Betrieb, 14. Februar 2020

So optimiert CURRENTA mit Umweltdaten die Produktion

Umweltanalytik im CHEMPARK

Dr. Hans-Christian Mans leitet die Umweltanalytik an allen drei CHEMPARK-Standorten. Seine mehr als 100 Spezialisten behalten unter anderem Kennzahlen zu Luft, Wasser und Abwasser in und um die Standorte im Blick.

CURRENTA-Leistungen, wie zum Beispiel die Umweltanalytik, tragen maßgeblich zur Attraktivität der CHEMPARK-Standorte bei. Denn die rund um die Uhr gewonnenen Umweltdaten sind sowohl Grundlage für den Standortbetrieb als auch Ansatzpunkt für Optimierungen von Abläufen in Produktionsbetrieben.

Deutschland gilt beim Thema Umweltschutz zu Recht als Vorbild für viele andere Länder. Dank wirksamer Gesetze und richtungsweisender Initiativen der Industrie gehören bunte Abwasserströme der Vergangenheit an und Willy Brandts Wunsch nach dem blauen Himmel über dem Ruhrgebiet ist längst Realität. Neue Erkenntnisse zur Luftqualität in Innenstädten, Artenschwund und Klimawandel zeigen, dass Umweltschutz eine große Herausforderung bleibt.

Um heute festzustellen, ob aktuelle Umweltschutzvorgaben eingehalten werden, reicht nicht mehr das bloße Auge aus. Neben leistungsfähiger Messtechnik sind kompetente Umweltanalytiker gefragt. Mit seinem Team von mehr als 100 Spezialisten behält Umweltanalytikleiter Dr. Hans-Christian Mans Kennzahlen zu Luft, Wasser und Abwasser im und um die CHEMPARK-Standorte im Blick. "Unsere Kernaufgabe besteht darin, vor allem unabhängig sowie nach den aktuellen gesetzlichen und normativen Vorgaben zu messen“, erklärt der Chemieingenieur. Die gewonnenen Daten werden zum Beispiel von Anlagenbetreibern und Fachabteilungen der CURRENTA, wie den Bereichen Immissionsschutz und Umweltberichte, genutzt.

„Da die CURRENTA Garant für die Einhaltung der genehmigten Einleitwerte für das gereinigte Abwasser des CHEMPARK in den Rhein ist, melden wir den Kollegen des Abwassermanagements und der Umweltüberwachung Auffälligkeiten im Zulauf umgehend, um rasch deren Ursprung zu identifizieren und geeignete Maßnahmen treffen zu können“, erklärt Mans.

Der entscheidende Vorteil der CURRENTA besteht darin, dass sie alle Daten zu verarbeiteten Stoffen, den dazugehörigen Anlagen, der CHEMPARK-Infrastruktur und adäquaten Analysenverfahren in einer Hand vereint. Zudem kennen sich die CURRENTA-Mitarbeiter mit allen relevanten Regeln und Prozessen aus, wie zum Beispiel CHEMPARK-Richtlinien oder erforderliche Sicherheitsinformationen. Deshalb ist die CURRENTA kompetenter Ansprechpartner bei aufkommenden Problemen oder für Fragen von Kunden sowie Behörden.

Genauigkeit und Kosten im Blick

Die Umweltanalytik der CURRENTA setzt vor allem auf Fachkompetenz, Qualität (u. a. DAkkS-Zertifikat) und eine hohe Verfügbarkeit (24/7-Abdeckung mit Schichtlaboren Abwasser). "Unser Anspruch besteht aber auch darin, Umweltanalytik zu wettbewerbsfähigen Konditionen anzubieten", erklärt Mans. Der Preis für die Analyse sei aber auch nicht immer alles, so seine Erfahrung im Kundenkontakt. Im Sinne der Umwelt- und Produktionssicherheit zähle ebenso die Verfügbarkeit vor Ort und die Kompetenz, für fast jede aufkommende umweltanalytische Fragestellung im CHEMPARK eine Antwort zu finden. Beides lässt sich nur schwer per „flatrate“ finanzieren.

Immer geringere Stoffkonzentrationen lassen sich heutzutage bis zum Einleiter zurückverfolgen.

