06. April 2016Bilanz des CHEMPARK Dormagen für 2015:

271 Millionen Euro Investitionen stärken Standort

Rück- und Ausblick auf fertige und anstehende Projekte: CHEMPARK-Leiter Dr. Ernst Grigat
Rück- und Ausblick auf fertige und anstehende Projekte: CHEMPARK-Leiter Dr. Ernst Grigat

Mit Covestro und Arlanxeo bewährte CHEMPARK-Partner mit neuen Namen

46 Millionen Euro mehr Investitionen, 375 neue Arbeitsplätze in der Stammbelegschaft - CHEMPARK-Leiter Dr. Ernst Grigat schaut zufrieden auf das Jahr 2015 am Standort Dormagen. Angetrieben durch mehrere Großprojekte stiegen die Investitionen der Unternehmen im Chemiepark auf 271 Millionen Euro (Vorjahr: 225 Millionen Euro) an. Die Gesamtzahl der im Werk Beschäftigten bleibt mit 10.398 nahezu konstant, die Zahl der fest Beschäftigten bei den CHEMPARK-Unternehmen erhöhte sich von 6.491 auf 6.866. "Die großen Projekte - zum Beispiel von Bayer CropScience, Covestro oder Air Liquide - tragen zu diesem Hoch der Investitionen bei. Das ist ein kerngesundes Wachstum des Standorts und der Beleg, dass die Unternehmen in Dormagen attraktive Rahmenbedingungen vorfinden", erklärte Grigat beim Frühjahrspressegespräch am Mittwoch, 6. April 2016.

Der Anstieg der Investitionen im Jahr 2015 ist vor allem auf die abgeschlossene Großinvestition von Covestro in die neue TDI-Anlage zurückzuführen. Damit im Zusammenhang stehen weitere Projekte wie der neue Steam Reformer von Air Liquide. Beide Anlagen haben im Frühjahr 2015 ihren Betrieb aufgenommen. Die gesamten Investitionskosten der CHEMPARK-Unternehmen - darunter auch des Betreibers und Managers CURRENTA - teilen sich auf in 271 Millionen Euro für Neuinvestitionen und Kapazitätserweiterungen sowie 180 Millionen Euro für Instandhaltungen.

Mitarbeiterzahl auf unverändert hohem Niveau
Trotz des Abschlusses mehrerer Großprojekte ist die Zahl der Beschäftigten im Jahr 2015 mit 10.398 nur minimal geringer als im Vorjahr mit 10.491. Die Gesamtzahl setzt sich zusammen aus 6.866 Mitarbeitern (2014: 6.491) der 35 CHEMPARK-Partner sowie rund 3.532 Fremdfirmenmitarbeitern (2014: 4.000). Durch die Fertigstellung zahlreicher Bauarbeiten kommen diese nun verringert zum Einsatz. Das Plus von 375 bei der Stammbelegschaft ist jedoch unter anderem ein nachhaltiger Effekt der Investitionen. Damit bleibt der CHEMPARK mit seinen Unternehmen auch 2015 einer der größten Arbeitgeber in der Region und mit 506 Auszubildenden der größte Ausbildungsbetrieb im Rhein-Kreis Neuss. Davon profitiert nicht nur Dormagen, sondern die ganze Region - das Jahres-Nettoeinkommen aller Beschäftigten entspricht einer Kaufkraft von rund 300 Millionen Euro.

CURRENTA mahnt funktionierende Infrastruktur an
Mit Blick in die Zukunft betonte Grigat aber, dass weitere langfristig angelegte Investitionen im CHEMPARK keine Selbstläufer seien. Der CHEMPARK-Leiter kritisierte in Richtung Politik die unklaren Perspektiven für die industrielle Erzeugung und Nutzung von Strom und Dampf. Im Alltag täglich sichtbarer seien aber die Probleme durch die mangelhafte Instandhaltung öffentlicher Verkehrswege. "Eine gut funktionierende Infrastruktur ist wichtig für alle weiteren Geschäftsaktivitäten – für die CHEMPARK-Standorte hat sie sogar existenzielle Bedeutung. Dies gilt insbesondere für die Autobahn-Situation im westlichen NRW", so Grigat. "Der Mitte März vorgestellte Bundesverkehrswegeplan und der hierin vorgesehene Schwerpunkt auf unsere Region sind ein ganz wichtiges Signal. Jetzt ist es entscheidend, dass die budgetierten Milliarden mit Hochdruck 'auf die Straße' gebracht werden. Andernfalls könnte das ansonsten positive Image unseres Landes und das Investitionsklima für die hiesige chemische Industrie auf Dauer Schaden nehmen.“

