Gesellschaft, 8. Juli 2020

Smarter Abfallsammler im CHEMPARK-Test

Pilotversuch in Leverkusen

Die CURRENTA testet gerade den Einsatz von acht intelligenten Abfallsammlern im CHEMPARK Leverkusen.

Auch ein auf den ersten Blick so simpler Gegenstand wie ein Abfalleimer lässt sich digitalisieren. Ausgestattet mit einer Solarzelle, die Energie für eine Abfallpresse, Füllstandsensor und GPS-Sender speist, wird er zur vernetzten Abfallstation. Der „Bigbelly“ füttert selbstständig die Cloud mit Informationen und liefert so die Basis für die optimale Planung von Entleerungstouren. Ein Feldversuch mit den acht Abfallstationen aus den USA läuft seit Januar 2020 im CHEMPARK Leverkusen.

Er ist ein kantiger, stämmiger Typ mit einem dicken Bauch (daher auch sein Name), aber trotzdem mehr als nur einen Blick wert. Denn unter seinem Solarzellendeckel überrascht der silbergraue Abfallsammler durch ein technologisches Innenleben, dass ihn zum Saubermann der Zukunft im CHEMPARK machen könnte. Soweit ist es allerdings noch nicht. Erst müssen die an acht Plätzen in Leverkusen aufgestellten „Bigbelly“ jedoch noch den Praxistest bis September 2020 bestehen.     

Zufällige Urlaubsbekanntschaft macht Eindruck

"Den Bigbelly habe ich das erste Mal im Urlaub in New York kennengelernt und mich später daran erinnert, dass sich mit dieser Technik auch der Prozess des „Unrat sammelns“ im CHEMPARK optimieren lässt", erklärt Sebastian Goronczewski, der bei CURRENTA den Betrieb Gartenbau & Verkehrsflächenservice im Bereich CUR-SER-GuF seit Oktober 2018 leitet.

Abfallbehältermanagement nur technisch optimierbar

Derzeit stehen noch 160 „analoge“ Abfalleimer im und um den CHEMPARK, die regelmäßig vor Ort, individuell inspiziert und entleert werden müssen. Quillt ein Eimer über, so fällt dies erst bei der nächsten Entsorgungstour oder durch eine Beschwerde auf. Entsprechend eng müssen diese getaktet sein, um „wilde Müllansammlungen“ an Werkstoren, auf Parkplätzen oder den Repräsentationsflächen zu verhindern.

Für den ausgebildeten Lean-Experten Goronczewski lässt sich dieser Prozess nur technisch lösen, durch Abfallsammelbehälter, die ihren Füllstand lokal und in Echtzeit messen sowie an eine zentrale Stelle senden. "Genau dies macht der Bigbelly, der die Daten an eine Cloud sendet, die sich mithilfe  einer App auf dem Smartphone abrufen lassen", erklärt der Betriebsleiter.

Die Energie dafür stellen die integrierten Solarzellen bereit. Mit nur acht Stunden Tageslicht ist eine Betriebsdauer von bis zu 30 Tagen möglich. Die Müllaufnahme kann durch den Abfallverdichter von 80 Liter auf bis zu 800 Liter vergrößert werden. Somit müssen die smarten Sammler aus den Staaten auch seltener zur Entleerung angefahren werden.

Die auf der CHEMPARK-Karte in der APP rot markierten Bigbelly-Abfallsammler sind überwiegend voll und müssen geleert werden.

Keine Chance für hungrige Abfallsammler

Ein simpler Vorteil der schwingenden Einwurfklappe besteht darin, dass er den Zugang für Tiere verhindert und ähnlich wie bei Altkleidercontainern nichts wieder hergibt. Dank der Kombination mit der Alarmmitteilung könnten somit überquellende Mülleimer und herausgerupfter Abfall der Vergangenheit angehören.

Acht Bigbellys im Praxistest

Die Datensammlung im Feldversuch im CHEMPARK Leverkusen wird nach ursprünglich geplant vier Monaten, Corona-bedingt jetzt erst im September 2020 abgeschlossen sein. Die insgesamt acht Sammelbehälter wurden am Autohof A51, der CURRENTA-Zentrale E1, Tor 1, Tor 10, Tor 12, Tor 13, der Kasino-Haltestelle und im Japanischen Garten aufgestellt.

Zwischenfazit in der Corona-Zeit

Die neueste  Generation des Bigbelly ist mit einem Fußpedal zur Klappenöffnung ausgestattet. Somit muss der Nutzer die Einwurfklappe nicht anfassen. Das ist einer der Vorteile in Corona-Zeiten. "Durch die zwischenzeitliche Schließung der Innenbereiche aller BayGast-Kantinen sowie den Wechsel zum Außerhaus-Verkauf von Speisen stieg aber auch die Müllmenge an „Einweggeschirr", berichtet Goronczewski.

Gerade an den Toren 12 und 13 sowie im Japanischen Garten habe sich die Abfallsammlung mit dem Bigbelly ausgezahlt. "Vor allem dank der Abfallverdichtung passte dort viel mehr hinein als in einen normalen Müllkorb. Statt zweimal täglich mussten meine Mitarbeiter somit nur noch zweimal wöchentlich für Entleerung und Reinigung anrücken", stellt der Leiter für  Gartenbau & Verkehrsflächenservice im CHEMPARK fest.

Zudem ergänzt er Anfang Juli, dass die Technik reibungslos funktioniere, die Abfallstationen erkannt und angenommen werden sowie die erwartete Effizienz vom Bigbelly erbracht wird – gute Aussichten für den smarten Abfallsammler während seiner letzten drei Testmonate in Leverkusen.

Sebastian Goronczewski fasst die Vorteile so zusammen: "Mithilfe des Füllstandsüberblicks sowie der Abfallkompaktierung bietet sich uns die Chance sowohl Zeit als auch Kosten bei der Behälterleerung zu sparen."
x CURRENTA CURRENTA zum Home-Bildschirm hinzufügen:
drücken und dann Zum Home-Bildschirm.