Betrieb, 12. August 2022

Kleiner Botschafter für Rettungshelfer im CHEMPARK

Sicherheit im Modell und Realität

Ein Stück CHEMPARK, das Modellautosammlerherzen höherschlagen lässt, aber auch Notfallsanitäterin Sandra Bick beeindruckt, ist das neue Rietze-Modell des Rettungsdienstes CHEMPARK Leverkusen. Sie erzählt, wie ihr Job rund um das Original aussieht.

Mit dem „GSF Rettungswagen ‘18 des Rettungsdienstes CHEMPARK Leverkusen“ rollt bereits das dritte CHEMPARK-Fahrzeug in die Vitrinen von Modellautosammlern oder auf die Modellbahnanlagen. Wie beim ersten RTW (Rettungswagen) sowie für den Werkschutz-Bulli hatte für das Modellauto im Maßstab 1:87 erneut die Firma Rietze aus Bayern beim CHEMPARK angefragt. „Dem sind wir natürlich wieder sehr gerne nachgekommen“, sagt Jörg Huppatz, Fachbereichsleiter Einsatzvorbereitung der CHEMPARK-Werkfeuerwehr und ergänzt: „Denn so erhalten wir ein hochwertiges Präsent, das für den CHEMPARK und die CURRENTA als Arbeitgeber wirbt.“

Arbeitsplatz rund um den RTW

Für Sandra Bick, die im Original-RTW meist mit einem*r weiteren Notfallsanitäter*in zusammenarbeitet, beginnt ein Arbeitstag bereits um 7 Uhr. Zunächst wird gecheckt, ob alle Geräte, Medikamente und Materialien im Rettungswagen vollständig und einsatzbereit sind. Anschließend wird das Fahrzeug desinfiziert. Eine Dreiviertelstunde später trifft sich das RTW-Duo mit den Werkfeuerwehrmännern und -frauen in der Fahrzeughalle der Feuer- und Rettungswache des CHEMPARK Leverkusen. Beim sogenannten Antreten werden die Funktionen in Brandschutz und Rettungsdienst verteilt und die Vollständigkeit der Fahrzeugbesatzungen festgestellt. Und dann heißt es Arbeiten im Sachgebiet. Jede*r Notfallsanitäter*in arbeitet in einem von mehreren Sachgebieten – Sandra Bick in der Rettungsdienst-Fortbildung. Um halb zwei treffen sich dann wieder alle in der Fahrzeughalle, um Änderungen und Neuigkeiten zu besprechen.

Als erfahrene Notfallsanitäterin bildet Sandra Bick im Rettungsdienst im Rahmen von Unterrichten und Einsatzübungen Kolleg*innen fort. Die Fortbildungen finden montags bis donnerstags am Nachmittag in der Wache statt, wenn nicht ein Einsatz dazwischenkommt.

Die letzte Stunde vor dem Feierabend, ab 17 Uhr, ist Bereitschaftszeit. Ohne Notfall hat Sandra Bick diese Zeit frei zur Verfügung.

Sandra Bick ist zusammen mit drei weiteren Notfallsanitäter*innen im Tagesdienst für einen RTW zuständig.

RTW-Einsätze im CHEMPARK sind anders

Bei Einsätzen im CHEMPARK, einem der größten Chemieparks in Europa, ist es unerlässlich stets Gegenmittel für einige Chemikalien, sogenannte Antidote, dabei zu haben. Zudem sind alle Retter auf Chemikalieneinsätze geschult und mit spezieller Schutzausrüstung ausgestattet, wie zum Beispiel Chemikalien-Schutzhandschuhen und -Schutzbrille. Maske und Atemfilter hat Sandra Bick immer dabei, um sich im Falle einer Exposition mit Chemikalien selbst zu schützen und keine potenziell schädlichen Stoffe einzuatmen. Aber natürlich eilt Sandra Bick auch bei anderen medizinischen Notfällen wie einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu jedem Ort im Chemiepark zu Hilfe.