Standortprojekte

CURRENTA schafft Voraussetzungen für weiteres Wachstum
Der CHEMPARK-Manager und -Betreiber hat auch im vergangenen Jahr erheblich in die Infrastruktur des Standortes investiert. Durch die Errichtung des sogenannten Dortmund-Brunnens wurde die Kapazität der werkinternen Kläranlage erhöht, so dass noch einmal 20 Prozent mehr Stickstoff aus dem Abwasser gefiltert werden können. Diese Effizienzmaßnahme kommt damit auch der Umwelt zugute.

Mit den Ansprüchen der CHEMPARK-Partner ist auch der Autohof am Tor 14 gewachsen: Durch den Neubau von 31 Stellflächen, eine den logistischen Abläufen folgende Verkehrsführung sowie den Bau von vier neuen Waagen, die sowohl bei der Ein- als auch bei der Ausfahrt genutzt werden, können die LKW noch schneller abgefertigt und ihre Verweildauer im CHEMPARK weiter reduziert werden. Die Verkehrsströme an den Toren lassen sich dadurch weiter vergleichmäßigen und so Verkehrsspitzen noch besser vermeiden. Seit Oktober 2015 ist das neue Konzept mit allen Elementen in Betrieb.

Ein weiteres Großprojekt ist bei CURRENTA in Arbeit: Das Unternehmen modernisiert die Dampfversorgung am Standort. Dazu soll eine neue Kesselanlage errichtet werden, mit der die Dampfversorgung für die Produktionsbetriebe immer dann sichergestellt werden soll, wenn das von RWE im CHEMPARK betriebene Gas-und-Dampf-Kraftwerk nicht in Betrieb ist. Diese notwendige Dampf-Besicherung wird zurzeit durch einen ebenfalls von RWE betriebenen Kessel übernommen, der aber 2017 nach rund 40 Jahren Betrieb stillgelegt werden muss.

Am 3. März 2016 feierte CURRENTA die festliche Taufe des neuen Dükers zwischen Köln-Merkenich und Leverkusen. Der neue Tunnel mit dem Namen "Martina" soll künftig die beiden Rheinseiten miteinander verbinden. "Der Start der Vortriebsarbeiten unter dem Rhein ist ein weiterer Meilenstein zur Stärkung der Verbundstruktur der CHEMPARK-Standorte Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen", so Grigat. "Unter Umwelt- und Sicherheitsaspekten sind Rohrleitungen ein bewährtes und erprobtes Transportmittel für viele flüssige und gasförmige Stoffe. Schon seit vielen Jahren nutzen wir sie für den Transport von Stoffen wie Stickstoff, Wasserstoff und Kohlenmonoxid zwischen Dormagen und Leverkusen sicher und zuverlässig. Mit dem neuen Düker investieren wir etwa 12 Millionen Euro in die Instandhaltung und Weiterentwicklung der Infrastruktur dieses wichtigen Rohstoffverbundes." Der neue Rohrleitungstunnel wird im Gegensatz zum bisherigen Düker begehbar sein. Er ist damit für Wartungs- und Reparaturarbeiten jederzeit zugänglich. Zudem bietet das neue Bauwerk die notwendige Flexibilität für die zukünftige Entwicklung der Chemiestandorte.

