Netzwerke 18. April 2018

Perspektiven und neue Produkte im Zeichen der Digitalisierung

Kundenevent CHEMPARK & Sicherheit

Die Moderatoren präsentierten spannende digitale Lösungsansätze - auf der Bühne (v. l. n. r.): Mark Mätschke, Björn Bansemer, Stephan Hummel.
Die Moderatoren präsentierten spannende digitale Lösungsansätze - auf der Bühne (v. l. n. r.): Mark Mätschke, Björn Bansemer, Stephan Hummel.

Ein brennender Absetzbehälter, die Flammen schlagen meterhoch. In vielleicht zehn Metern Entfernung steht eine Personengruppe und beobachtet neugierig das Geschehen. Eine Flugdrohne kreist über dem Ereignis. Plötzlich schlagen die Flammen höher. Die Strahlungshitze ist am ganzen Körper spürbar.

Alles nur eine Übung: keine Gefahr, die Mitarbeiter der Werkfeuerwehr- und des Security Managements stehen direkt daneben. Als eine von diversen Live-Vorführungen im Rahmen des ersten Kundenevents von CURRENTA-CHEMPARK & Sicherheit (CPS) diente der brennende Tank zur Veranschaulichung der Einsatzmöglichkeiten von Drohnen im Chemiepark. Was die Gruppe von Betriebsleitern der CHEMPARK-Partner, die das Geschehen beobachtete, nämlich nicht sehen konnte: ein verunfallter Mitarbeiter - in diesem Fall zum Glück nur eine Puppe - lag hinter dem Feuer am Boden. Auf den Live-Bildern, die von der CURRENTA-eigenen Drohne, direkt auf die große LED-Wand in der Fahrzeughalle der Leverkusener Werkfeuerwehr übertragen wurden, war der 'Verletzte' aus der Vogelperspektive unmittelbar erkennbar.

Video

Neue Technologie und neue Produkte

'Sicherheit im Zeichen der Digitalisierung' war das Motto dieses neuen Formats, das Brandschutz, Umweltüberwachung und Security Management nutzten, um Projekte, Entwicklungen und neue Produkte vorzustellen, mit den Kunden ins Gespräch zu kommen und – last but not least – einen Blick in die Zukunft zu wagen. Drohnen helfen den Betrieben, Zeit und Kosten zu sparen. Aufnahmen in großer Höhe oder in schwer zugänglichen Bereichen sind unkompliziert und schnell zu realisieren. So lässt sich beispielsweise auf zeit- und kostenintensive Einrüstungen oder den Einsatz von Industriekletterern, Kränen usw. vielfach komplett verzichten. Selbst das Befliegen von engen Innenräumen ist möglich, wie die Schornsteinattrappen-Befliegung mit einer Käfigdrohne eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Inspektionsflüge, Wärmebildaufnahmen, Datensammlung zur Anlagenoptimierung, Film- und Fotoaufnahmen sowieso: "Das sind alles konkrete Leistungen, die wir heute schon anbieten", erklärt Joachim Beyer, Leiter Security Management. Aus Gründen der Sicherheit koordiniert das Security Management alle Drohneneinsätze im CHEMPARK zentral. "Einsatzaufklärungsflüge und die Dokumentation von Übungen sind Anwendungen, die wir aktuell in Erprobung haben. Bereits auf dem Plan für die nächsten Tests steht die automatisierte Bestreifung der Werksgrenzen", so Beyer weiter. Damit lassen sich die Überwachungsfrequenz steigern und automatisiert Daten zur Optimierung von Sicherheitskonzepten gewinnen. Emissionsüberwachung oder gar Luftmessungen sind Aufgaben, die Klaus Spieker, Leiter der Umweltüberwachung, in der Zukunft mit Drohnen bewältigen will.