Verbindung von Mensch und Industrie

Mit 31.500 Menschen, die allein im CHEMPARK Leverkusen arbeiten, hat der Chemiepark etwas mehr „Einwohner“ als Emmerich am Niederrhein. Sandra Bick hat mit den Jahren ein breites Spektrum an Einsätzen erlebt. „Im Rückblick war für mich kein Einsatz wie der andere. Man erlebt Leid und Trauer, aber gleichzeitig auch Hoffnung und Glück. Wir sind den Menschen privat und emotional so nahe, wie man es wohl in wenigen anderen Berufen sein kann. Es gibt Einsätze, die sich fest verankert haben. Und es werden sicher auch noch einige dazu kommen“, beschreibt sie ihre Berufung.

Nennen Sie bitte drei Gründe, warum Sie Notfallsanitäterin geworden sind und was Sie an Ihrem Job im CHEMPARK begeistert?

  1. „Das Unerwartete und die Herausforderungen immer neuer Einsätze machen die Arbeit im RTW besonders. Ich finde es interessant, zu improvisieren und mich an die verschiedensten Menschen und Einsatzsituationen anzupassen sowie mit Erlerntem den Notfallpatienten nach geltenden Leitlinien die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.“
  2. „Medizinisch vielfältig tätig zu werden, was uns dank guter Aus- und Fortbildungen sowie moderner Geräte ermöglicht wird sowie invasive Maßnahmen durchzuführen, die in Leverkusen durch die ärztliche Leitung freigegeben sind. Heißt also, wir dürfen unter bestimmten Voraussetzungen erweiterte Maßnahmen durchführen, beispielsweise einen Zugang in die Vene legen, um Medikamente zu verabreichen.“
  3. „Vor allem das Vertrauen der ärztlichen Leitung Rettungsdienst, das Teamwork auf dem RTW und die sehr gute Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen der Werkfeuerwehr, der Berufsfeuerwehr Leverkusen und den Hilfsorganisationen.“
  4. „Das oft unerwartet Schöne an dem Beruf: Die ehrliche Dankbarkeit von Patienten und Angehörigen – wenn diese im Nachgang zum Einsatz sogar das Retter-Team herausfinden und sich persönlich bedanken.“

Wo man das RTW-Modell erhält und wie so eines entsteht

Seit wenigen Wochen ist jetzt das in einer Produktionsmenge von wenigen hundert Stück komplett in Deutschland gefertigte Modell draußen. Man erhält es im Modellbahnhandel, zum Beispiel bei Lindenberg, am Blaubach 26-28 in Köln oder in den üblichen Onlinehandelportalen. Wer erfahren möchte, wie so ein Modell im fränkischen Altdorf bei Nürnberg entsteht, sollte sich das folgende YouTube-Video anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=ZBQmxWiRPk8

Technische Daten des RTW-Vorbildes im Maßstab 1:1

  • Art des Fahrzeuges: Rettungswagen nach DIN EN 1789
  • Fabrikat,/Typ: Fahrgestell Mercedes-Benz, Sprinter 519 CDI
  • Auf- und Ausbauhersteller: GSF Sonderfahrzeugbau GmbH
  • Rundumsicht (kein toter Winkel): durch 360° Kamera-Monitor System und Rückfahrkamera
  • Hubraum: 2.987 ccm
  • Leistung: 140 kW (190 PS)
  • Antrieb: 6 Zylinder-Dieselmotor, Automatikgetriebe
  • Baujahr: 2019
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 5.500 kg
  • Beladung und Ausstattung: Fahrtrage Stryker M-1 Roll-in, EKG-Defibrillator Corpuls C3-Touch, Beatmungsgerät Medumat Standard 2, Absaugpumpe Weinmann Accuvac, Spritzenpumpe Fresenius Pilot A2, Basis-, chirurgische und Kindernotfalltasche, Sauerstoff, Medikamente und Antidote, Messgerät X-am 5000, Rettungsweste
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