Gemeinsam mit dem Chemieunternehmen INEOS in Köln plant CURRENTA, im Hafen am CHEMPARK Dormagen zwei neue Tankerbrücken zum Umschlagen flüssiger und gasförmiger Fracht zu errichten. Die neuen Anlagen ermöglichen eine schnellere Abfertigung der Schiffe und erhöhen die Menge der verladenen Stoffe. Dazu wollen die Vorhabenträger insgesamt 35 Millionen Euro investieren. Die Tankerbrücken sollen nördlich der bereits bestehenden fünf Anlagen im Rheinvorland errichtet werden. Zum Schutz der Nachbarschaft, der Beschäftigten sowie der Umwelt sind die Tankerbrücken in das umfassende Sicherheitskonzept des CHEMPARK eingebettet. Die Anträge zur Errichtung und zum Betrieb der Tankerbrücken werden voraussichtlich im Frühsommer 2016 bei den zuständigen Behörden eingereicht. Die Bauphase soll 2017 beginnen.

Ein neuer CHEMPARK-Partner: Aus Bayer MaterialScience wird Covestro
Bayer MaterialScience firmiert seit dem 1. September 2015 unter dem Namen Covestro. Mit knapp 1.400 Mitarbeitern ist das neue Unternehmen im CHEMPARK Dormagen vertreten. Ein Schwerpunkt am Standort liegt auf der Herstellung des Rohstoffs Toluylen-Diisocyanat (TDI), der für Polyurethan-Weichschaum benötigt wird. Die hochmoderne TDI-Großanlage, die im Frühjahr 2015 ihren Betrieb aufnahm, hat eine Produktionskapazität von 300.000 Tonnen pro Jahr. Hier spart Covestro im Vergleich zu einer herkömmlichen Anlage gleicher Größe bis zu 60 Prozent Energie ein, außerdem werden bis zu 80 Prozent weniger Lösungsmittel benötigt.

Das nächste Großprojekt von Covestro befindet sich bereits auf der Zielgeraden: Im Rahmen des Projektes "Dream Production" will Covestro erstmals in kommerziellem Maßstab Kohlendioxid als Rohstoff in Polyole einbauen - zentrale Vorprodukte zur Herstellung von Schaumstoff. Das neuartige Polyol, das rund 20 Prozent CO2 enthält, ist so konzipiert, dass es zunächst zur Herstellung von Matratzen aus Polyurethan-Weichschaum dient. Die Anlage ist für ein Produktionsvolumen von 6.000 Tonnen pro Jahr ausgelegt. Im Mai 2015 wurde bereits das Herzstück, ein 25 Tonnen schwerer chemischer Reaktor eingesetzt. Die nun noch ausstehenden Arbeiten an der 15 Millionen Euro teuren Anlage liegen voll im Zeitplan. Die feierliche Eröffnung ist im Juni 2016 geplant. Einer der Ehrengäste wird Thomas Rachel, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, sein.

Weltweite Aufmerksamkeit wird einem Covestro-Produkt im Sommer zuteil: "Beau Jeu", der Spielball des Sportausrüsters adidas zur Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich, erlangt seine hervorragenden Eigenschaften unter anderem durch eine Außenhülle aus insgesamt fünf Schichten auf Basis von Polyurethan-Rohstoffen. Dadurch kehrt der Ball, direkt nach der Verformung beim Schuss, in die perfekte Kugelform zurück. Die eingesetzten Polyurethan-Dispersionen stammen aus dem Impranil®-Sortiment von Covestro und werden in Dormagen hergestellt.

Crop Science baut Produktionskapazitäten weiter aus
Im Mittelpunkt der Investitionen stehen Pflanzenschutzmittel wie moderne Fungizide auf Basis der Wirkstoffe Prothioconazol und Bixafen, die bei wichtigen Nutzpflanzen wie etwa Weizen zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten (Echter Mehltau, Septoria-Blattdürre und Braunrost sowie Blattfleckenkrankheit) eingesetzt werden. Der Ausbau der Prothioconazol-Produktion ist ein mehrstufiges Investitionsprogramm über insgesamt rund 85 Millionen Euro im Zeitraum 2011 bis 2017 und damit größtes Einzelprojekt von Bayer im CHEMPARK Dormagen. Der Wirkstoff wird seit dem Jahr 2004 am Standort hergestellt.

Eine neue Größenordnung erreicht die Flupyradifurone-Produktion. Das ist der Wirkstoff des neuen besonders umweltfreundlichen Insektizids Sivanto. Das Mittel wirkt selektiv gegen pflanzenschädliche Insekten und schont gleichzeitig Bestäuber und andere Nützlinge, die vor allem in Obst- und Gemüsebau hohe Bedeutung haben. Bayer hat mit der Produktion erster Mengen im Vielzweck-Betrieb begonnen und investiert für eine eigenständige Produktionslinie rund 40 Millionen Euro.

