Netzwerke 24. April 2018

Zahlen sprechen für CHEMPARK-Standorte

Erfolgreiches Geschäftsmodell

An den drei CHEMPARK-Standorten wurden vergangenes Jahr über 1,4 Mrd. Euro investiert.

Mehr als 1,4 Milliarden Euro für Neuinvestitionen und Instandhaltungen an allen drei Standorten, über 48.000 Beschäftigte, davon 2.100 Azubis: "Das sind erfreuliche Kennzahlen zum 10-jährigen Bestehen des CHEMPARK", sagte CHEMPARK-Leiter Lars Friedrich, der diese und weitere aktuelle Zahlen im Rahmen der Jahrespressekonferenz vor einigen Wochen an allen drei Standorten präsentierte.

Im vergangenen Jahr investierten die im CHEMPARK Leverkusen ansässigen Unternehmen rund 720 Millionen Euro in neue Anlagen und Instandhaltungsmaßnahmen. Die Summe setzt sich aus 387 Millionen Euro für neue Anlagen und 333 Millionen Euro für die Instandhaltung zusammen. Das sind die höchsten Werte in einer Dekade CHEMPARK.

2017 sind die Investitionen in neue Anlagen alleine am Standort Leverkusen um fast 100 Millionen Euro gestiegen. Auch an den beiden Schwesterstandorten in Dormagen und Krefeld-Uerdingen sind steigende Zahlen zu verzeichnen: Zwar liegen die Neuinvestitionen in Dormagen im vergangenen Jahr mit 185 Millionen Euro unter dem Rekordjahr 2015, als beispielsweise die TDI-Anlage von Covestro und der Steam Reformer von Air Liquide starteten. Dafür gaben die CHEMPARK-Unternehmen 2017 mit 261 Millionen Euro für Instandhaltungen noch einmal 13 Millionen Euro mehr aus als im Vorjahr. In Krefeld-Uerdingen investierten die im CHEMPARK ansässigen Unternehmen rund 300 Millionen Euro in neue Anlagen und Instandhaltungsmaßnahmen – 40 Millionen Euro mehr als im Vorjahr und nur sieben Millionen Euro weniger als der erhobene Bestwert seit Bestehen des CHEMPARK. Die Summe setzt sich aus 125 Millionen Euro für neue Anlagen und 174 Millionen Euro für die Instandhaltung zusammen. In den vergangenen zehn Jahren wurden am Standort Krefeld-Uerdingen insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro investiert.

CHEMPARK-Leiter Lars Friedrich betonte vor den Medienvertreter: „Das verdeutlicht die Attraktivität unsere Standorte und ist gleichzeitig ein wichtiges Zeichen für die Zukunft der Chemie im Rheinland.“

Investitionen sind keine Selbstläufer

Friedrich unterstrich aber auch, dass weitere langfristig angelegte Investitionen im CHEMPARK keine Selbstläufer seien. Der Austausch hierüber mit den politischen Entscheidungsträgern ist offen und konstruktiv. "Damit der CHEMPARK weiterhin seine Rolle als Beschäftigungs- und Fortschrittsmotor für die Region übernehmen kann, brauchen wir klare und praxisnahe Rahmenbedingungen", erklärt Friedrich. Die neue Landesregierung habe für die Industrie bereits einige positive Signale gesetzt. Die Absicht der Landesregierung, sämtliche vorhandenen Gesetze und Regeln systematisch auf Hemmnisse zu überprüfen, bewertete Friedrich als richtig und wichtig.

Ein richtiger Schritt sei es zum Beispiel auch, know-how-kritische Unterlagen nicht mehr im Rahmen von Anlagengenehmigungen öffentlich zu machen, so wie es die Vorgängerregierung in NRW eingeführt habe.

Neuauflage des Akzeptanzberichts

Lars Friedrich nutzte die drei Presseveranstaltungen in einer Woche dazu, nochmal auf die zweite Auflage der Akzeptanzberichts hinzuweisen. In Gesprächsrunden können Anwohner aus der CHEMPARK-Nachbarschaft ihre Erwartungen und Wünsche sowie ihre Einschätzungen zu den bisherigen Dialogangeboten einbringen. Der nächste Schritt umfasst eine repräsentative Telefon-Befragung. Um Neutralität und Anonymität sicherzustellen, werden die Erhebungen von einem Forschungsinstitut durchgeführt und ausgewertet. Alle Ergebnisse werden im zweiten CURRENTA-Akzeptanzbericht im Herbst dieses Jahres veröffentlicht.

