Gesellschaft - 06.10.2015

Im Dialog mit Nachbarschaft, Politik und Verbänden

Eine Frage des Vertrauens

Informationsveranstaltung im CHEMPARK für die Nachbarschaft zum Thema "Sicherheit"


Vertrauen ist eine der wichtigsten Grundlagen für erfolgreiches Wirtschaften und Handeln. Aber nicht nur hier, sondern auch um Alltag: Wir nutzen Flugzeuge, Autos und Züge und vertrauen darauf, dass die Technik funktioniert und die Fahrzeugführer uns sicher ans Ziel bringen. Wir trinken Leitungswasser und essen in Kantinen, ohne die Lebensmittel vorab zu prüfen. Wir tun in unserem Alltag viele Dinge, ohne die vollständige Kontrolle zu haben. Ja selbst, ohne alles im Detail zu verstehen. Wir verlassen uns vielmehr tagtäglich auf unsere Mitmenschen, auf deren Wissen und Verantwortungsbewusstsein, aber auch auf technische Standards und die Einhaltung gesetzlicher Regelungen. Wir vertrauen darauf, dass vieles in unserem Sinne funktioniert und akzeptieren es.

Einmal im Monat lädt der CHEMPARK die Nachbarn zu kostenlosen Rundfahrten ein.

So tun es auch die Nachbarn an den drei CHEMPARK-Standorten. Sie erleben – viele seit Jahrzehnten – dass Sicherheit und ein offener Dialog an erster Stelle stehen. Bei Führungen oder Tagen der offenen Tür können sie einen Blick "hinter den Zaun"werfen und in den CHEMPUNKT-Büros stellen sich die Mitarbeiter allen Fragen der Anwohner. "Der Dialog mit unseren Nachbarn ist eine wesentliche Voraussetzung für das Vertrauen und die Akzeptanz des CHEMPARK und aller darin arbeitenden Firmen. Hier engagieren wir uns mit viel Herzblut", sagt Geschäftsführer Dr. Günter Hilken. Dass dies auch von den Bürgerinnen und Bürgern honoriert wird, zeigt der CURRENTA-Akzeptanzbericht, dessen Ergebnisse in einem der nächsten Artikel im Kundenmagazin vorgestellt werden.

Auch die Firmen ihrerseits vertrauen darauf, dass die wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen in NRW und Deutschland langfristig stabil und international wettbewerbsfähig bleiben. "Wir als Manager und Betreiber des CHEMPARK beobachten kontinuierlich, welche Gesetzesänderungen in Brüssel, Berlin oder Düsseldorf diskutiert werden und schätzen mögliche Folgen für die hier ansässigen Betriebe ab. Sehen wir gravierende Nachteile für den CHEMPARK, dann suchen wir den Dialog mit den Entscheidern in Politik und Verwaltung. Dabei ist uns wichtig, dass wir die Fakten offen und transparent vermittelten", so Hilken.

Für die Aufbereitung der Fakten werden Experten aus unterschiedlichen Geschäftsfeldern der CURRENTA einbezogen. Besondere Bedeutung haben die Themen Energie- und Umweltrecht sowie Infrastruktur. Diese sind hochkomplex, ständig im Wandel und haben einen unmittelbaren Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der Chemieproduktion in Deutschland. Welche Leistungen die CURRENTA hier für die Kunden erbringt, ist ein Teil der Artikelserie in diesem Quartal.

Neben der Expertise in technischen und wirtschaftlichen Aspekten ist für CURRENTA der direkte Dialog mit Entscheidern und Experten aus den Firmen im CHEMPARK, mit Vertretern von Verbänden und Verwaltungen sowie mit politischen Mandatsträgern gleichermaßen wichtig. Deshalb bringen sich die Mitglieder der "Politischen Community“" von CURRENTA in unterschiedliche Meinungsbildungsprozesse ein. Sie führen persönliche Gespräche zu Energie-, Bildungs- oder Umweltthemen, organisieren Veranstaltungen oder nehmen an Parteitagen teil. Zudem wird zweimal im Jahr der Newsletter "Politik CURIER" herausgegeben. Es widmet sich aktuellen politischen Themen für Entscheider innerhalb und außerhalb des CHEMPARK.

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Geschäftsführung und Betriebsrat im Gespräch - Energiewende gemeinsam gestalten
Gruppenbild Innovationsforum Energiewende

Änderungen in der Energiepolitik haben einen direkten Einfluss auf die Produktionsbedingungen im CHEMPARK. Sie können die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und damit auch Arbeitsplätze gefährden. Vor diesem Hintergrund engagieret sich CURRENTA auf vielfältige Weise - ein separater Artikel zum CURRENTA-Geschäftsfeldsegment Energiepolitik folgt im weiteren Verlauf dieser Serie. Die CURRENTA-Geschäftsführung und die IG BCE setzen sich zudem in einer Reihe politischer Gremien für die CHEMPARK-relevanten Positionen ein. Geschäftsführer Dr. Günter Hilken und der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Detlef Rennings, Mitglied des Landesvorstandes der IG BCE, erklären die Motive.

