Netzwerke - 03.11.2015

CURRENTA unterstützt VCI Verkehrsinfrastruktur-Initiative

Leistungsfähige Transportwege für die Industrie

Kurze und leistungsfähige Transportwege sind die Grundlage für effiziente und umweltgerechte Transporte. So wie die direkte Anlieferung von Sonderabfällen in das Entsorgungs- und Recyclingzentrum des CHEMPARK Leverkusen.
Kurze und leistungsfähige Transportwege sind die Grundlage für effiziente und umweltgerechte Transporte. So wie die direkte Anlieferung von Sonderabfällen in das Entsorgungs- und Recyclingzentrum des CHEMPARK Leverkusen.


Wenn sich der Verkehr auf den Straßen dauerhaft staut, dann sind pünktliche Anlieferungen und Abtransporte von Rohstoffen und Produkten kaum noch möglich. Für eine kontinuierliche Produktion stellt diese Rahmenbedingung ein schwieriges, im Einzelfall sogar ein unüberwindbares Hindernis dar. Die Verkehrsinfrastruktur-Initiative des Verbands der chemischen Industrie (VCI) hat sich dieser Problematik konkret angenommen. Als Experte vertritt Martin van Nooy, Leiter Standortlogistik bei CURRENTA, die Interessen für den CHEMPARK.

Die chemische Industrie zählt zu den transportintensivsten Branchen in Deutschland. Für sichere Chemietransporte ist eine optimale Verkehrsinfrastruktur grundlegende Voraussetzung. "Gerade mit unserer Lage an einem der größten Verkehrsdrehkreuze in Europa sind wir im CHEMPARK auf eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur für die Rohstoffversorgung und den Produkttransport über alle Verkehrswege angewiesen. Dies ist entscheidend, damit alle Kunden kontinuierlich produzieren, ihre Auftraggeber beliefern und damit wettbewerbsfähig bleiben können. Hier ist in den zurückliegenden Jahren aus unserer Sicht viel zu wenig investiert worden", betont van Nooy. "Dies gilt nicht nur für den Verkehrsträger Straße, sondern auch für den für die Chemiebranche sehr wichtigen Gütertransport per Bahn und Binnenschiff", so van Nooy. Er gehört seit Gründung des Arbeitskreises zu dem Expertenteam mit Vertretern von BASF, Dow Chemicals, Evonik, LANXESS, Merck und Wacker sowie den Chemieparkbetreibern Infraserv Knapsack und CURRENTA.

32 Jahre Stau

Ortstermin an der Leverkusener Autobahnbrücke: CHEMPARK-Leiter Dr. Grigat mit NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (r.).
Ortstermin an der Leverkusener Autobahnbrücke: CHEMPARK-Leiter Dr. Grigat mit NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (r.).

Die Problematik vor allem auf den Straßen drücken die Zahlen aus: 475.000 Staus hat der ADAC im Jahr 2014 auf den Autobahnen in Deutschland gezählt. Insgesamt stand der Verkehr auf einer Gesamtlänge von fast einer Millionen Kilometer still - so viel wie nie zuvor. Die Wartezeit summiert sich auf 285.000 Stunden, das entspricht mehr als 32 Jahren. NRW lag mit 30 Prozent an der Spitze1. Grund hierfür sind neben einem zunehmenden Verkehrsaufkommen und weiter steigendem Transitverkehr vor allem marode Straßen und gesperrte Brücken, die zu Engpässen führen. Nach Prognosen des Bundesverkehrsministeriums steigt die Transportleistung im Güterverkehr in der Summe der Verkehrsträger bis zum Jahr 2030 um 38 Prozent2.

Quellen: 1ADAC, 2Verkehrsprognose 2030 des Bundesministeriums für Verkehr

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Interessen bei Politik zu Gehör bringen
Martin van Nooy
Martin van Nooy

Mit einer funktionierenden Infrastruktur und hervorragender Erreichbarkeit steigt die Attraktivität der Standorte. Das gilt für Unternehmen, Investoren und Beschäftigte gleichermaßen. "In der VCI Initiative Infrastruktur thematisieren wir die vorhandene Infrastrukturproblematik deutschlandweit für alle Verkehrsträger. Wir wollen unsere Position bei den Entscheidungsträgern in der Politik zu Gehör bringen. Zudem gilt es für uns, in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für unser Anliegen zu schaffen sowie eine Kommunikation und Verständnis aufzubauen", so van Nooy.

Immerhin: Nach einer Studie des Deutschen Instituts der Wirtschaft sehen 64 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit durch Mängel im Straßenverkehrsnetz beeinträchtigt1. Gemeinsam definiert der Arbeitskreis die deutschlandweit aus Branchensicht wichtigsten Verkehrsinfrastrukturprojekte, um weiterhin und langfristig rechtzeitige Belieferung bei höchster Transportsicherheit auf allen Wegen zu erzielen.

1IW Studie 2/2014

Erste Erfolge auf höchster politischer Ebene
Die VCI-Projektgruppe mit Martin van Nooy (4.v.l.) überreicht das Positionspapier zur Verkehrsinfrastruktur an den Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann (5.v.l).
Die VCI-Projektgruppe mit Martin van Nooy (4.v.l.) überreicht das Positionspapier zur Verkehrsinfrastruktur an den Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann (5.v.l).

