Netzwerk- 20.10.2015

Komplexität im Bereich Energiepolitik erfordert starkes Engagement

Energiepolitik: Einsatz für die Wettbewerbsfähigkeit des CHEMPARK

Blick in die Messwarte eines CHEMPARK-Kraftwerkes


Die Komplexität der energiepolitischen und energierechtlichen Bedingungen für die chemische Industrie ist in den vergangen Jahren erheblich gestiegen. Regelmäßige Novellen des Energiewirtschaftsgesetzes, des Erneuerbare-Energien-Gesetzes oder auch des Kraftwärme-Kopplungs-Gesetzes bilden den Rahmen für die energieintensive Industrie im CHEMPARK. CURRENTA hat deshalb Ende 2012 die Organisationseinheit "Energiepolitik/Strategisches Regulierungsmanagement" unter der Leitung von Dr. Hans-Jörg Preisigke neu gegründet. Die Aufgabe seines Teams besteht darin, die Bedürfnisse und Betroffenheiten bei CURRENTA und seinen Kunden zu erkennen, zu bewerten und die gemeinsamen energiepolitischen Interessen außerhalb des CHEMPARK zu vertreten.

Stetig gestiegene Bedeutung der Energiepolitik

Dr. Hans-Jörg Preisigke

Spätestens seit den Ereignissen von Fukushima und dem beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie ist die Energiepolitik zunehmend auch in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Im Rahmen der der Energiewende wurde u. a. der ambitionierte Ausbau der Erneuerbaren Energien beschlossen. Daraus resultieren sowohl Chancen als auch Risiken und neue Herausforderungen.

Chancen bestehen zum Beispiel in der Erschließung neuer Märkte für die Produkte unserer Kunden, z. B. zur Gebäudedämmung oder auch zur Verwendung in Photovoltaikanlagen oder auch in der Bereitstellung von flexiblen Stromabnahmen, die zunehmend an Wert gewinnen.

Während sich früher die Stromerzeugung den Strombedarfen anpasste und vollständig regelbar war, stellt die zunehmende Stromerzeugung auf Basis der Erneuerbaren, die nicht ständig verlässlich zur Verfügung stehen, einen Paradigmenwechsel dar. Insofern gewinnen Stromabnahmen, die flexibel auf die Erzeugung reagieren können, an Bedeutung.

"Wir unterstützen die Energiewende mit diversen Beiträgen. Dies müssen wir extern deutlich machen. Aber wir müssen auch unsere Anforderungen an den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit unserer Standorte immer wieder thematisieren", sagt Preisigke.

Erhalt von Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit als zentrale Herausforderungen

Die Kraftwerke im CHEMPARK laufen als KWK-Anlagen mit hoher Energieeffizienz. Hier ein Blick auf die Dampferzeugung im Kraftwerk in Leverkusen.

Der Erhalt der Versorgungssicherheit ist eines der Kernthemen, denen sich Preisigke mit seinem Team auch in externen Gremien, wie dem Verband der chemischen Industrie (VCI) und dem Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), widmet. Das Formulieren von Anreizen für neue Kraftwerke, die notwendig sind, damit in Zeiten ohne Wind  und Sonne genügend Erzeugungskapazitäten vorhanden sind, wurde auch in den Verbänden intensiv diskutiert. Diese Fragestellung führt zu einem neuen Strommarktdesign, welches derzeit ausgestaltet wird. Wichtig ist dabei, die Rolle der Kraft-Wärme-Kopplung herauszustellen.

Die Nutzung der gekoppelten Erzeugung von Strom und Wärme ist für CURRENTA und ihre Kunden sowie für die chemische Industrie insgesamt von großer Bedeutung. Der bekannte Vorteil der Kraft-Wärme-Kopplung besteht in der hohen Energieeffizienz. Für die chemische Industrie sind darüber hinaus der ganzjährig verfügbare Prozesswärmebedarf und die Nähe zwischen Erzeugung und Verbrauch typisch.

Bettina Pöhler

Um die KWK-Technologie zu erhalten, positioniert sich CURRENTA auch im Sinne der Kunden für eine angemessene Ausgestaltung des aktuell novellierten Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes (KWKG). "Da große KWK-Projekte eine entsprechende Realisierungsdauer benötigen, plädieren wir dafür, auch Projekte zu fördern, die nach 2020 in den Dauerbetrieb gehen" erläutert Bettina Pöhler, die im Bereich Energiepolitik u.a. die Novelle des KWKG verantwortlich begleitet.

"Es ist wichtig, dass sich bestehende und neue Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen künftig rechnen, denn das erhält auch die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Chemiestandorte. Damit auch künftig in Deutschland global wettbewerbsfähig produziert werden kann und damit auch unsere Standorte attraktiv bleiben, ist es außerdem unerlässlich, die Industrie von weiteren Zusatzkosten zu entlasten, die beispielsweise aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz oder dem Emissionshandel entstehen", so Pöhler.

Berücksichtigung der unterschiedlichen Interessen

Aus den Diskussionen in den Verbänden und innerhalb des CHEMPARK kennen Preisigke und Pöhler die unterschiedlichen Interessen der Kunden und von Chemieunternehmen insgesamt. Die Vielfältigkeit der Interessen lässt sich am Beispiel des Erneuerbare-Energie-Gesetzes verdeutlichen. Preisigke leitet hier auch die entsprechenden Arbeitskreise im VCI und im VIK. "Wir setzen uns hier sowohl für die Beibehaltung der Entlastung eigenerzeugten Stromes von der EEG-Umlage als auch für die nachhaltige Entlastung der besonders stromintensiven Unternehmen ein. Unabhängig davon gilt es, auch im Sinne der mittelständischen Unternehmen, den Kostenanstieg aus dem Ausbau der Erneuerbaren einzudämmen."

Nach der EEG-Novelle in 2014 wird die nächste größere Novelle bereits in 2016/2017 erwartet. "Es bleibt also spannend. Die ständig neuen Herausforderungen machen die Arbeit und die Diskussionen auch in den Ministerien und mit der Politik so interessant", führen Preisigke und Pöhler übereinstimmend aus.

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