Donnerstag - 30. Januar 2020
Chempark Leverkusen

Bunte Einblicke

Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums experimentieren mit Farben und lernen die Bedeutung der Farbenindustrie für die Stadtgeschichte kennen
Wiegen, abfüllen, rühren: Sichtlich Spaß hatten die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums bei der Herstellung von Farbe im Experimentierlabor des Chempark.
Wiegen, abfüllen, rühren: Sichtlich Spaß hatten die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums bei der Herstellung von Farbe im Experimentierlabor des Chempark.

Auf die richtige Mischung und Zubereitung kommt es an, wenn aus chemischen Grundstoffen Farbe werden soll. Um das live zu erleben, tauschte der Chemie-Leistungskurs des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums für einen Tag lang Stifte und Schreibblöcke gegen Laborkittel und Erlenmeyer-Kolben ein. Unter dem Titel „Farbe und Färben“ gab der Leiter des Nachbarschaftsbüros und Chemiker Ulrich Bornewasser den Nachwuchsnaturwissenschaftlern zunächst eine Einführung in die Theorie der Farbenherstellung, die sie anschließend im Experimentierlabor von Chempark-Manager und -Betreiber Currenta bei der Färbung von verschiedenen Fasern mit dem blauen Indigo-Farbstoff anwenden konnten. Anschließend führte sie der Weg in die Villa Römer nach Opladen. In der Dauerausstellung des 1905 von der Fabrikantenfamilie Römer erbauten Anwesens erklärte ihnen die Historikerin und Buchautorin Ellen Lorentz, wie der Aufschwung der Farbenindustrie im frühen 20. Jahrhundert in Leverkusen den Verlauf der Stadtgeschichte mitgeprägt hat.

Spaß und Wissen auf der Tagesordnung
„Mir war es wichtig, mit diesem Nachbarschaftsprojekt dem Leverkusener Nachwuchs die Freude an der praktischen Anwendung der Chemie zu vermitteln. Denn ohne diese Anwendungen sähe unser Leben in fast allen Lebensbereichen deutlich anders aus“, erklärt Ulrich Bornewasser, der die Initiative gemeinsam mit Ellen Lorentz ins Leben gerufen hat. „Gleichzeitig konnten wir uns durch den Aufbau des Programms dem Thema Farben wissenschaftlich, lokal und historisch nähern.“ Für den Leistungskurs bot der Tag eine lehrreiche Abwechslung vom Schulalltag. „Meine Schülerinnen und Schüler haben sich schon lange auf diesen Ausflug gefreut“, blickt die betreuende Lehrerin Petra Klawikowski zurück. „Wir sind sehr dankbar über dieses Angebot des Chempark, die Inhalte aus den Lehrbüchern anwenden zu können und dabei noch etwas über unsere Stadt zu erfahren.“

Auf den Spuren der Farbgeschichte: Historikerin Ellen Lorentz zeigt der Schulklasse im Museum der Villa Römer die Leverkusener Farbproduktionsstätten während der Gründerzeit.
Auf den Spuren der Farbgeschichte: Historikerin Ellen Lorentz zeigt der Schulklasse im Museum der Villa Römer die Leverkusener Farbproduktionsstätten während der Gründerzeit.

Farbengeschichte gleich Chemiegeschichte
Abgerundet wurde der Tag mit Einblicken, warum Leverkusen in der Gründerzeit durch die Herstellung von Farben florierte. Damals war das Färben noch nicht so einfach zu bewerkstelligen wie heute und musste in einem aufwendigen Produktionsverfahren erfolgen. Opladen war mit seiner damaligen Färberei der Familie Römer eine der Hochburgen hierfür. Dies erklärte Ellen Lorentz bei dem Gang durch das Industriemuseum anhand verschiedener Anschauungsobjekte. Mit der Erkenntnis, dass die Herstellung der besonders beim Bürgertum beliebten Farbe Türkischrot mit der Ansiedlung des Farbenproduzenten Bayer AG wesentlich zum Aufschwung der Chemiestadt beitrug, wurden die Teilnehmer schließlich wieder auf die Schulbank entlassen.

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