Virtueller CHEMPARK

Einen Blick in die vielleicht nicht allzu ferne, technologisch aber in jedem Fall eindrucksvolle Zukunft eines digitalen CHEMPARK-Zwillings gewährte Mark Mätschke, Leiter Digitale Kommunikation und Moderator der Veranstaltung, als er die VR-Brille aufsetzte und die knapp 50 anwesenden Kunden mit auf eine Reise durch das virtuelle Modell des Entsorgungszentrums nahm. Über die eigene Blickrichtung steuerbar, ließ sich das digitale Modell völlig frei befliegen. Mätschkes dreidimensionale Perspektive im virtuellen Modell wurde dabei als zweidimensionales Bild auf die LED-Wand übertragen. Ein Hauch von Star Trek lag in der Luft, als er Verkehrsflussvisualisierungen und Gebäudedaten einblenden ließ und einen simulierten Brand anflog, zu dem Kameradrohnen die entsprechenden Wärmebildaufnahmen lieferten. Stephan Hummel, Leiter des Brandschutzes, zeigte sich jedenfalls begeistert von der Idee einer virtuellen Einsatzübung. Auch wenn aus den Kundengesichtern noch eher faszinierte Skepsis sprach, ließ sich doch die ungeheure visionäre Kraft der Digitalisierung erahnen.

Ebenfalls digital, dabei jedoch sehr konkret, bodenständig und sofort verfügbar, ist das elektronische Meldesystem. Über simples Vorhalten des Werksausweises vor ein Lesegerät wird die Anwesenheit von Personen im Betrieb oder am Sammelplatz in Echtzeit erfasst, was Heinz Imkamp, Leiter Technische Sicherheit bei Security persönlich demonstrierte. So ist im Räumungsfall sofort erkennbar, wer bereits in Sicherheit ist und ob sich noch Personen im gefährdeten Bereich befinden. "Wann kann ich das kaufen?", war die prompte Reaktion eines Lanxess-Betriebsleiters vom Standort Krefeld-Uerdingen nach der Live-Demonstration des Systems. "Wir fanden es beeindruckend, wie sehr sich die Sicherheit bei CURRENTA bereits mit dem Thema Digitalisierung auseinandergesetzt hat", sagte Olaf Köper, bei Lanxess zuständig für HSE, der das Event mit Kollegen besuchte. "Die präsentierten Lösungen zur Verbesserung der betrieblichen Sicherheit waren besonders spannend. Wir nehmen gleich ein paar Lösungsansätze mit und schauen nun, was wir davon bei uns einsetzen werden", so Köper weiter.

Alles ausser Brieftauben

Offene Türen rannte Brandschutz-Chef Stephan Hummel bei den Kunden mit der Ankündigung der Erneuerung der zentralen Werkswarnanlage ein. Das zukünftige Warnsystem wird auf den drei Modulen betriebliche Warnung über Glasfasernetz, mobile Warnung per App und Bildschirmwarnung am PC-Arbeitsplatz basieren. Angeregt wurde von Kundenseite dazu noch die Nutzung von LED-Warntafeln im Werk, um beispielsweise Fahrer von Fremd-LKW erreichen zu können.

Anschließen wird das neue Werkswarnsystem an die technisch und strukturell völlig neu aufgestellten Sicherheitszentralen. Björn Bansemer, Leiter der Sicherheitszentralen, stellte das Umbauprojekt, das Ende 2019 abgeschlossen sein soll, gemeinsam mit Stephan Hummel vor. Komplett vernetzt kann dann selbst bei Totalausfall der SIZE an einem Standort die SIZE eines anderen Standorts sofort übernehmen. Stärkere Standardisierung und eine systemoffene IT machen die SIZE zudem hoch anschlussfähig für die Betriebe. "Unser Ziel ist es, dass wir nach der Modernisierung alles verarbeiten können, außer Brieftauben!", brachte CHEMPARK-Leiter Lars Friedrich, gemeinsam mit dem Marketing-Chef der Standortleistungen Michael Holzer, Gastgeber des Kundenevents, das CURRENTA-Versprechen auf eine ebenso griffige wie ehrgeizige Formel.

Fotogalerie: Impressionen vom Kundenevent

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