Die erste Ausgabe findet man unter: www.currenta.de/akzeptanzbericht.html

Investitionen in Leverkusen
  • Covestro: Der Werkstoffhersteller Covestro treibt den Ausbau seines Standortes Leverkusen voran und wird ein neues Bürogebäude errichten. Das sogenannte "Campus-Projekt" wird rund 700 Covestro-Mitarbeitern neue Arbeitsmöglichkeiten bieten und so den akuten Platzbedarf für das wachsende Unternehmen lösen.
  • Saltigo: Die Saltigo GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Spezialchemie-Konzerns LANXESS, hatte 2017 gleich doppelten Grund zu feiern: Das Zentrale Technikum Organisch (ZeTO) des Exklusivsynthese-Spezialisten am Standort Leverkusen blickte im vergangenen November auf 50 Betriebsjahre zurück. Das ZeTO macht rund ein Fünftel der Gesamtkapazität von Saltigo aus und nimmt mit seinen rund 220 Mitarbeitern wegen seiner Vielseitigkeit in der Produktion eine Sonderstellung ein. Passend zu diesem Jubiläum wurde zeitgleich das 2015 be-gonnene, umfangreiche Ausbau- und Modernisierungsprojekt abgeschlossen. Rund 60 Millionen Euro wurden dabei am Standort Leverkusen investiert, vorrangig in zwei neue Mehrzweck-Produktionslinien des ZeTO und in den Aufbau eines benachbarten Tankcontainer-Lagers.
  • LANXESS: Für das aktuelle Jahr plant der Spezialchemie-Konzern hier Investitionen von insgesamt rund 125 Millionen Euro.
  • CURRENTA: CURRENTA feierte im vergangenen November nach 18 Monaten Bauzeit die Inbetriebnahme eines neuen Dükers. Rund 12 Millionen Euro hat der CHEMPARK-Manager und  -Betreiber unter dem Rhein in das wichtige Infrastrukturprojekt investiert. Durch den 470 Meter langen Rohrleitungstunnel verlaufen neun Produktleitungen. Der Düker ist begehbar und kann um weitere Leitungen ergänzt werden. Auch im CHEMPARK-Entsorgungs- und -Recyclingzentrum investiert CURRENTA – genau genommen insgesamt über 25 Millionen Euro in zwei Projekte: Der Bau eines neuen, zusätzlichen Katalysators für die Verbrennungsanlage hat begonnen. Eine neue Feststoffisolierung mit vollautomatischen Filterpressen in der Waschwasserbehandlung ist bereits realisiert.
Investitionen in Dormagen
  • Bayer: Im Geschäftsjahr 2017 hat die Bayer-Division Crop Science rund 25 Millionen Euro in den Ausbau seiner Kapazitäten für die Herstellung von Pflanzenschutzmitteln investiert.
    • Größte Einzelprojekte am Standort waren der Ausbau des MZT- und des CI-Betriebs.
    • Die Ver- und Entsorgungsinfrastruktur verstärkte nicht nur der CHEMPARK-Betreiber im Rahmen des CUBE-Projekts, sondern auch der Wasserchemikalienspezialist Sidra. Eigens für Bayer errichtete das Ibbenbürener Unternehmen im Westwerk ein Silolager für Fällungschemikalien, mit denen Wasser gereinigt und wiederaufbereitet werden kann.
    • Steigende Produktionskapazitäten im Bereich Pflanzenschutz erforderten auch eine größere Infrastruktur für Analysen. Im MZT-Betrieb startete im Herbst ein neues Labor für Qualitätskontrolle, errichtet und betrieben von CURRENTA im Auftrag von Crop Science.
  • Covestro: Zuletzt hat Covestro eine neue Produktionsanlage für Polyurethan-Dispersionen (PUD) in Betrieb genommen. Diese Rohstoffe sind die Grundlage für zahlreiche nachhaltige Lacke und Klebstoffe und dank ihrer Leistungsfähigkeit eine umweltfreundliche Alternative zu klassischen lösemittelhaltigen Systemen. Dormagen ist mit der neuen Anlage nun weltweit der größte Covestro-Betrieb für die Polyurethan-Dispersionen.
  • LANXESS: Allein im Jahr 2018 planen der Spezialchemie-Konzern LANXESS und ARLANXEO rund 22 Millionen Euro am Standort Dormagen zu investieren. ARLANXEO, der Spezialist für synthetische Elastomere, erweitert seine globale Produktion für Chloropren-Kautschuke (CR) in  Dormagen. Die Produktionskapazität im CHEMPARK für Polychloropren-Kautschuke wird auf insgesamt bis zu 70.000 Jahrestonnen erhöht.
  • Asahi Kasei: Anfang Oktober hat das aus Japan stammende Unternehmen im CHEMPARK Dormagen ein Forschungs- und Entwicklungszentrum eröffnet. Dort werden unterschiedliche Materialien, die das Unternehmen herstellt, weiterentwickelt – unter anderem für die Automobilindustrie. Zu diesen Materialien gehört auch der technische Kunststoff Xyron. Dank seiner niedrigen Dichte etwa trägt er zu einem geringeren Spritverbrauch bei.
