Betrieb, 31. Juli 2019

Das Schweizer Taschenmesser unter den Feuerwehrfahrzeugen

GWASD überzeugt bei CHEMPARK-Einsätzen

Die drei Hauptaufgaben des GWASD sind der Transport von Schutzausrüstung (Kompletter Zweitsatz CSA und Atemschutz), Strahlenschutz und die Dekontamination (Dusche am Heck).

Die Werkfeuerwehr muss bei der Gefahrenabwehr vielfältige Aufgaben schnell, effektiv und sicher bewältigen und setzt dafür speziell ausgestattete Fahrzeuge ein. Dieser Beitrag stellt den einzigartigen und noch relativ neuen Gerätewagen Atem-, Strahlenschutz, Dekontamination (GWASD) vor, der im CHEMPARK Leverkusen stationiert ist.

Schon beim ersten Blick auf die Quartettkarte zeigt der vor rund einem Jahr im CHEMPARK Leverkusen in Dienst gestellte Gerätewagen GWASD mit 12 Meter Länge, dass er seinem Vorgänger um Längen überlegen ist. Denn als eines der ersten Fahrzeuge in deutschen Chemieparks verfügt der 26 Tonner auf MAN-Basis nicht nur über umfangreiches Atemschutz- und Körperschutzequipment, wie zum Beispiel Chemikalien-Schutzanzüge (CSA) und Pressluftatmer, sondern auch über die Möglichkeit, die Mannschaft und Schutzausrüstung nach dem Einsatz zu dekontaminieren.

"Mit dem Gerätewagen Atem-, Strahlenschutz, Dekontamination, kurz GWASD, sind wir noch schlagkräftiger und können so Ereignisse  effektiver und für die Truppe sicherer abwickeln", erläutert Brandoberinspektor Sven Marberger, der im CHEMPARK Leverkusen den Bereich Technik leitet und somit die Ausstattung des Fahrzeugs im Zusammenspiel mit der Mannschaft konzeptionierte. Natürlich unterstützt das Fahrzeug in erster Linie die Werkfeuerwehr, aber es kann auch vor Ort aushelfen, wenn zum Beispiel Notfallduschen defekt sind oder der Einsatz im Gleisbereich stattfindet.    

"Die Unabhängigkeit und somit Leistungsfähigkeit hat der GWASD bereits bei verschiedenen größeren Einsätzen  bewiesen", so Marberger weiter.  

Aus der Fahrerkabine lässt sich nicht nur das GWASD in Position bringen, sondern auch die Atemschutzüberwachung sicherstellen.

Mit nur einer Person einsatzbereit

Im Vergleich zu kommunalen Feuerwehren, die für den Aufbau einer Dekontaminationseinrichtung  mindestens sechs  Feuerwehrleute benötigen, ist der GWASD so effizient konzipiert, dass der Dekon-Platz mit nur einem  Feuerwehrmann aufgebaut werden kann. Im Gegensatz zu den jenseits des Werkszaunes weitverbreiteten Dekon-Einheiten mit Abrollcontainer ist der GWASD zudem doppelt so schnell einsatzbereit. Nach 15 Minuten ist der Dekon-Platz komplett funktionsfähig. "Dank des neuen Fahrzeugs sind wir somit schneller einsatzbereit und binden für den Aufbau des Dekon-Platzes weniger Personal. Auf diese Weise wird der Einsatz der Werkfeuerwehr noch sicherer und effizienter", hebt CHEMPARK-Brandschutzleiter Stephan Hummel hervor.

Schwarz-weiß-Denken ist gefragt

Feuerwehrleute in verschmutzten CSA nähern sich der Dekontaminationsdusche am Fahrzeugende stets von links, im sogenannten Schwarzbereich. Warnhütchen und Absperrungen geben zusätzliche Sicherheit, dass niemand rechts und links vertauscht. Der ausklappbare Dekontaminationsbereich erinnert an eine überdimensionale Duschwanne aus Edelstahl mit Duschvorhängen, die aber natürlich technisch deutlich mehr bietet. Es können sowohl Einsatzkräfte als auch Patienten fachgerecht dekontaminiert werden. Auch der Umweltschutz ist berücksichtigt, so werden die anfallenden Abwässer sicher aufgefangen und in der Heckwanne zwischengelagert. Je nach Art der Kontamination mischt ein Maschinist das richtige Dekontaminationsmittel dem passend temperierten Duschwasser zu. Sollten sich trotz intensiver Behandlung zum Beispiel die handelsüblichen Bürsten und Vorhänge nicht mehr reinigen lassen, so werden diese einfach ersetzt.

