Netzwerke - 20.11.2014

Grösseres VE-Wasserangebot in Dormagen

Reine KundenflexibilitÀt

Die beiden tonnenschweren BehÀlter der Ionenaustauscheranlage wurden schwebend ins GebÀude gebracht.
Die beiden tonnenschweren BehÀlter der Ionenaustauscheranlage wurden schwebend ins GebÀude gebracht.


Im CHEMPARK Dormagen steigt der Bedarf an VE (Voll-Entsalztem)-Wasser. Gerade werden die Komponenten fĂŒr eine vierte Aufbereitungsstraße im GebĂ€ude A788 angeliefert, die im FrĂŒhjahr 2015 in Betrieb gehen soll und zu einer sicheren Versorgung mit dem Reinstwasser beitragen wird.

Wasser ist fĂŒr den menschlichen Organismus lebensnotwendig, aber auch in einem Chemiepark lĂ€uft ohne Wasser nichts. Die CURRENTA kĂŒmmert sich an allen drei CHEMPARK-Standorten darum, dass fĂŒr jeden Kunden-Prozess stets ausreichend das richtige Wasser verfĂŒgbar ist. Infolge neuer Investitionsprojekte von Bayer Material Science (BMS) und Bayer CropScience (BCS) steigt im CHEMPARK Dormagen der Bedarf an VE-Wasser. Nach zweijĂ€hriger Planungsphase wurden deshalb in der zweiten Novemberwoche die Anlagenteile fĂŒr eine vierte VE-Wasseraufbereitungs-Straße im GebĂ€ude A 788 angeliefert. Im Anschluss an Montage und technische Abnahmen im Dezember soll diese "Straße" mit einer Maximalleistung von 360 m3/h ab Anfang 2015 fĂŒr den Dauerbetrieb zur VerfĂŒgung stehen.

"Wir haben die VE-Wasserproduktion so dimensioniert, dass diese auch nach Bereitstellung des Mehrbedarfes am Standort Dormagen, den Kriterien einer "n-1" sicheren Versorgung entspricht. "n-1" bedeutet, dass auch bei Ausfall der grĂ¶ĂŸten Erzeugungseinheit der maximale Standortbedarf noch erzeugt werden kann", betont Armin Kreimer, Betriebsleiter Wasserversorgung in Dormagen.

Einsatzbeispiele VE-Wasser

VE- Wasser findet im CHEMPARK zum Beispiel in Kraftwerken bei der Dampferzeugung Verwendung. Denn normales Wasser (wie z. B. Trinkwasser) wĂŒrde aufgrund gelöster Salze zu Ablagerungen und SchĂ€den in den Dampfkesseln und auf den Turbinenschaufeln fĂŒhren. DarĂŒber hinaus kommt das hochreine Wasser in zahlreichen Produkten zum Einsatz, um unabhĂ€ngig von lokalen Unterschieden in der Wasserzusammensetzung eine gleichbleibende ProduktqualitĂ€t zu garantieren.

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Zentrale VE-Wasserversorgung setzt auf bewÀhrte Technik
Die vierte VE-Straße im GebĂ€ude ist bei baugleich aufgebaut wie die anderen aus den 1980er Jahren und nutzt eine damals bereits beim Bau angelegte KapazitĂ€tsreserve.
Die vierte VE-Straße im GebĂ€ude ist bei baugleich aufgebaut wie die anderen aus den 1980er Jahren und nutzt eine damals bereits beim Bau angelegte KapazitĂ€tsreserve.

"Eine VE-Anlage lĂ€sst sich als zentrale Erzeugungseinheit im CHEMPARK besonders gĂŒnstig betreiben", sagt Sebastian Reissner, CURRENTA-Betriebsingenieur. FĂŒr den Kunden habe dies den Vorteil, dass er die benötigte Wasserspezifikation fĂŒr seine Produktion Tag und Nacht in Anspruch nehmen kann, ohne extra Personal und Technik dafĂŒr vorhalten zu mĂŒssen. Die CURRENTA-Ingenieure entschieden sich aufgrund der rĂ€umlichen Gegebenheiten und der Einbindung in die Chemikalienversorgung wieder fĂŒr die Ionentauscher-Technologie. Denn die gute Infrastruktur im CHEMPARK ermöglicht den fĂŒr die Produktion notwendigen Bezug von SalzsĂ€ure und Natronlauge direkt aus den am Standort verfĂŒgbaren Verteilnetzen. DarĂŒber hinaus bot das bereits vorhandene GebĂ€ude A 788 genĂŒgend Platz fĂŒr eine vierte VE-Straße.

Das Innenleben der gummierten StahlbehĂ€lter – eine Kombination verschiedener Ionentauscherharze und die spezifische Anordnung von DĂŒsen – entstand nach den Vorgaben und Erfahrungswerten der CURRENTA-Ingenieure in Zusammenarbeit mit dem Anlagenlieferant KB.tec. Das Ergebnis ist eine nicht zu komplexe und deshalb solide, wenig störanfĂ€llig aufgebaute Anlage, die VE-Wasser mit einer sehr geringen LeitfĂ€higkeit von < 0,2 ”S/cm (Mikro-Siemens pro Zentimeter) produziert. Die eingesetzten Ionenaustauscherharze liefert dabei der mit Produktionsanlagen im CHEMPARK ansĂ€ssige Konzern LANXESS.

Da VE-Wasser nur kurzfristig oder technisch aufwĂ€ndig gelagert werden kann ohne die ProduktqualitĂ€t zu gefĂ€hrden, legten die Ingenieure bei der Anlagenplanung Wert auf eine lĂŒckenlose Messtechnik und permanente Online-QualitĂ€tskontrolle der Reinheit.

Cleverer Einbau in den Anlagenverbund
Beim Hineinziehen der BehĂ€lter konnte CURRENTA auf das Know-how und solide SeilzĂŒge von TECTRION zugreifen.
Beim Hineinziehen der BehĂ€lter konnte CURRENTA auf das Know-how und solide SeilzĂŒge von TECTRION zugreifen.

Aber bevor das besonders reine und fĂŒr viele chemische Prozesse wichtige Produkt in noch grĂ¶ĂŸerer Menge fĂŒr die CURRENTA-Kunden verfĂŒgbar sein wird, gilt es eine logistische Herausforderung zu meistern. Denn der Boden im GebĂ€ude A788 ist fĂŒr die Einbringung der StahlbehĂ€lter inkl. Sattelzug nicht ausreichend tragfĂ€hig. Deshalb muss nun jeder der etwa sieben Meter hohen, im Querschnitt 3,2 Meter messenden und 15 Tonnen schweren BehĂ€lter lastverteilend an seinen spĂ€teren Standort gebracht werden.

WĂ€hrend im FreigelĂ€nde ein Kranwagen an einer Seite die BehĂ€lter jeweils vom Sattelschlepper hebt, ziehen Zugketten/SeilzĂŒge von TECTRION, die an der GebĂ€udedecke befestigt sind, ihn an der anderen Seite in die Höhe. Über Laufkatzen gelangen die BehĂ€lter an ihren zukĂŒnftigen Aufstellort.

Die erfolgreiche Umsetzung im engen Zeitplan ist auch dem flexiblen Einsatz der Mitarbeiter der BetriebsfĂŒhrung und Betriebstechnik der Wasserversorgung im CHEMPARK Dormagen zu verdanken.

Fotostory: Einbau der BehÀlter
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