Die ansteigenden Produktionsmengen am Standort Dormagen führen zu einem wachsenden Volumen an eingehenden Rohstoffen und abfließender Fertigware. Um den Umschlag der wachsenden Materialströme zu bewältigen wurde ein neues Logistikkonzept aufgesetzt. Kernelemente sind die Zusammenarbeit mit einem externen Logistikdienstleister sowie die Konzeption und Errichtung des Umschlaglagers "Hub A 550". Das neue Umschlaglager ermöglicht ein vollautomatisches Beladen und Entladen der eintreffenden und abfahrenden LKW, das Ein- und Auslagern der Stückgüter inklusive Palettensicherung sowie die Übergabe an die werksinterne Warenverteilung. Pro Stunde können bis zu 120 Paletten abgefertigt werden. Die Realisierung der Investitionen in einer Gesamthöhe von rund 10 Millionen Euro wurde im Februar 2016 gestartet und soll bis Ende 2016 abgeschlossen sein.

LANXESS: Kautschuk-Geschäft in neuem Gemeinschaftsunternehmen ARLANXEO gebündelt
Der Spezialchemie-Konzern LANXESS und Saudi Aramco haben am 1. April 2016 unter dem Namen ARLANXEO ein Joint Venture für synthetischen Kautschuk mit Unternehmenssitz im niederländischen Maastricht gestartet. Drei Kautschukbetriebe und rund 500 LANXESS-Mitarbeiter am Standort Dormagen sind in das 50:50-Gemeinschaftsunternehmen gewechselt.

Mit dem neuen Unternehmen sind der weltweit größte Produzent von synthetischen Kautschuken und der weltgrößte Öl- und Energiekonzern eine weitreichende strategische Partnerschaft eingegangen. "Mit dieser Allianz verschaffen wir dem Kautschukgeschäft eine sehr starke Wettbewerbsposition und die bestmögliche Zukunftsperspektive", sagte Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzender der LANXESS AG. "Gemeinsam können wir künftig synthetische Kautschuke in einer integrierten Wertschöpfungskette von der Ölquelle bis zum Endprodukt herstellen. Damit formen wir einen der leistungsfähigsten Anbieter im Weltmarkt. Unseren Kunden können wir dadurch noch höhere Zuverlässigkeit bieten."

Das Kerngeschäft von ARLANXEO bilden die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von synthetischen Kautschuken. Diese werden unter anderem in der globalen Reifenindustrie, in der Automobilproduktion sowie für zahlreiche weitere technische Anwendungen eingesetzt. Mit Jan Paul de Vries stellt LANXESS den Chief Executive Officer (CEO) und mit Jorge Nogueira ein weiteres Mitglied der vierköpfigen ARLANXEO-Geschäftsführung. Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzender der LANXESS AG, hat den Vorsitz des ebenfalls vierköpfigen Gesellschafterausschusses von ARLANXEO übernommen, in dem auch Michael Pontzen, Finanzvorstand von LANXESS, Mitglied ist.

Air Liquide: zuverlässiger Betrieb im Verbund
Der neue Steam Reformer, in den das Unternehmen rund 100 Millionen Euro investierte, ist vor einem Jahr gestartet und hat seitdem zuverlässig produziert. Die Anlage verfügt über eine Kapazität von 22.000 Tonnen Wasserstoff und 120.000 Tonnen Kohlenmonoxid pro Jahr und beliefert unter anderem die neue TDI-Anlage am Standort Dormagen. Hierüber haben Air Liquide und Covestro einen langfristigen Versorgungsvertrag geschlossen, die Kooperation hat sich bereits im ersten Jahr bewährt. Mit dieser Investition in die Verbundproduktion hat Air Liquide einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung der Polyurethanchemie im CHEMPARK Dormagen geleistet. Auch beim Thema Sicherheit punktet das Unternehmen mit Zuverlässigkeit: null Unfälle im ersten Betriebsjahr.

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