Warum engagieren sich CURRENTA und die IG BCE beim Innovationsforum Energiewende?

Hilken: Die chemische Industrie ist ein großer Energieverbraucher und hat ein starkes Interesse an einer erfolgreichen Umsetzung der Energiewende. Wir leisten auch erhebliche Beiträge zu deren Gelingen. Aber wir müssen darauf hinwirken, dass die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass die Innovationskräfte in den Unternehmen gefördert werden und gleichzeitig die gesamtgesellschaftlichen Kosten für alle tragbar bleiben. Das „Innovationsforum Energiewende“ ist eine geeignete Plattform, um unsere Ideen und Forderungen in die Politik zu tragen. (Link: www.innovationsforum-energiewende.de)

Rennings: Die IG BCE vertritt die Beschäftigten energieintensiver Industrien, die konkret von der Energiewende betroffen sind. Wir setzen uns für die Sicherheit der Arbeitsplätze ein und wollen verhindern, dass die Beschäftigten am Ende die Rechnung zahlen: als Steuerzahler oder als Verbraucher.

Wie sieht die Unterstützung konkret aus?

Detlef Rennings, CURRENTA-Gesamtbetriebsratsvorsitzender

Rennings: Innerhalb des Innovationsforums diskutieren wir mit Unternehmensvertretern Ideen und Vorschläge, die zum Gelingen der Energiewende beitragen können. Dann stimmen wir eine gemeinsame Position von IG BCE, Betriebsräten und Unternehmensvertretern gegenüber der Politik ab, zum Beispiel in der Arbeitsgruppe Energieeffizienz.

Hilken: Wir beteiligen uns in den Gremien des Forums, im Steuerungskreis sowie in der Strategiegruppe, und bringen unsere Position auch im Interesse unserer Kunden auf Podiumsdiskussionen und Kongressen ein. Bei der gemeinsamen Veröffentlichung von Kernbotschaften zur Energiewende sind wir ebenso mit von der Partie wie bei Diskussionen mit politischen Mandatsträgern über aktuelle energiepolitische Kernthemen z. B. zum Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz, zum Erneuerbare Energien-Gesetz und dem zukünftigen Strommarktdesign.

Warum ist das gemeinsame Engagement aus Ihrer Sicht wichtig?

Dr. Günter Hilken, CURRENTA-Geschäftsführer

Hilken: Die chemische Industrie als Ganzes und damit auch die Firmen im CHEMPARK – stehen bei der Energiewende vor einer gemeinsamen Herausforderung. Wir müssen unsere Positionen daher wirkungsvoll vertreten. Das geht am Besten im Schulterschluss von Unternehmen und Gewerkschaften. Regelmäßig stattfindende Betriebsrätekonferenzen sind ein Forum zur Diskussion und Abstimmung energiepolitischer Positionen, die wir dann gemeinsam – Gewerkschaft, Unternehmen und Arbeitnehmervertreter – gegenüber der Politik vertreten. Und Gemeinsamkeit macht auch in diesem Falle stark.

Rennings: Die Energiewende ist gesellschaftlich gewollt und kann nur Akzeptanz finden, wenn sie ausgewogen gestaltet wird. Einseitige Belastungen für die Beschäftigten oder für die Unternehmen bergen ein hohes Risiko und gefährden den sozialen Frieden. Klar ist: Es geht nur gemeinsam!

Interessenvertretung ist kein zwei Personen-Stück

CURRENTA ist dort präsent, wo für die Firmen im CHEMPARK wichtige Entscheidungen getroffen und Rahmenbedingungen festgelegt werden. Auf der politischen Bühne – lokal, regional sowie bundes- und europaweit. Als Experten in Ausschüssen, Gremien und Verbänden, als Partner und Ansprechpartner für Politik, Wirtschaft und Nachbarschaft engagieren sich viele CURRENTA-Mitarbeiter und gehen in den offenen Dialog. An vorderster Stelle – die Geschäftsführung der CURRENTA. Es geht um Vertrauen und Akzeptanz für die Prozesse, die im CHEMPARK ablaufen.

Was sind die relevanten politischen Themen, bei denen Sie sich CURRENTA engagiert?

