffen, damit die Kundenzufriedenheit weiter steigern zu können. Dies bedeutet letztendlich eine Steigerung der Attraktivität des CHEMPARK.

Kann solch eine Lösung zum Standard in der Branche werden?
Ernst Grigat: Aus unserer Sicht wäre eine übergreifende standardisierte Lösung in der chemischen Industrie hilfreich, weil sie allen Beteiligten Vorteile in Sachen Transparenz, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit bringt. Wir würden uns über eine Standard-Lösung freuen. Mögliche Synergieeffekte könnten durch einen Standard erzielt und Potenziale für die gesamte Chemie-Logistik ausgeschöpft werden. Gespräche und Überlegungen finden in den entsprechenden Gremien ja auch bereits statt.

In welcher Weise hat sich die schrittweise Umsetzung von GATE – erst Krefeld-Uerdingen, dann Leverkusen und jetzt Dormagen – bewährt?
Ernst Grigat: Die schrittweise Umsetzung war sinnvoll, um die an einem Standort gemachten Erfahrungen in die Maßnahmen an den anderen Standorten als kontinuierlichen Verbesserungsprozess einfließen zu lassen. Zudem haben wir die zeitliche Planung an die örtlichen Gegebenheiten und Projekte angepasst. So ließ sich GATE in die Erweiterung des Autohofes in Dormagen gut einfügen. Denn an diesem Standort sind wir aufgrund steigender Transportzahlen an die Kapazitätsgrenze gestoßen. Mit der Umgestaltung des Autohofes haben wir die Verkehrsführung komplett neugestaltet. Verkehrsführung und GATE sind aufeinander angepasst worden – ein Plus für den reibungslosen, gleichmäßigen und sicheren Verkehrsfluss. Zum anderen haben wir sichergestellt, dass auch die klassische Abfertigung ohne Verkehrsprobleme möglich bleibt.

Ein Blick in die Zukunft: Wie wird sich das Verkehrsaufkommen in den nächsten Jahren entwickeln?
Ernst Grigat: Nach Prognosen von Straßen.NRW ist davon auszugehen, dass der Warenverkehr weiter zunimmt, auch per Lkw über die Straße. Als CHEMPARK unternehmen wir bereits viel und nutzen intensiv die uns zur Verfügung stehenden alternativen Verkehrsträger Bahn oder Schiff. Allein in Leverkusen schlagen wir beispielsweise rund zwei Millionen Tonnen pro Jahr über den Hafen um. Die Nutzung der Alternativen ist allerdings begrenzt. Denn der Schiffsverkehr erreicht nicht jeden Kunden, Verladekapazitäten sind auch hier begrenzt. Kurze Strecken – beispielsweise von Dormagen nach Leverkusen - lohnen sich nicht per Schiff. Und die Infrastruktur der Bahn ist genauso wie die der Straße in den letzten Jahrzehnten im Rheinland vernachlässigt worden. Trotz alternativer Verkehrsträger wird der Lkw-Verkehr weiterhin gebraucht.

Vor welchen Herausforderungen stehen in diesem Zusammenhang die CHEMPARK-Standorte?
Ernst Grigat: Für uns ist es wichtig, ein effizientes System an den Autohöfen zu etablieren. Wenn wir von zunehmenden Transporten ausgehen, müssen wir die Autohöfe so gestalten, dass sie den Anforderungen bestmöglich gerecht werden. In Dormagen haben wir dies bereits umgesetzt. In Leverkusen bereiten wir den Umbau des Lkw-Hofes vor. In Krefeld-Uerdingen haben wir genehmigungsrechtliche Einschränkungen und arbeiten daran, dass wir auch wieder 24 Stunden an- und abliefern können. Natürlich haben wir bei unseren Aktivitäten immer die Auswirkungen auf die öffentlichen Straßen im Blick. Das heißt: Rückstaus auf die öffentlichen Straßen gilt es zu vermeiden.

Wie und wo setzt sich CURRENTA für eine gut funktionierende Logistik ein?
Ernst Grigat: Zunächst einmal: Ohne funktionierendes Transportwesen ist die Wettbewerbsfähigkeit der Produktion an unseren Standorten gefährdet. Gerade bei unserer hohen Exportquote benötigen wir eine intakte Infrastruktur und offene Verkehrswege. Deshalb setzen wir uns für optimale Logistikprozesse ein und arbeiten an innovativen Lösungen anhand von aktuellen Entwicklungen und Trends. Hinzu kommt: 40 Prozent der Lkw-Transporte unseres Geschäfts sind ähnlich wie ein Treibstofftransport an eine Tankstelle als Gefahrguttransporte eingestuft. Deshalb sind wir darauf angewiesen, dass auf den Hauptverkehrsadern Autobahn und Hauptstraße ein Transport uneingeschränkt möglich ist und bleibt.

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