Netzwerk 10.11.2016

3. Kundenforum im Zeichen der Netzstabilität

CHEMPARK zuverlässig unter Strom

Ein Teil des Strombedarfs im CHEMPARK wird durch den externen Zukauf gedeckt. Hier ein Blick auf ein Umspannwerk, der Nahtstelle zwischen externem und internem Stromnetz.
Ein Teil des Strombedarfs im CHEMPARK wird durch den externen Zukauf gedeckt. Hier ein Blick auf ein Umspannwerk, der Nahtstelle zwischen externem und internem Stromnetz.

"Die Stromnetze im CHEMPARK sind hochverfügbar und weisen eine hohe Stabilität gegen Spannungseinbrüche auf. Dennoch müssen wir gemeinsam Wege finden, wie wir im Zuge der Energiewende und der unsicheren Marktlage im Energiesektor die vorhandene Versorgungssicherheit auch zukünftig zuverlässig gewährleisten können." Mit diesen Worten eröffnete Dr. Stefan Dresely, Leiter des Geschäftsfelds Energie bei CURRENTA, als Gastgeber das 3. Kundenforum im BayKomm. Zahlreiche CHEMPARK-Kunden sowie CURRENTA-Fachleute nahmen an dem Informations- und Erfahrungsaustausch teil. Die Dialogveranstaltung stand unter dem Leitgedanken "CHEMPARK und Versorgungssicherheit".

Ein aktuelles Thema, denn: Die Kraftwerksbetreiber sehen sich durch die aktuelle Gesetzgebung verbunden mit ständig wechselnden Marktrahmenbedingungen einem zunehmenden wirtschaftlichen Druck ausgesetzt. Dies führt unter anderem zu immer mehr Stilllegungsanträgen bei der Bundesnetzagentur. Gleichzeitig stockt der für die Energiewende notwendige Netzausbau. Bei Trassenprojekten mangelt es oft an der notwendigen Akzeptanz bei der Bevölkerung. Welche Rolle dabei die Industrie als Erzeuger und Verbraucher für die Netzstabilität spielen kann, welche Voraussetzungen für zukünftige Versorgungssicherheit gegeben sein müssen und mit welchen Aktivitäten die Fachleute im CHEMPARK nachhaltige Fortschritte erreichen wollen, waren Hauptfragen des Symposiums. Mit Joachim Vanzetta, Leiter Systemführung Netz bei Amprion, sowie den CURRENTA-Experten Wolfgang Gassner und Ariane Jungnitz, beleuchteten ausgewiesene externe und interne Fachleute das Themenfeld. Moderiert wurde die Veranstaltung von CURRENTA-Pressesprecher Mauritz Faenger-Montag.

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Joachim Vanzetta: Konventionelle Kraftwerke für Versorgungssicherheit unverzichtbar
Kraftwerkswarte von CURRENTA-Energie
Kraftwerkswarte von CURRENTA-Energie

Joachim Vanzetta widmete sich in seinem Vortrag dem Thema "Netzstabilität – aktuelle Herausforderungen für den Betrieb von Übertragungsnetzen". Ausführlich ging er dabei auf die Entwicklung im Rahmen der Energiewende ein und berichtete über den aktuellen Diskussions- und Regelungsstand. Sein Credo: "Für die Versorgungssicherheit und Systemsicherheit brauchen wir weiter konventionelle Kraftwerke. Sie leisten an netztechnisch sinnvollen Standorten auch zukünftig einen unverzichtbaren Beitrag zur Systemsicherheit. Die erneuerbaren Energien drängen die konventionellen Kraftwerke jedoch aus dem Markt. Erneuerbare Energien können diese Sicherheit heute alleine nicht nachhaltig und zuverlässig bieten", so Vanzetta. Hierfür würden Langzeitspeicher benötigt. Diese müssten entwickelt werden. Solange die Speicher nicht verfügbar seien, sei der Bau neuer flexibler Kraftwerke eine wichtige Maßnahme, um die Flexibilitätsanforderungen zu erfüllen.

Wolfgang Gassner: Versorgungsqualität ist ein wesentlicher Standortfaktor

Wolfgang Gassner, Operatives Assetmanagement bei CURRENTA Energie und verantwortlich für die Sicherstellung der Netzqualität im Strom-und Gasnetz, zeigte in seinem Vortrag "Netzstabilität im CHEMPARK" anhand von Kennzahlen die sehr hohe Versorgungssicherheit im CHEMPARK. "Vermaschte Netzstrukturen, ein durchgängiges Schutzkonzept, fernsteuerbare Anlagen und eine effiziente Anlagenauslastung sind Merkmale hoher Zuverlässigkeit", so Gassner. Mit Spannungserfassungsgeräten am CHEMPARK-Anschluss und im Verteilnetz sowie -durch Monitoring der Spannungsqualität im Niederspannungsbereich kommen wir unserer Verantwortung der Energiebereitstellung nach", so Gassner. Sein Fazit: "Die Versorgungsqualität ist ein wesentlicher Standortfaktor. Wir bieten unseren Kunden fachliche Beratung zur Versorgungsqualität und arbeiten aktiv in technischen Gremien mit. So bleiben wir ständig am Puls der Zeit", erklärte Gassner.