Hilken: Da die Politik die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft setzt, sind wir überall da engagiert, wo unsere Kunden im CHEMPARK unmittelbar betroffen sind. Das sind vor allem die Themen Energiewende, Infrastruktur und Industrieakzeptanz. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Energiewende sind inzwischen in jedem Haushalt angekommen. Ebenso der Rückstand beim Erhalt unserer Brücken und Straßen, den viele im täglichen Stau wahrnehmen. Für Spediteure und die Wirtschaft bedeutet dies höhere Transportkosten. Ebenso wichtig sind die Änderungen in der Umweltgesetzgebung, die lange in Expertenkreisen diskutiert werden, die aber massive Auswirkungen auf die Chemieanlagen oder die Chemieprodukte haben können. So beeinflusst beispielsweise die Wasserrahmenrichtlinie unsere Einleitegenehmigung für Stoffe aus der Kläranlage oder sie legt die Menge an Kühlwasser fest, die in den Rhein geleitet werden darf. Auch die IED-Richtlinie ist hier zu nennen. Sie wirkt sich direkt auf die Emissionsanlagen im CHEMPARK aus. Und in den technischen BREF-Dokumenten wird auf europäischer Ebene ein Stand der Technik definiert, der ab Gültigkeit der Dokumente zum Rückbau von Altanlagen führen kann. Die Chloralkalielektrolyse ist ein Beispiel dafür. Und eines muss auch klar sein: Diese Vielfalt an Fachthemen und an politischem Gesprächsbedarf kann nicht von Herrn Wagner und mir im Alleingang bewältigt werden. Die politische Arbeit und der Nachbarschaftsdialog ist kein Zweipersonenstück; da sind viele mit einbezogen.

(v.l.n.r.): Dr. Michael Träger - Vestolit, Hans-Jürgen Mittelstaedt - VCI NRW, Thomas Wessel - Evonik, Minister Duin, Frank Löllgen - IG BCE, Günter Hilken - CURRENTA, Hans Christian Markert - Bündnis 90 / Die Grünen NRW.

Wie bringt sich die Geschäftsführung der CURRENTA bei diesen Themen ein?

Hilken: Wir tauschen uns persönlich mit den politisch Verantwortlichen über die genannten Fachthemen aus. Als Vorstandsvorsitzender des Verbandes der chemischen Industrie in NRW habe ich Kontakte zu den Top-Entscheidern in der NRW-Landespolitik, der Bundespolitik sowie auf EU-Ebene. Neben den Gesprächen im kleinen Kreis, nutzen wir größere Foren für einen offenen Dialog, wie Parlamentarische Abende oder politische Frühstücke. Zudem beteiligen wir uns an unterschiedlichen Initiativen und Allianzen. Neben dem bereits vorgestellten "Innovationsforum Energiewende", arbeiten wir mit beim "Chemiegipfel" oder "Dialog schafft Zukunft". Beides sind Initiativen, in denen Unternehmen, Gewerkschaften und Politik Strategien entwickeln, um die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes NRW zu sichern und um für mehr Industrieakzeptanz zu werben. Uns liegt darüber hinaus viel daran, unseren Gesprächspartnern aus der Politik Einblicke in den Arbeitsalltag eines Chemieparks zu vermitteln. In den vergangenen Jahren haben rund 100 Landes- und Bundespolitiker unsere drei CHEMPARK-Standorte besucht. Wir haben die meisten persönlich begleitet. Wichtig ist uns auch der Austausch mit Nichtregierungs-Organisationen (NGO's), etwa mit dem BUND oder dem NABU, über aktuelle Themen, die meistens standortspezifisch sind. Eine Plattform auf der gemeinsame Ziele und Handlungsschritte für mehr Klimaschutz landesweit diskutiert werden, ist der "KlimaDiskurs NRW". Hier ist CURRENTA seit 2015 Mitglied.

Wie bewerten die Kunden im CHEMPARK den Wert der Arbeit, die CURRENTA im Bereich "Public Affairs" und Nachbarschaftsdialog leistet?

Hilken: Generell wird die Arbeit von unseren Kunden wahrgenommen und auch für wertvoll erachtet. Allerdings tun wir uns schwer, beispielsweise die Wirkung einzelner gesetzlicher Entwicklungen auf die Betriebe zu berechnen. Wir können mehr auf die generelle Wirkung wie z. B. mehr Luftfilteranlagen hinweisen. Die Bereitschaft, die gesetzesbegleitende Arbeit auch entsprechend zu vergüten, ist daher gering. Einfacher ist es, bei drohenden Stoff- oder Einleiteverboten sowie der Mitarbeit an BREF-Dokumenten. Hier möchten einzelne Kunden, dass wir die Entwicklung fachlich begleiten. Dazu kommt die Vielfalt der Firmen, die sich aus einem ehemals monolithischen Block entwickelt haben. Dadurch steigen die Zahl der Ansprechpartner und die unterschiedlichen Interessen. Nicht alle sind in gleichem Maße von Wasser-, Boden- oder Luftthemen betroffen. Und die Themen haben oft einen langen zeitlichen Vorlauf. Man muss allerdings möglichst von Anfang an dabei sein, um die Interessen glaubhaft und fachlich überzeugend vertreten zu können. Das wollen die meisten nicht bezahlen.

Einige Kunden sind zudem selber politisch aktiv. Mit manchen gelingt die Zusammenarbeit. Es wäre für alle Kunden im CHEMPARK effizienter, wenn wir ein politisches Netzwerk hätten, in dem sich die Beteiligten austauschen und im besten Falle auch koordinieren würden. Denn eines ist auch klar: Die Themen werden eher mehr denn weniger. Und die Zahl der Mitarbeiter für die politische Arbeit steigt nicht im gleichen Maße.

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