Netzwerke - 08.09.2015

Logistische Prozesse sind ein Kernelement des CHEMPARK

Leistung dank Logistik


Der CHEMPARK ist Chemie. Diese Aussage würde wohl jeder sofort unterschreiben. Der CHEMPARK ist Logistik. Das klingt schon nicht mehr ganz so offensichtlich – und ist doch mindestens genauso richtig. Denn das Erfolgsgeheimnis des CHEMPARK beruht auch auf seiner Ausrichtung an logistischen Maßgaben.

Die Bedeutung der Logistik für den CHEMPARK zeigt ein Blick in die Anfangsgeschichte des Leverkusener Standorts: Bereits bei der Gründung der damaligen Farbenfabriken Ende des 19. Jahrhunderts spielten logistische Gesichtspunkte eine entscheidende Rolle. Carl Duisberg, Bayer-Generaldirektor, plante das Werk so, dass am Rhein die Betriebe liegen, die mit großen Mengen an Rohstoffen versorgt werden müssen. Deren Grundprodukte werden per Schiff angeliefert. Die Produkte werden landeinwärts immer weiter verfeinert, sodass – im Idealfall – an der Werkgrenze vom Volumen her deutlich kompaktere Mengen an veredelten Zwischen- oder Endprodukten die Farbenfabriken verlassen. Der Transport innerhalb des Werks sollte so schnell wie möglich ablaufen und sollte deshalb "unbedingt mit der Fabrikbahn bewältigt werden", wie es in der "Werksgeschichte" heißt.

Durch die Dynamik der historischen Entwicklung des CHEMPARK konnte Duisbergs Konzept nicht zu 100 Prozent umgesetzt werden. Doch auch heute noch gilt größtenteils, dass der Chemiepark bereits von der Struktur her auf eine möglichst reibungslose Logistik ausgelegt ist. Und das heißt vor allem: So viele Produkte wie nötig so kostengünstig, sicher und schnell wie möglich an- und abzutransportieren.

Rohrleitungen und Kanäle

Dabei haben innerhalb des CHEMPARK zwei Transportwege eine besonders hohe Bedeutung, die beim Blick auf logistische Prozesse schnell vergessen werden: Rohrleitungen und Kanäle. Über sie fließen Produkte direkt von Betrieb zu Betrieb, von CHEMPARK zu CHEMPARK, vom Lieferanten zur Produktion – schnell, barrierefrei, effizient. Allein die Rohrbrücken an den drei Standorten haben eine Gesamtlänge von circa 80 Kilometern. Stündlich fließen allein durch die Pipelines in Leverkusen über zehn Millionen Liter Wasser – überwiegend für die Kühlung, aber auch als Löse- und Reinigungsmittel. Mengen, die nicht oder nur sehr aufwendig und teuer mit anderen Transportmitteln zu bewältigen wären.

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Logistik als Differenzierungsmerkmal

Sicher ist: Für viele Unternehmen sind ihre Produkte kein Differenzierungsmerkmal mehr. Viele chemische Erzeugnisse werden auch an anderen Orten auf der Welt hergestellt. Stattdessen können sich die Betriebe über ausgefeilte Logistikprozesse profilieren. Die jederzeit ausreichende Verfügbarkeit der Ware kann den entscheidenden Unterschied zur Konkurrenz ausmachen. Dabei können die Unternehmen im CHEMPARK auf die Erfahrung verschiedener Logistik-Dienstleister setzen: unter anderem Baumann, Bertschi, Chemion, Hoyer, Karl Schmidt, Lehnkering und TALKE-Emmerich. Sie ergänzen einander zum Teil und bedienen unterschiedlichste Bedürfnisse von Unternehmen – vom Betrieb eines Containerterminals, über Silolagerung bis zur Abfallentsorgung.

Infrastruktur – wichtig für den Standort Deutschland

Voraussetzung für jeden logistischen Prozess ist eine funktionstüchtige Infrastruktur. Innerhalb des CHEMPARK sorgt CURRENTA dafür, dass Schlaglöcher geschlossen, Rohre gereinigt und Leitungen regelmäßig kontrolliert werden. Zu den Verantwortungsbereichen des CHEMPARK-Managers und -Betreibers gehören Planung und Betrieb der Infrastruktureinrichtungen wie Straßen, Beleuchtung, Eisenbahn- und Kai-Infrastruktur sowie die Werkeinfriedung und Hochwasserschutzanlagen.

Aber auch die externe Infrastruktur hat Einfluss auf die logistischen Abläufe innerhalb des CHEMPARK. Kaputte Straßen und marode Gleise verhindern schnelle und effiziente Transporte. Die für den Lastverkehr derzeit nicht mehr befahrbare Autobahnbrücke A1 bei Leverkusen ist nur ein Beispiel für den verbesserungswürdigen Gesamtzustand der hiesigen Verkehrsinfrastruktur. Im Interesse der CHEMPARK-Unternehmen hält CURRENTA intensiven Kontakt zu Entscheidern in der Politik, damit Investitionen weiter hochgehalten und vor allem zügig umgesetzt werden.

Mehr zur Arbeit von CURRENTA lesen Sie hier.

Noch flexibler werden

Der CHEMPARK hat räumliche Grenzen. Deshalb gilt auch beim Blick auf die Logistik: Nicht Wachstum ist zwingend das Ziel, sondern Effizienzsteigerung. Ein Beispiel, wie das gelingen kann, ist GATE. Bei dem Gemeinschaftsprojekt von CURRENTA, Chemion, Covestro und LANXESS wird die durchschnittliche Verweilzeit der Lkw in den CHEMPARK-Standorten um circa 60 Minuten reduziert. Dazu wurden elektronische Erfassungssysteme installiert, die den Warenein- und -ausgang beschleunigen (mehr dazu lesen Sie hier).

Um weitere Effizienzen im Bereich Logistik heben zu können, müssen auch die Logistikunternehmen reagieren – und neue Arbeitsfelder erschließen. So erweitert zum Beispiel Chemion aktuell sein Portfolio im Bereich Produktionslogistik. Das Ziel ist es, Aufgaben zu übernehmen, die bislang von den Betrieben selbst ausgeführt worden sind. Damit können sich die Unternehmen verstärkt auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und die Logistikprozesse von einem Dienstleister verantworten lassen. So können zahlreiche  Logistikaktivitäten noch flexibler, variabler und günstiger abgewickelt werden.

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