Betrieb 21.06.2016

Flusswasserwerk Uerdingen – Effiziente Wasserversorgung seit Jahrzehnten

Alles im Fluss

Flusswasswerwerk Krefeld-Uerdingen

Seit 1937 beliefert das Flusswasserwerk (FWW) der CURRENTA den CHEMPARK in Krefeld-Uerdingen mit frischem Wasser. Im Laufe der Zeit wurde das Wasserwerk mehrmals erweitert, aber stets unter Beachtung der bestehenden Technik, die sich bis heute als effizient und verlässlich erwiesen hat. Rund vier Millionen Euro investiert die CURRENTA in die Instandhaltung wesentlicher Anlagenteile.

Vier Millionen Euro zur Erneuerung und Optimierung
Rund 300 Millionen Kubikmeter Wasser benötigen die Betriebe im CHEMPARK Krefeld-Uerdingen pro Jahr. Das ist ungefähr so viel, wie der Tegernsee fasst. Den größten Anteil daran haben Betriebs- (150 Mio. m3) und Kreislaufwasser (135 Mio. m3). Bis zu sieben Prozent der Betriebswassermenge (11 Mio. m3) geht als vollentsalztes Wasser an das Kraftwerk oder einzelne Produktionsbetriebe. Für die Betriebe im CHEMPARK ist eine störungsfreie und effiziente Versorgung mit Wasser eine Grundvoraussetzung. "Wir tun daher alles, um die Versorgungsicherheit zu garantieren. So investieren wir nahezu vier Millionen Euro, mit denen wir wesentliche Bauteile unseres Flusswasserwerkes instand setzen und weitere Optimierungen an den Wasseraufbereitungsanlagen vornehmen", betont Betriebsleiter Stephan Wenders.

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Studie belegt hohe Energie-Effizienz

Energetisch arbeitet das zweistufige FWW nahezu am Optimum. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die den damaligen Ingenieuren bescheinigt, das gesamte Verfahren und das Betonbauwerk optimal aufeinander abgestimmt zu haben. Jährlich benötigt das Flusswasserwerk rund 30 Gigawattstunden elektrischer Energie. Die Hauptmenge der Energie verbrauchen große Pumpen, die das Wasser von der Rheinsole in der ersten Stufe auf eine 50 Meter lange Verteilrinne anheben. Die Sedimentationsbecken, die Kiesfilter und das Speicherbecken für das gereinigte Wasser sind übereinander angeordnet. Auf diese Weise erfolgt der Wasserfluss von der Verteilrinne über die Sedimentationsbecken durch die Kiesfilter bis in den Speicher allein mit Hilfe der Schwerkraft. Danach fördern Pumpen das gereinigte Wasser in das Betriebswasser-Netz. Die älteste Pumpe versieht seit über 60 Jahren ihren Dienst und transportiert stündlich bis zu 3000 Tonnen Wasser über 40 Meter hoch. Und das mit einer nur geringfügig zu steigernden Effizienz.

Details zum technischen Aufbau von Anlagen der Wasserversorgung finden Sie hier.

Optimierungen im Detail
Betriebsleiter Stephan Wenders im trockengelegten Filterbecken des Flusswasserwerks im CHEMPARK Krefeld-Uerdingen.

"Bei den Maßnahmen, die wir in den nächsten Monaten umsetzen, werden wir neben reinen Instandhaltungen auch Verbesserungen im Detail umsetzen, da der große Wurf unseren Vorgängern ja bereits gelungen ist", erklärt Wenders. So werden beispielsweise in den Kiesfiltern, Kiese mit einer anderen Körnung eingesetzt. Damit wird ein besserer Reinigungseffekt erreicht, was längere Standzeit der Filter und geringeren Energiebedarf bedeutet. Bei 1.600 Tonnen Feinkies ein durchaus beachtenswerter Aspekt. Einige der älteren Pumpen werden durch neue ersetzt. Auch das bringt ein paar Prozent mehr Energie-Effizienz. Eine wesentliche Einsparung konnte die Mannschaft um Betriebsleiter Wenders durch ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von vollentsalztem Wasser erreichen. Die zwischen Sommer und Winter stark schwankenden Temperaturen des Rheinwassers sowie die unterschiedlichen Partikelfrachten haben die Flockenbildung und Filterung sehr erschwert. Je kälter das Flusswasser ist, umso geringer ist die Flockenbildung. Kleinere Schmutzpartikel gelangen dann bis in die Vollentsalzungsanlage und belegen dort die Ionenaustauscher, was weitere Reinigungsschritte nach sich zieht. "Hier konnten wir die Abwärme eines benachbarten Betriebes nutzen, um das zu reinigende Rheinwasser aufzuwärmen. Je höher die Temperatur ist, umso besser bilden sich aus den Schmutzpartikeln größere Flocken, die besser sedimentieren und im Kies hängen bleiben", so Wenders. Eine Masterarbeit wurde vergeben, um die Bedingungen für die Flockenbildung zu optimieren.

Zügige Sanierung

Die gesamten Instandhaltungsmaßnahmen laufen in mehreren Schritten ab. Als erstes werden nach 40 Jahren Dauerbetrieb nach und nach die vier großen Kiesfilterbecken entleert. Jedes 50 Meter lang, 6 Meter breit und 10 Meter tief. Bei jedem trockengelegten Becken werden der Beton saniert sowie Armaturen, Rohrleitungen und auch die Filterkammer überarbeitet. Schlussendlich erfolgt der systematische Filteraufbau mit 1.400 Tonnen Grob- und Feinkies. Bis zum Sommer müssen die Maßnahmen abgeschlossen sein, um den vermehrten Bedarf nach Kühlwasser zu erfüllen.

Eine weitere Betriebseinheit, die instand gehalten und optimiert wird ist der sogenannte "Schlammeindicker". Ein 30 Meter hohes Betriebsgebäude, in dem die Spülwässer der Kiesfilter geleitet werden. Die Schmutzpartikel sedimentieren.

Das gereinigte Wasser wird über die Kiesfilter geleitet und anschließend als Betriebswasser eingesetzt. Die festen Rückstände werden deponiert. Zur besseren Abtrennung der Partikel werden im Rahmen der Instandhaltungsmaßnahmen optimierte Abscheider in das Sedimentationsbecken eingehangen.

Mit dem Abschluss aller Maßnahmen wird sowohl die Versorgungssicherheit des CHEMPARK Krefeld-Uerdingen mit Wasser in unterschiedlichen Qualitäten gesichert, als auch die Effizienz einer seit Jahrzehnten bewährten Technik weiter erhöht.

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