    • In das Forschungs- und Entwicklungszentrum wird das bereits im Februar eröffnete Technologiezentrum für technische Kunststoffe eingegliedert. Ausschlaggebend bei der Standortwahl war auch die geplante Zusammenarbeit mit deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen.
  • CURRENTA: 70 Millionen Euro – das ist das Gesamtinvestition des Projekts CUBE, kurz für CURRENTA unterstützt Bayer-Erweiterung. Am 3. Mai 2017 feierte die neue Kältezentrale von CURRENTA Richtfest. Nach der geplanten Fertigstellung im Jahr 2018 wird die Anlage mit sechs Megawatt Leistung zur sicheren Kälteversorgung beitragen.
    • Ein weiterer gewichtiger CUBE-Baustein wurde bereits im April unter die Erde gebracht: 110 Meter Rohrleitungen aus Stahl und 35 Meter aus PE-Kunststoff, dazu ein 3,7 Tonnen schwerer Rohrknoten.
    • Im Mai ging die Konstruktion im Westwerk als Wasseranschluss in Betrieb. Er versorgt den FL-Betrieb von Bayer, in dem Pflanzenschutzmittel formuliert. Auf einer Länge von 430 Metern erneuerte CURRENTA die Betriebswasserversorgung im Westwerk und investierte dafür rund 1,7 Millionen Euro. Ein sichtbarer Meilenstein in dem Streckenabschnitt  wurde am 23. Mai gesetzt und damit die Zielgerade des 20-monatigen Projektes einläutet: Ein 20 Tonnen schwerer Betonwürfel mit einer Kantenlänge von rund drei Metern. Dieser Messschacht, der den Zugang zu der 600 Millimeter durchmessenden Betriebswasserleitung ermöglicht, wurde erfolgreich in den CHEMPARK-Boden eingelassen.
    • Die Arbeiten für einen neuen, zweiten Erdgasanschluss des CHEMPARK sind im Sommer in Hackenbroich westlich der A 57 gestartet. Damit wird eine Redundanz zu dem bestehenden Anschluss geschaffen und die Versorgungssicherheit der Betriebe im Werk gestärkt. Zu dem Bau der Rohrleitung gehört auch die Errichtung einer neuen Erdgasstation innerhalb des Werks. Die ersten Planungen für das gesamte Projekt begannen bereits im September 2016. Die Erdgasstation und die neue Netzanbindung sollen im zweiten Quartal 2018 ihren Betrieb aufnehmen. CURRENTA investiert hierfür knapp 14 Millionen Euro.
Investitionen in Krefeld-Uerdingen
  • LANXESS: 2018 plant der Spezialchemie-Konzern rund 70 Millionen Euro zu investieren. Rund neun Millionen Euro investiert der Spezialchemie-Konzern in die Erweiterung des Zinkoxid-Betriebes seines Geschäftsbereichs Rhein Chemie. Eine dritte Produktionsstraße sowie ein rund 300 Quadratmeter großes Betriebsgebäude mit Bürotrakt sollen entstehen. Aktuell laufen die Bauarbeiten. Die Fertigstellung des Ausbaus ist für Herbst 2018 geplant.
  • Covestro: Mit der „Mobilen Instandhaltung“ hat Covestro ein digitales Pionierprojekt erfolgreich eingeführt. Bei der Wartung komplexer Produktionsanlagen können Mitarbeiter bequem auf ein Tablet zurückgreifen und alle relevanten Daten zu Maschinen und Anlagen einsehen und bearbeiten. Was früher handschriftlich notiert und später in den PC getippt werden musste, funktioniert damit jetzt komplett digital.
    • Covestro hat ein umweltfreundliches und ökonomisch tragfähiges Verfahren zur Aufbereitung und Nutzung von Industrie-Abwässern entwickelt. Das dabei gewonnene Salz ist so rein, dass es bei der Produktion von Chlor eingesetzt werden kann.
  • CURRENTA: Derzeit modernisiert CURRENTA das Technische Ausbildungszentrum für 3,7 Millionen Euro. Die Elektroausbildung – der erste Bauabschnitt – ist bereits abgeschlossen und wurde im März 2017 eingeweiht. Die Bauabschnitte zwei und drei, an denen derzeit noch gearbeitet wird, betreffen die Chemikanten und Industriemechaniker.
    • Zwei neue Dampfkessel sollen voraussichtlich im dritten Quartal 2018 in Betrieb genommen werden. Ihnen voran ging Anfang 2016 bereits ein erster Dampfkessel, in den das Unternehmen rund 15 Millionen Euro investierte. 
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