Auf der „rechten“ Seite, dem Weißbereich, steht für die „sauberen“ Feuerwehrleute neue Einsatzbekleidung und Ausrüstung bereit. Darüber hinaus ist auch an einen geschützten Regenerationsbereich für die Feuerwehrleute gedacht worden.

 

In der ausklappbaren Kabine können gleichzeitig zwei Personen dekontaminiert werden – mit bis zu 70° C heißem Wasser und dem zur Kontamination passenden Reinigungsmittel, das vom Maschinisten im Weißbereich mit Pumpe und Kanister zudosiert wird.

Perfekt passende Maßanfertigung für den CHEMPARK

"Natürlich hat diese Maßanfertigung, Made in Austria, ihren Preis", erklärt Christoph Wachholz, Leiter Brandschutz im CHEMPARK Leverkusen: "Aber nach unseren bisherigen Praxiserfahrungen ist der GWASD auch jeden Euro wert. Mithilfe dieses Gerätewagens können wir Ereignisse noch effizienter abwickeln. Davon profitieren Arbeitssicherheit, jeder Betrieb und natürlich auch die Umwelt." Und langfristig hat das Fahrzeug den für Kunden auch sehr wichtigen Vorteil, dass dafür kein zusätzliches Personal aufgebaut werden muss.  Dieses spezielle Fahrzeug wäre somit in vielerlei Hinsicht eine echte Bereicherung für die  anderen beiden CHEMPARK-Standorte.      

 

Die drei Hauptaufgaben des GWASD sind der Transport von Schutzausrüstung (Kompletter Zweitsatz CSA und Atemschutz), Strahlenschutz und die Dekontamination (Dusche am Heck).

Die drei Hauptaufgaben des GWASD sind der Transport von Schutzausrüstung (Kompletter Zweitsatz CSA und Atemschutz), Strahlenschutz und die Dekontamination (Dusche am Heck).

Der GWASD ist so rot und multifunktionell wie ein Schweizer Taschenmesser.

Der GWASD ist so rot und multifunktionell wie ein Schweizer Taschenmesser.

Dach ausfahren, Planen ausklappen – fertig ist die Umkleide für Werkfeuerwehrleute.

Dach ausfahren, Planen ausklappen – fertig ist die Umkleide für Werkfeuerwehrleute.

Markise und Trittstufen sehen nach Erholung aus. Gerade vom Einsatz zurückgekehrten Feuerwehrleuten sollen sich in diesem Bereich regenerieren.

Markise und Trittstufen sehen nach Erholung aus. Gerade vom Einsatz zurückgekehrten Feuerwehrleuten sollen sich in diesem Bereich regenerieren.

Kleines, aber feines Detail: Der GWASD kann die Windrichtung vor Ort messen. Eine wichtige Information, um das Fahrzeug richtig aufzustellen sowie für die Sicherheit der Brandbekämpfer.

Kleines, aber feines Detail: Der GWASD kann die Windrichtung vor Ort messen. Eine wichtige Information, um das Fahrzeug richtig aufzustellen sowie für die Sicherheit der Brandbekämpfer.

Gut gerüstet für jeden Einsatz – 40 Atemschutzgeräte, Helme, 14 CSA, Mineralwasser und vieles mehr...

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Wer mehr über wichtige, teils einzigartige, technisch faszinierende und optimal auf die CHEMPARK-Sicherheit zugeschnittene Feuerwehrfahrzeuge erfahren möchte, sollte der Artikelserie im Kundenmagazin folgen. Wer nicht warten möchte, dem sei der Besuch der chempunkt-Nachbarschaftsbüros empfohlen. Dort ist das 32 Fahrzeuge beschreibende CHEMPARK-Quartett „Sicherheit-jederzeit“ kostenlos erhältlich.

 

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