23. März 2018Chemie trifft Digital

Mit dem "digitalen Zwilling" der Anlage aufs Dach steigen

Wirtschafts- und Digitalisierungsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (5.v.l.) mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (5.v.r.), Kreisdirektor Dirk Brügge (l.), Bürgermeister Erik Lierenfeld (3.v.l.), Dr. Günther Hilken (2.v.r.), Dr. Alexander Wagner (2.v.l.), Mark Mätschke (3.v.r., alle CURRENTA) sowie Maria Hertleif (4.v.l.), Dr. Klemens Gaida (4.v.r.) und Peter Hornik (r., alle Digihub).
Wirtschafts- und Digitalisierungsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (5.v.l.) mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (5.v.r.), Kreisdirektor Dirk Brügge (l.), Bürgermeister Erik Lierenfeld (3.v.l.), Dr. Günther Hilken (2.v.r.), Dr. Alexander Wagner (2.v.l.), Mark Mätschke (3.v.r., alle CURRENTA) sowie Maria Hertleif (4.v.l.), Dr. Klemens Gaida (4.v.r.) und Peter Hornik (r., alle Digihub).

Innovation Night im CHEMPARK Dormagen

"Chemie trifft Digital. Big Data formt die Industrie 4.0. Und die Datenströme fließen auch im CHEMPARK." So begrüßte Dr. Günter Hilken, Chef des Betreibers CURRENTA, die rund 170 Besucher der ChemTech Innovation Night am 22. März 2018. Eine Begegnung zweier Branchen in einer ungewöhnlichen Location – nämlich in der Fahrzeughalle der Dormagener Werkfeuerwehr. Initiiert von der Netzwerkschmiede Digihub sowie den Wirtschaftsförderungen des Rhein-Kreises Neuss und der Stadt Dormagen pitchten hier Startups, Wissenschaftler und Unternehmer ihre digitalen Innovationen. Die Mission des Abends: Aktuelle Trends und digitale Innovationen für die Chemiebranche erlebbar machen. Und natürlich: Netzwerken.

Als Keynote-Speaker gab der nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Digitalisierungsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart wichtige Impulse: "Wenn wir über Digitalisierung und Industrie 4.0 sprechen, denken wir viel zu spät an die Chemie. Das ist ein Fehler, denn sie ist bereits heute durch einen hohen Automatisierungsgrad geprägt. Die ChemTech Innovation Night ist eine tolle Veranstaltung für digitale Lösungen junger Start-ups in diesem Bereich. Das zeigt auch, wie attraktiv und modern die Chemiebranche ist."

In streng getakteten 10-Minuten-Slots zeigten acht spannende "innovation pitches", wie digitale Technologien helfen können, Abläufe in chemischen Unternehmen nachhaltiger und effizienter zu gestalten. Das Publikum stimmte im Anschluss über die drei besten Pitchs ab, die dann weiter vertieft wurden.

Mark Mätschke, Leiter Digitale Kommunikation bei CURRENTA, nahm das Publikum mit auf eine virtuelle Reise durch die Entsorgungs- und Recyclinganlagen des CHEMPARK-Betreibers. Er präsentierte einen sogenannten "digitalen Zwilling", also eine virtuelle Abbildung der Betriebsbereiche in Bürrig, um das Potenzial dieser Basistechnologie aufzuzeigen. In beliebigem Detailierungsgrad konnten die Zuschauer einzelnen Anlagenteilen "aufs Dach steigen" und bequem auf dem Großbildschirm ungewohnte Einblicke nehmen. Die Idee ist es, dieses Modell anwendungsbezogen mit weiteren Daten und Fragestellungen aufzuladen. Für diese Präsentation erhielt Mätschke von den Gästen die meisten Stimmen – nur eines der vielen Projekte, die CURRENTA im Rahmen der eigenen Digitalisierungsstrategie vorantreibt.

"Es ist unsere gemeinsame Aufgabe sicherzustellen, dass die chemische Industrie handlungsfähig bleibt, und jeden Tag aufs Neue um Akzeptanz an unseren drei CHEMPARK-Standorten zu werben. Digitalisierung ist der Weg zu einer 'smart city industry', also einem intelligenten Neben- und Miteinander von Industrie und städtischem Leben. Die Innovation Night ist ein erster Schritt dorthin und ein weiterer ist unser gemeinsames Projekt ChemLab mit dem Rhein-Kreis Neuss und der Stadt Dormagen", erklärte Hausherr Hilken.

Das ChemLab stellten Hans-Jürgen Petrauschke, Landrat im Rhein-Kreis Neuss, und Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld vor. "Derzeit erarbeiten wir eine Digitalisierungsstrategie "Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss" gemeinsam mit interessierten Partnern aus der Region, um die Unternehmen bei der Digitalisierung zu unterstützen. Im Rahmen dessen entstand auch die Idee zum Projekt ChemLab. Am 15. Februar haben wir den Förderantrag eingereicht", berichtet Landrat Petrauschke. Auch Bürgermeister Lierenfeld ist begeistert von dem Projekt, bei dem die Stadt Dormagen mit dem Rhein-Kreis Neuss und dem CHEMPARK-Betreiber CURRENTA kooperiert: "Wir sind gerne als Partner dabei, um am Standort Dormagen im Rhein-Kreis Neuss die Entstehung von Innovationen zu fördern und den Gründergeist zu stärken."

Beim anschließenden Networking hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, sich in entspannter Atmosphäre auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Auch der Organisator ist zufrieden: "Mit der Veranstaltung verfolgt Digihub das Ziel, die Vernetzung zwischen Chemieindustrie und Startups voranzutreiben und mit guten Impulsen einen hilfreichen Beitrag für alle Branchenakteure zu leisten", so Digihub-Manager Dr. Klemens Gaida.

Alle Pitches im Überblick:

  • Digital Product Selector – die Zukunft des B2B-Vertriebs / Carsten Dolch, FoxBase
  • Chemical Process Optimization in the Digital Age / Tino Mundt, DexLeChem
  • Industrieanlagen virtuell erleben - Anwendungsbeispiele und Potenziale / Mark Mätschke, CURRENTA
  • Strom aus Wärme - neu erdacht! / Martin Huber, Bipolymer Systeme
  • Image Recognition for the Chemical Industry / Eva Hlouschek, nyris
  • Chemie an der Hochschule Niederrhein - Digital in Lehre, Forschung und Transfer / Prof. Dr. Martin Jäger, Hochschule Niederrhein
  • PINPOOLS – der digitale Marktplatz für die Chemie- und Kunststoffindustrie / Alexander Lakemeyer, PINPOOLS
  • Cloudbasierte Prozessanalytik für schnelle Multiparameteranalysen / Marius Gernhard, Mumura
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