Freitag - 05. Oktober 2018
MultiPlantCenter4.0: Currenta nimmt neue Ausbildungsinfrastruktur in Betrieb

Lernen und Arbeiten wie in echten Produktionsanlagen

NRW-Arbeitsminister Laumann lobt Investition in die Zukunft
Digitaler Startknopf im voll vernetzten MultiPlantCenter4.0: NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (Mitte) zusammen mit Currenta-Arbeitsdirektor Dr. Alexander Wagner (links) und Leverkusens Bürgermeister Bernhard Marewski.
Digitaler Startknopf im voll vernetzten MultiPlantCenter4.0: NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (Mitte) zusammen mit Currenta-Arbeitsdirektor Dr. Alexander Wagner (links) und Leverkusens Bürgermeister Bernhard Marewski.

Leverkusen, 8. Oktober 2018 – Currenta-Geschäftsführer Dr. Alexander Wagner gibt das Ziel vor: „Die Unternehmen im Chempark benötigen gut ausgebildete und handlungsfähige Fachkräfte, um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben. Dies zu gewährleisten hat sich Currenta als qualifizierter Ausbilder auf die Fahnen geschrieben.“ Ein entscheidender Faktor dabei: Die Ausbildung nach modernsten Standards. Genau das bietet die am 8.Oktober durch NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann eingeweihte voll digitalisierte Ausbildungsinfrastruktur: das MultiPlantCenter4.0 - kurz MPC. In dieser neuen „Fabrik“ können Auszubildende auf 220 Quadratmetern an einem Ort berufsübergreifend ausgebildet werden – vom Labor bis zum Technikum.

Zukunftsweisend, ganzheitlich, vernetzt – Lob vom Minister
Das Konzept überzeugte auch NRW-Arbeitsminister Laumann. „Eine gute Ausbildung ist die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Berufsleben und die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Das ist hier im Chempark erkannt worden. Sie investieren in eine zukunftsweisende und hochtechnisierte Ausbildungsinfrastruktur. Sie zeigen, wie die Digitalisierung sowohl Arbeits- als auch Ausbildungswelten verändern wird – und vor allem, wie modern, anspruchsvoll und chancenreich eine duale Ausbildung sein kann“, sagte der Minister bei der feierlichen Einweihung im Chempark Leverkusen.

Arbeitsdirektor Wagner betonte in seiner Rede, wie wichtig eine praxisnahe und innovative Ausbildung ist: „So steigen die Chancen auf Übernahme und eine gute berufliche Zukunft. Die Jungfacharbeiter werden sehr schnell in den Betriebsalltag integriert und zu vollwertigen Mitarbeitern.“ Auf dem Weg dahin könne die Politik allerdings unterstützen, so Wagner weiter: „Wir stellen in unseren Einstellungstests bei den Schulabgängern erhebliche Defizite im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich fest. Wir wünschen uns, dass die Schüler im Laufe ihrer schulischen Laufbahn sehr viel mehr an diese Themen herangeführt werden.“ Aber auch die Berufsorientierung müsse stärker in den Lehrplänen berücksichtigt werden. Damit könne an den Gymnasien die duale Ausbildung als Alternative zum Studium stärker hervorgehoben werden.

Currenta investiert über 2 Mio. Euro
Nur anderthalb Jahre lagen zwischen dem Baubeginn und der feierlichen Einweihung des neuen MultiPlantCenters4.0 im Ausbildungscampus des Chempark Leverkusen. „Ziel war es, im Ausbildungszentrum eine noch praxisnähere Ausbildungswelt zu schaffen, die sämtlichen Anforderungen der Arbeitsabläufe und Digitalisierung entspricht“, erklärt Projektleiter Udo Koertgen. Über zwei Millionen Euro wurden dafür investiert.

Ausbilder Darius Duda erläutert NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann und Currenta-Arbeitsdirektor Dr. Alexander Wagner die Funktionsweise der neuen Anlage im MultiPlantCenter4.0.
Ausbilder Darius Duda erläutert NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann und Currenta-Arbeitsdirektor Dr. Alexander Wagner die Funktionsweise der neuen Anlage im MultiPlantCenter4.0.

Vollständig vernetzt – Aufgaben von A bis Z
Die Herausforderung war, die Fachgebiete wie Verfahrenstechnik, Anlagentechnik und Labortechnik zusammen zu führen. „Was vorher nur jeweils separat in Teilschritten möglich war, ist nun komplett an einem Ort machbar – so wie im realen Arbeitsleben in den Anlagen.“ Auf diese Weise lernen die Azubis den gesamten Vorgang kennen und können ihn mit großem Lerneffekt selbständig lösen“, so Koertgen.

Dabei sind die verschiedenen Anlagenteile vollständig miteinander vernetzt, die umfassenden Produktionsprozesse digital abbildbar. So können Messdaten von den Waagen oder Parameter wie Temperatur oder Druck in den Kesseln digital übertragen werden. Alle Azubis arbeiten im MPC mit eigenen Tablets statt an Tafeln. Über eine Cloud können sie jederzeit auf die heruntergeladenen Ergebnisse zurückgreifen, Materialien einsehen und Versuchsanordnungen ins Gedächtnis rufen.

Vorteile für alle Beteiligten
Wilhelm Heuken, Leiter der Bildung bei Currenta: „Vom neuen MPC profitieren unsere Kunden, die Ausbilder und vor allem die Azubis in hohem Maße. Darauf können wir stolz sein.“ Currenta kann mit dem neuen Center auf die variierenden Bedarfe flexibel reagieren. Zudem ist die Ausbildungskapazität erhöht worden. Und: In einem Raum können mehr Ausbildungsinhalte zielgenau nach den Wünschen der Kunden vermittelt werden.

MultiPlantCenter4.0 – ein paar Fakten

    • in zwei Gebäuden wurden insgesamt rund 400 Quadratmeter Fläche umgebaut
    • nur 18 Monate Bauzeit
    • rund ein Dutzend Gewerke
    • insgesamt knapp 100 beteiligte Personen vor Ort (Projektteam + Handwerker etc.)
    • über 2 Millionen Investitionssumme

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