Ariane Jungnitz: Für Zukunftslösungen im Gespräch bleiben
Stromtransformator
Stromtransformator

In ihren Ausführungen zum Beitrag des CHEMPARKS zur Netzstabilität betonte Ariane Jungnitz, Energiepolitik und Strategisches Regulierungsmanagement bei CURRENTA Energie, die Bedeutung der politischen Akteure in diesem Zusammenhang. Deren Erwartungshaltung,  dass Flexibilität vorhanden ist und angeboten wird machbar ist, findet sich teilweise in den politischen Rahmenbedingungen wieder.  "Damit Industrieunternehmen ihre Potentiale aber heben, müssen die Spielregeln so gestaltet sein, dass sie einen ökonomischen Wert entfalten können."  So reizt der Gesetzgeber neben der Erbringung von abschaltbaren Lasten und Regelenergie im Rahmen der atypischen Netznutzung den bewussten Umgang  mit der eigenen Verbrauchsspitze an.  Daneben können auch Investitionen etwa zur Flexibilisierung der Dampf- und Stromerzeugung wichtige Beiträge zur Netzstabilität liefern. Zusammenfassend sagte sie: Als CHEMPARK können wir insbesondere auch durch Berücksichtigung von Verbundzusammenhängen wichtige Beiträge zur Netzstabilität liefern. Hierzu und vor dem Hintergrund der sich stetig wandelnden  Markt- und Rahmenbedingungen ist es wichtig,  miteinander im Gespräch zu bleiben, um die anstehenden Herausforderungen zu meistern.“

Grosse Resonanz bei den Kunden

In den Diskussionsrunden im Anschluss an die jeweiligen Vorträge, so wie bei den intensiven Gesprächen in der Pause nutzten die Teilnehmer ausführlich die Gelegenheit zum Dialog. "Netzstabilität ist für uns ein sehr wichtiges Thema. Ich nehme aus den Vorträgen eine ganze Menge an zusätzlichem Hintergrundwissen mit, vor allem auch zur aktuellen politischen Diskussion und Dimension. Darüber hinaus stellt das Kundenforum eine sehr gute Möglichkeit zum Austausch mit Kollegen und Vertretern anderer Unternehmen dar. Die Veranstaltung, an der ich zum dritten Mal teilnehme, hat für mich einen hohen Stellenwert", betont Dr. Rolf Kettner, Leiter Global Category Energy Procurement bei Lanxess.

"Ich wollte mich vor allem über die zukünftige Versorgungssicherheit informieren und erfahren, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um sie auch in Zukunft auf dem hohen Niveau halten zu können. Mein Interesse galt ebenfalls der Möglichkeit, erneuerbare Energien im Sinne der Nachhaltigkeit einzusetzen. Viele Facetten sind hier bei sehr spannenden Vorträgen angesprochen worden. Ich bin zum dritten Mal dabei und fand die Symposien stets gelungen. Eine jährliche Fortsetzung würde ich sehr begrüßen", sagt Hasan Karasahin, Product Supply Energy Procurement von Bayer CropScience.

"Wir sind fast mit der halben Abteilung bei diesem Kundenforum vertreten. Vor allem die Fachvorträge von ausgewiesenen Experten ermöglichen eine hervorragende interne und externe Sicht auf die komplexen Zusammenhänge. Dies macht das Forum seit Jahren zu einer lohnenden Veranstaltung. Denn für uns als Unternehmen mit einem hohem Energiebedarf zur Produktion unserer HighTech-Produkte stehen die Haupt-Kostenkomponenten unseres Energiebezugs wie beispielsweise die Kosten der Stromnetze sehr im Fokus. Im Nachgang zu dieser Veranstaltung werden wir die gehörten Inhalte intensiv diskutieren", erklärt Ulrich Garthe, Global Energy Procurement von Covestro.

Dr. Stefan Dresely: Bewährte Dialogplattform

Ein positives Fazit zog Dr. Stefan Dresely: "Das Kundenforum hat sich als Dialogplattform etabliert. Wir haben heute spannende Vorträge gehört. Die Referenten haben Inhalte präsentiert, die den Horizont erweitert, wichtiges Detailwissen nähergebracht und einen hervorragenden Überblick über die politischen Rahmenbedingungen sowie die im CHEMPARK praktizierten Lösungen dargestellt. Wir wollen das als  Anknüpfungspunkt nutzen, um im kommenden Jahr gemeinsam an Lösungen für unsere Kunden zu arbeiten. Die gute Resonanz und intensive Gespräche sind für uns Bestätigung, auch im nächsten Jahr ein Kundenforum zu einem aktuellen Themenkomplex aus dem Energiebereich anzubieten."

Die Präsentationen der Vorträge werden den Teilnehmern im Anschluss an die Veranstaltung zugesandt.

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