Betrieb 24.05.2016

Neuer Elektrodenkessel bei Energie

Kurze Reaktionszeit

Energie-Mitarbeiter John Marc Both prüft, was der 'Neue' so kann.
Energie-Mitarbeiter John Marc Both prüft, was der 'Neue' so kann.


In 60 Sekunden von null auf hundert – der neue Elektrodenkessel im CHEMPARK Leverkusen ist ein Kraftpaket mit schnellem Antritt. Im Oktober nahm das Geschäftsfeld Energie die Anlage in Betrieb – und liefert damit eine passende Antwort auf die Herausforderungen der Energiewende.


Knapp fünf Meter hoch, zweieinhalb Meter Durchmesser – trotz seiner kompakten Ausmaße macht der neue Elektrodenkessel von CURRENTA – im wahrsten Sinne des Wortes – ordentlich Dampf. Den erzeugt das Aggregat unmittelbar aus Strom bei einer Spannung von 10 Kilovolt. "Das Wasser wird dabei durch den direkten Stromfluss zwischen zwei Elektroden erhitzt. Über die Eintauchtiefe der Elektroden lässt sich die Leistungsabgabe exakt steuern", erklärt Klaus Rüschen, der das Projekt in knapp sechs Monaten umgesetzt hat. Ergänzt wird die neue Anlage von einer vollautomatischen Smart-Data-Steuerung, die den optimalen Betrieb des Kessels sicherstellt. Die Steuerung wurde Energie intern durch Kollegen von 'Messen, Zählen, Validieren' und Netzleittechnik entwickelt.

Schwankungen im Strommarkt

Der Elektrodenkessel von CURRENTA kann seine maximale Leistung innerhalb von lediglich 60 Sekunden abrufen.
Der Elektrodenkessel von CURRENTA kann seine maximale Leistung innerhalb von lediglich 60 Sekunden abrufen.

Die eigentliche Besonderheit der Anlage: Bei Bedarf kann der neue Elektrodenkessel seine maximale Leistung aus dem Standby-Betrieb innerhalb von lediglich 60 Sekunden abrufen, vom Kaltstart des Kessels bis zur Volllast vergehen gerade einmal fünf Minuten. Damit ist die Anlage ideal dazu geeignet, vollautomatisch auf Schwankungen im Strommarkt zu reagieren und den eigenen Stromverbrauch entsprechend zu optimieren, erklärt Ilka Teermann, Leiterin Sonderprojekte Kraftwerke: "Wir nutzen den Kessel gezielt dann, wenn die Strompreise niedrig sind oder sogar in den negativen Bereich fallen und wir als Verbraucher noch dafür belohnt werden, dass wir Strom abnehmen." Eine Situation, die zum Beispiel vor Weihnachten eintrat. Reichlich Wind, viel Sonne und wenig Stromverbrauch sorgten in jenen Tagen für Energieüberschuss. "Der Kessel", erinnert sich Teermann, "lief in dieser Zeit ohne Unterbrechung."

Flexibilität der Stromverbraucher wird belohnt

Hintergrund: Bis 2050 soll der Anteil von erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch in Deutschland auf 80 Prozent gesteigert werden. Damit wird sich der Strommarkt grundlegend verändern: Denn die Versorgung mit Wind- oder Sonnenergie hängt zunehmend davon ab, ob die Natur diese Energie tatsächlich auch dann zur Verfügung stellt, wenn sie benötigt wird. Die Nachfrage je nach Tages- und Jahreszeit schwankt ohnehin seit jeher, zukünftig aber muss der Strommarkt auch noch die Launen der Natur abfedern. Flexibilität wird deshalb immer gefragter: Wer als Verbraucher schnell auf diese Schwankungen reagieren kann, wird mit günstigen Strompreisen belohnt. Genau hier setzt das Geschäftsfeld Energie mit seinem neuen Elektrodenkessel an.

Elektrodenkessel Fotostory
Kurzinterview mit John Marc Both, Maschinentechniker im CURRENTA-Geschäftsfeld Energie
John Marc Both durfte die neue Anlage als Erster testen.
John Marc Both durfte die neue Anlage als Erster testen.

Was war das für ein Moment, den Elektrodenkessel in Betrieb nehmen und testen zu dürfen?
Es ist immer spannend, eine neue Anlage in Betrieb zu nehmen, denn man weiß vorher nie so genau, ob alles wirklich so funktionieren wird wie es geplant war. Umso befriedigender ist es dann, wenn die Anlage genau das tut, was man von ihr erwartet, denn das heißt letztlich ja auch, dass nicht nur die Technik funktioniert, sondern dass all diejenigen, die an der Planung und am Aufbau beteiligt waren, einen guten Job gemacht haben. Hinzu kommt, dass wir mit der Anlage in gewisser Weise auch Neuland betreten. Die ganze Steuerung dahinter ist neuartig, was mich als Maschinentechniker natürlich besonders fasziniert. Und wir sind zugegebenermaßen auch ein wenig stolz darauf, dass wir mit der Anlage einen Beitrag zur Energiewende leisten können.

Wie haben Sie die gemeinsame Arbeit im Team während der Projektphase erlebt?
Die Arbeit im Team war einfach herausragend, im organisatorischen Bereich ebenso wie später bei der Ausführung. Man muss sich vorstellen, dass an der Errichtung der Anlage mindestens zehn unterschiedliche Gewerke beteiligt waren. Die beteiligten Mitarbeiter von CURRENTA, die auch wieder verschiedenen Bereichen angehören, haben toll zusammengearbeitet, was besonders viel Spaß gemacht hat. Und das trotz des Zeitdrucks, der von Anfang an auf dem Projekt lastete.

Gibt es schon Rückmeldungen zu dieser neuen, flexibleren Technik?
Die Kunden bekommen eigentlich von dieser neuen Anlage nichts mit, sie werden wie zuvor auch zuverlässig mit Dampf beliefert. Die internen Rückmeldungen sind allerdings durchweg positiv. Am Anfang gibt es immer mal kleinere Kinderkrankheiten, jetzt aber läuft die Anlage sehr zuverlässig und sie hat bereits in den ersten Monaten alle in sie gesetzten Erwartungen entsprochen.

CURRENTA Geschäftsfeld Energie - Angebote im Leistungskatalog

Über die weit verzweigten Verteilnetze und redundante Erzeugungskapazitäten sichert CURRENTA die Versorgung der Unternehmen am CHEMPARK mit Dampf unterschiedlicher Temperatur- und Druckstufen. Den Dampf erzeugt CURRENTA effizient und umweltschonend in Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerken mit hohem Nutzungsgrad. Besonders wirtschaftlich für die Kunden: Die Übernahme von Abhitzedampf aus exothermen Produktionsprozessen bei geeigneten Parametern. Die Beratung durch erfahrene CURRENTA-Mitarbeiter zu Energiethemen und eine ständig besetzte zentrale Energiewarte ergänzen das Leistungsportfolio vom CURRENTA-Geschäftsfeld Energie.

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