Netzwerke 20. November 2018

Die perfekte Plattform für produktnahes Kunststoffwissen

11. Forum Kunststoff-Analytik

Die Referenten des 11. Forums Kunststoff-Analytik
Die Referenten des 11. Forums Kunststoff-Analytik

Mit der Erkenntnis "Nach dem Forum ist vor dem Forum" könnte man sich als fußballaffiner Kunde trösten, wenn man das Forum Kunststoff-Analytik mit seinen vielfältigen Anwendungsbeispielen verpasst hat. Aber wieso warten? Das Kundenmagazin hat die wichtigsten Inhalte der Vorträge in diesem Jahr zusammengefasst. Bei Detailfragen gibt gerne der Fachansprechpartner Auskunft.

Ein ausgewogener Blend aus praxisnaher Analytikkompetenz sowie aktuellen Forschungserkenntnissen machten auch das 11. Forum Kunststoffanalytik, am 9. November 2018,  wieder zu einem Erfolg für die CURRENTA. Denn rund 80 Personen waren ins BayKomm in Leverkusen gekommen, um den Vortragen der Fachreferenten aus dem Fraunhofer-Institut LBF, der Universität Halle-Wittenberg sowie der CURRENTA Analytik zu folgen, zu diskutieren und sich einfach nur, wie jedes Jahr, wieder zu sehen.

Fraunhofer-Forscher Dr. Robert Brüll machte den Auftakt, indem er Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten der mehrdimensional flüssigkeitschromatografischen Verfahren gab, mit denen sich polymere Materialien detailliert analytisch charakterisieren lassen. Dabei ging er auch auf den Einsatz der „kritischen Chromatographie“ zur Charakterisierung von Polycarbonaten sowie auf die Charakterisierung von Ethylen/Propylen-Copolymeren mittels Flüssigkeitschromatografie bei erhöhter Temperatur unter Einsatz von Graphit-Trennphasen ein (ebenfalls bei Currenta-Analytik verfügbar).

Dr. Lutz Lehmann gab Einblick in den bei CURRENTA Analytik vorhandenen Methodenverbund zur  detaillierten Analyse  von Polyurethanen.
Dr. Lutz Lehmann gab Einblick in den bei CURRENTA Analytik vorhandenen Methodenverbund zur detaillierten Analyse von Polyurethanen.

Drei Praxisbeispiele für Kunststoffanalytik

Anschließend zeigte Dr. Dina Gabriel in ihrem Vortrag, wie CURRENTA kleine Kräfte mit großer Wirkung in der Materialanalytik einsetzt. Mithilfe einer Nadel im Zwergenmaßstab „erfühlt“ sie die  Kratzfestigkeit, Härte, Elastizität oder Abriebfestigkeit von Oberflächen und Beschichtungen. Die per Nanoindentation hochaufgelöst gewonnenen lokalen Materialerkenntnisse geben Auskunft über die Qualität von Kratzfestlacken auf Autosonnendächern oder von Metallschweißnähten. Die Technik eignet sich für alle Materialien – beginnend von weichen Klebern über Gummi und Thermoplasten bis hin zu Glas, Metallen und Keramik.

Beate Weiß präsentierte anschaulich, dass es auf jeden Partikel ankommt. Mit ihrem Elektronenmikroskop kann sie pro Probe bis zu 200.000 Partikel genau und individuell im Hinblick auf Morphologie und Chemie untersuchen. Auf diese Weise lässt sich zum Beispiel die technische Sauberkeit bei Produkten der Automobilbranche, Baugruppen der Elektronikbranche oder Pharmaprodukten überprüfen. Konkret erlaubt diese Technik, Verunreinigungen zu finden, wie zum Beispiel nichtmetallische Einschlüsse im Stahl.

Einblick in die vielfältigen Einsatzgebiete der DOSY-NMR-Spektroskopie gab der Vortrag von Dr. Johanna Becker. Mit diesem Analyseverfahren lassen sich zum Beispiel verschiedene Komponenten komplexer Mischungen unterscheiden, Polycarbonat-Copolymere charakterisieren sowie Größen abschätzen. Das Leistungsspektrum der NMR (Nuclear Magnetic Resonance)-Spektroskopie im Allgemeinen erstreckt sich von der Reinheitsbestimmung über die Restkomponentenidentifikation und quantitative Bestimmung bis hin zur Bestätigung der Identität und Strukturaufklärung. Bezogen auf Polymere heißt dies, dass sich auf diese Weise Additive identifizieren, Kettenlängen sowie copolymere Anteile bestimmen lassen und auch „Fingerprinting“ möglich ist.

Methodenverbund erlaubt Analysen für jeden Kunststoff

Neben diesen Spezialanwendungen zeigte die CURRENTA Analytik am 9. November 2018 aber auch, dass man sich mit der Analyse von Polymeren gut auskennt, vor allem Polyurethan, einen der im Haushalt vielfältig eingesetzten Kunststoffe – auf dem wir schlafen, sitzen und gehen, mit dem lackiert und vor allem viel isoliert wird, um Energie zu sparen. Dr. Lutz Lehmann veranschaulichte in seinem Vortrag, dass CURRENTA über einen leistungsfähigen Methodenverbund aus GC, NMR, IR und Kennzahlen verfügt, der es erlaubt zum Beispiel die Ursachen für Verunreinigungen, Geruch oder die Zusammensetzung unbekannter Proben festzustellen. Auf diese Weise lassen sich Beschichtungen und Lacke, Folien, aber auch Verbundmaterialien, Isolierungen und Klebstoffe untersuchen, die in der Automobil-, Bau- oder Haushaltsbranche vielfältig eingesetzt werden.

Preiswerte Methode mit hohem Erkenntnisgewinn

Prof. Kay Saalwächter von der Universität Halle-Wittenberg, der mit seinem Vortrag das diesjährige Forum abschloss zeigte, dass der Einsatz der vergleichsweise preiswerten Niederfeld-NMR in der Charakterisierung von Thermoplasten und Elastomeren vielfältige interessante Möglichkeiten bietet. So schilderte er die verblüffend einfache Bestimmung harter und weicher Bestandteile in mehrphasigen Polymermaterialien sowie die Quantifizierung von kristallinen Anteilen. Etwas aufwändiger, wenngleich absolut routinetauglich, verspricht sein Ansatz zu sein, polymere Netzwerke mittels Niederfeld-NMR zu untersuchen. Selbst die Verteilung der Netzwerkdichten lassen sich nach Einschätzung des Forschers auf diese Weise erkennen. Die CURRENTA Analytik verfügt ebenfalls über Niederfeld-NMR-Messgeräte.

Guter Themenmix sorgte für lebendige Fragerunde

Das Interesse am Know-how der Forscher und Kunststoffexperten, das den Hochschul- und CURRENTA-Vertretern bei der Fragerunde auf dem Podium entgegengebracht wurde, war groß. Zahlreiche Detailfragen zeigten, dass CURRENTA auch dieses Jahr wieder die für Kunden wichtigen Themen aufgegriffen hatte.

"Dies wird uns hoffentlich auch wieder im kommenden Jahr gelingen, wenn die CURRENTA zum 12. Forum Kunststoffanalytik einlädt", erklärt Gastgeber Dr. Alexander Karbach, Leiter des CURRENTA-Labors für Oberflächen- und Festkörperanalytik.

Weitere Informationen zum Leistungsspektrum der CURRENTA Analytik finden Sie hier.  

 

Fotogalerie: Impressionen vom 11. Forum Kunststoff-Analytik

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