Netzwerke - 18.11.2014

Kemira-Betriebsleiter Till Huonker im Interview

Synergien mit der TDI-Anlage

Blick auf die neue KEMIRA-Anlage für Wasserchemikalien
Blick auf die neue KEMIRA-Anlage für Wasserchemikalien


Leuchtend weiß und kräftig blau fällt im CHEMPARK Dormagen die Neuansiedlung des finnischen Chemiekonzerns KEMIRA (B 810-811) gleich ins Auge. Aber nicht nur farblich ist die in den Nationalfarben seiner nordischen Heimat gehaltene Produktionsanlage für Wasserchemikalien, an Straße 12, im Norden des Standorts, ein Hingucker. Im Gespräch erläutert KEMIRA-Betriebsleiter Till Huonker die Synergien mit der TDI-Anlage und Faktoren, die zur Ansiedlung und Bau dieser den Stoffverbund in Dormagen bereichernden Anlage führten.

Till Huonker
Till Huonker

Wieso investieren Sie im CHEMPARK Dormagen?
Till Huonker: Mit einem Wort ausgedrückt lautet meine Antwort Synergien. Mit der gerade in Betrieb gehenden KEMIRA-Anlage erzeugen wir aus dem Nebenprodukt "Wässrige Salzsäure" der TDI-Anlage ein Flockungsmittel, das in kommunalen Kläranlagen bei der Abwasserreinigung sinnvoll zum Einsatz kommt. Neben der gut ausgebauten Standortinfrastruktur, hohen Sicherheit – vor allem auch auf Grundlage des Werkschutzes und der Werkfeuerwehr, war für KEMIRA die optimale Verbindung und Nähe zu unseren Märkten in den Beneluxländern, Deutschland und Teilen von Frankreich entscheidend. Der CHEMPARK Dormagen liegt sehr zentral und bietet uns alle Möglichkeiten unser flüssiges Produkt gut abzutransportieren – per Lkw sowie zukünftig zusätzlich auch per Bahnkesselwagen. Darüber hinaus konnten wir beim Zusammenstellen der 15-köpfigen Anlagenmannschaft qualifizierte Mitarbeiter aus dem CHEMPARK Dormagen gewinnen.

Till Huonker

Hat KEMIRA bereits Erfahrungen bei der Herstellung von Wasserchemikalien?
Till Huonker: Ja, wir produzieren Wasserchemikalien mit dieser Technik an 28 Standorten weltweit. Bevor wir jedoch Teil des CHEMPARK-Stoffverbundes werden konnten, galt es das Verfahren zur Herstellung von Polyaluminium-Chlorid individuell anzupassen und den Prozess auf den anfallenden Rohstoff zuzuschneiden. Im Zuge von nur 15 Monaten entstand eine Anlage nach dem aktuellen Stand der Technik. Rechtzeitig zum Produktionsbeginn der TDI-Anlage geht sie nun in den Regelbetrieb über.

Welche Rolle spielt hier der Chemieparkbetreiber CURRENTA?
Till Huonker: Während wir uns voll und ganz auf die Planung unserer Anlage konzentrieren konnten, kümmerte sich die CURRENTA um alle baurechtlichen Belange und unterstützte uns bei Genehmigungen sowie die Integration der Anlage in die CHEMPARK-Infrastruktur. Gut gefallen hat mir, dass uns CURRENTA einen zentralen Ansprechpartner zur Verfügung gestellt hatte, der für alle Fragen rund um die Ansiedlung stets ein offenes Ohr hatte. Auch jetzt wo die Anlage den Betrieb aufnimmt, tauschen wir uns noch regelmäßig mit der CURRENTA aus, zum Beispiel beim Thema Arbeitssicherheit. Darüber hinaus steht uns der Dienstleister weiterhin kurzfristig mit Rat und Tat zur Verfügung. Vom Standortbetreiber CURRENTA organisierte Foren, wie zum Beispiel die CHEMPARK-Konferenz, bieten uns weitere Vorteile.

Till Huonker

Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen für den Industriestandort generell und speziell Chemieparks in Deutschland?
Till Huonker:
Primär beim Thema Industrieakzeptanz. Die CURRENTA begegnet dieser Herausforderung nach meiner Einschätzung mit einer vielfältigen Öffentlichkeitsarbeit sehr aktiv und gut in Nachbarschaft und auf anderen Ebenen. Das intensiv diskutierte Thema Energiepreise tangiert uns aktuell noch nicht so stark, da wir bei der Produktion vor allem auf die Versorgung mit dem Rohstoff "Wässrige Säure" aus der TDI-Anlage angewiesen sind. Indirekt dürfte sich eine Preiszunahme mittelfristig auch auf die von CURRENTA bezogenen Produkte wie Druckluft, Dampf, Prozesswasser, Kühlwasser und Strom auswirken, für deren Erzeugung oder Transport nun einmal auch Energie erforderlich ist.

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