Die monatlichen Treffen haben bereits zu ersten Erfolgen geführt: Ein erarbeitetes Positionspapier mit dem Titel "Die wichtigsten Verkehrsinfrastrukturprojekte für die chemische Industrie" wurde an Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, überreicht. Der regelmäßige intensive Austausch auf politischer Ebene hat zu einer erheblichen Aufmerksamkeit in Medien und Politik geführt. Zudem stehen regelmäßige Treffen mit Verkehrsexperten aus den Ministerien der Länder und des Bundes auf dem Programm. Bei Podiumsdiskussionen und etlichen Veranstaltungen sind die Fachleute als Gesprächspartner vertreten. Novum: Sie nehmen auf Einladung der Bezirksregierung Köln regelmäßig an den Sitzungen der Konferenz zur Koordinierung von Großbaustellen in NRW teil. "Auch manche Verbände sehen die chemische Industrie mit dieser Initiative als Flaggschiff für die Interessen zur langfristigen Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur", erklärt van Nooy.

VCI Initiative Infrastruktur vor Ort
Die Leverkusener Rheinbrücke steht beispielhaft für die Probleme mit der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur
Die Leverkusener Rheinbrücke steht beispielhaft für die Probleme mit der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur


Die Bedingungen und Herausforderungen mit der Politik und den Prozessbeteiligten an Ort und Stelle zu erörtern und sich ein konkretes Bild von den Problemen machen zu können – das ist das Ziel von Vor Ort-Besuchen, die der Arbeitskreis in diesem Jahr gestartet hat. Bei diesem Runden Tisch diskutieren die Arbeitskreisvertreter mit den Lokalpolitikern und Entscheidungsträger vor Ort und nehmen bei Besichtigungen die entsprechenden logistischen Herausforderungen unter die Lupe. Stattgefunden hat bereits ein Treffen im Chemiepark Knapsack sowie im Industriepark Marl. "Wir haben uns die Probleme der Binnenschiffe vor maroden Kanal-Schleusen genauso angesehen wie die LKW-Abfertigung als besondere logistische Herausforderung", betont van Nooy. Für die Zukunft sind weitere Ortstermine geplant.

Stadtverträgliche LKW-Navigation auf Vorrangrouten

Ein- und Ausfahrten werden im CHEMPARK durch Gate vereinfacht und beschleunigt. Dies ist Teil einer elektronischen Lösung zur effizienteren Logistik von Waren mit LKW.


Um knappe Straßenkapazitäten besser ausnutzen zu können, spricht sich die VCI Initiative Infrastruktur auch für die überregionale Nutzung eines Systems zur stadtverträglichen LKW-Navigation auf festgelegten Vorrangrouten aus. Im Ruhrgebiet wird es bereits erfolgreich eingesetzt. Basierend auf innovativen, mit speziellen LKW-Attributen (Höhe/Breite/Gesamt-Gewicht/Gefahrgut etc.) versehenen Kartenwerken führen dort LKW-Navigationsgeräte der neuesten Generation die Fahrer auf von den Kommunen festgelegten Wegen zum Zielort. Der Clou: "Für LKW ungeeignete bzw. gar gesperrte Straßen werden nicht vorgeschlagen. Wenn wir das auch hier ans Laufen bringen, sollten Zeiten querstehender LKW vor der Bayer Konzernzentrale in Leverkusen oder am LANXESS-Tower in Köln endgültig vorbei sein", so van Nooy. Er steht hierzu in engem Kontakt mit den IHK und der Projektleitung beim VRS.

Daten rund um den Transport

Im Jahr 2013 wurden in Deutschland etwa 221 Millionen Tonnen chemischer Erzeugnisse (ohne Pipeline) transportiert. Davon:

  • 63,1 Prozent über Straße,
  • 13,8 Prozent per Schiene und
  • 10,2 Prozent mit dem Binnenschiff sowie
  • 2,9 Prozent Seeverkehr (Quelle: Stat. Bundesamt).

Als eine der transportintensivsten Branchen verantwortet die chemische Industrie rund 6 Prozent des gesamten Güterverkehrsaufkommens. Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Nordrhein-Westfalen beschäftigt in 500 Standorten rund 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der erwirtschaftete Umsatz liegt bei rund 54 Mrd. Euro.

  • Straßennetz in Deutschland: 630.000 Kilometer mit 120.000 Brücken
  • Schienennetz in Deutschland: 38.000 Kilometer mit 27.000 Brücken
  • Binnenwasserstraßen in Deutschland: 7.700 Kilometer mit 300 Schleusen
Ziel der VCI-Verkehrsinfrastruktur-Initiative

Ziel der "Initiative Infrastruktur" des VCI ist es, dem Erhalt und der Modernisierung des Verkehrsnetzes in Deutschland die notwendige politische Unterstützung zu verschaffen. Sie hat sich auf die Fahnen geschrieben, die alte, weit über die Grenzen bekannte Qualität und Leistungsfähigkeit des deutschen Straßen-, Schienen- und Wasserwegenetzes wiederherzustellen und zu tragbaren Kosten optimal auf die Transportanforderungen der Zukunft vorzubereiten. Mit ihrem Know-how kann sie die Politik beraten, wo zügig gehandelt werden muss.

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