Behörden verbessern kontinuierlich die Überwachung der Gewässer und Einleiter von Abwasser

Ein großer Vorteil besteht darin, dass die CURRENTA zum Beispiel über die Bereiche Umweltpolitik, Abwassermanagement und Genehmigungen einen engen Kontakt zu Behörden hat. So ist sie frühzeitig über neue Entwicklungen im Umweltrecht und im behördlichen Vollzug informiert und kann auf Veränderungen reagieren. Aktuell werden an die Umweltanalytik immer höhere Anforderungen gestellt. So werden beispielsweise von Behörden und Öffentlichkeit eine exaktere Einhaltung von Normen und Vorschriften erwartet inklusive der dazugehörigen eindeutigen Dokumentation von Messungen. Da zum Beispiel die Termine von Emissionsmessungen zwei Wochen vorher bei der Fach- und Überwachungsbehörde angemeldet werden müssen, werden die Messungen auch in immer dichter werdenden Zeitabständen vor Ort überprüft.

Darüber hinaus setzen Behörden zunehmend „Non-Target Analytik“ ein. Dieses hochmoderne Analyseverfahren ermöglicht den Nachweis und die Identifizierung unbekannter Verbindungen in Oberflächen- und Abwässern. Organische Verunreinigungen, die nicht durch routinemäßige Analysen bekannter Verbindungen erfasst werden, können durch das Non-Target Analyseverfahren überwacht werden. Angewandt wird es, wenn keine vorherigen Informationen über die Probe verfügbar sind. Im Unterschied zu den bisher verwendeten Verfahren muss vor der Analyse nicht bekannt sein, wonach gesucht wird. Eine Auswertung des aufgenommenen Datensatzes im Hinblick auf bestimmte Schadstoffe ist zusätzlich auch rückwirkend möglich.

So nehmen Behörden zum Beispiel auch Proben direkt vom Schiff, um diese „auf Vorrat“ zu analysieren. Auf dieser Grundlage lassen sich auffällige Stoffeinträge sogar bis zum Vorfluter, zum Beispiel einen Nebenfluss mitunter Einleiter (Betrieb/Abwasserrohr) zurückverfolgen. Je nach eingeleiteter Substanz mussten einige NRW-Unternehmen schon empfindliche Strafen zahlen. Auch die CURRENTA ist sich der Chancen dieses neuen Ansatzes bewusst und fördert deshalb seit rund zwei Jahren eine Doktorarbeit zur „Non-Target Analytik“ im CHEMPARK. "Wir sind derzeit dabei, auf Basis der Ergebnisse, unser Produktportfolio zu erweitern und die Möglichkeiten dieses komplexen und aufwändigen Analysenverfahren so auch unseren Kunden zugänglich zu machen", erläutert Dr. Mans.

Messbetrieb und Gerätekalibrierung aus einer Hand

In der Messwerte erfasst und überwacht CURRENTA zunehmend automatisch und rund um die Uhr.

Auch die Umweltanalytik erhebt Messdaten zunehmend kontinuierlich mithilfe von Online-Analysenverfahren. So betreibt die CURRENTA schon mehrere hundert Analysengeräte, um zum Beispiel das Kanalnetz permanent zu überwachen. Das Portfolio reicht dabei von der Temperatur- oder pH-Messung bis hin zur kontinuierlichen Ermittlung des Metallgehaltes von Abwasserströmen mittels Online-ICP. Die Meisten dieser Geräte werden von der CURRENTA selbst gewartet und kalibriert. "Diesen Service übernehmen wir gerne auch für unsere Kunden. Manchmal entstehen dabei aber auch ganz neue Einsatzgebiete für unsere Analytik", erklärt Mans und liefert gleich ein Beispiel dafür: "Mithilfe eines online eingesetzten Mikrogaschromatographen konnten wir dazu beitragen, eine neue Kundenanlage optimal einzufahren."

Leistung passt sich Kundenbedarf an

Manchmal reicht die Nachfrage für eine Leistung nicht mehr aus, sodass sie eingestellt wird. Dies war zum Beispiel bei der Abfallanalytik der Fall, die zunächst im Einvernehmen mit den Hauptauftraggebern im Jahr 2018 aufgegeben wurde. Rasch zeigte sich aber, dass Kunden die Erfahrung der CURRENTA bei Koordination der Auftragsvergabe an externe Abfallanalysenlabore weiterhin stark benötigten. "Das ist jetzt nicht unser Kerngeschäft, aber da lassen wir natürlich auch niemanden im Regen stehen", verspricht Hans-Christian Mans. Das Serviceverständnis der Umweltanalytik zeichnet sich nach Einschätzung des Chemieingenieurs in diesem Beispiel auch dadurch aus, dass CURRENTA weiterhin an allen Standorten geschulte und für Abfallprobenahme akkreditierte Probenehmer vorhält, die im Bedarfsfall schnell und unkompliziert beauftragt werden können.

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