Betrieb, 2. Juni 2022

TECTRION lässt Trafos in neue Bayer-Produktion schweben

CHEMPARK Leverkusen

Trafo am Haken und in Balance am TECTRION-Portalkran, kurz bevor der Kranführer ihn durch die Türöffnung horizontal hineinhebt.

Es grenzt schon an Magie und erinnert an faszinierende Minuten bei „Wetten dass“, wenn der Kranführer die tonnenschweren Trafos horizontal hineinfliegen lässt, ohne das Gebäude zu berühren im Zeitlupentempo bewegt und dann genau an der richtigen Stelle absetzt. Für die Montagetechniker rund um TECTRION-Kollege Andreas Cossu bestimmen Sonderaufgaben wie diese in der neuen Bayer-Arzneimittelproduktion das Tagesgeschäft. Routine hat sich aber auch nach Jahren noch nicht eingestellt, da stets eine individuelle Lösung nach den lokalen Gegebenheiten gefunden werden muss.

Kann ein Richtfest an einem Freitag den 13. gelingen? Sehr wohl, wenn Bayer zur Vorstellung seiner zukunftsweisenden Produktionsanlage einlädt und CURRENTA die Veranstaltung betreut. Bundeskanzler Olaf Scholz und sein Gesundheitsminister Karl Lauterbach waren zwei Tage vor der Wahl des NRW-Landtages in den Flittarder Werksteil des CHEMPARK Leverkusen gekommen, um sich dort den Rohbau eines völlig neuen Types einer Anlage für die Arzneimittelproduktion anzusehen.

Solida 1, so der Name der neuen Fabrik, wird weltweit zu den ersten lernenden Arzneimittelproduktionsanlagen gehören, die Datenströme mithilfe künstlicher Intelligenz analysieren und daraus Handlungsempfehlungen ableiten. Da die Fabrik mit einer Bruttogrundfläche von rund 15.000 Quadratmetern ihren Energiebedarf zu 70 Prozent erneuerbar mit Erdwärme (Geothermie) deckt, wird auch ihre Klimabilanz wegweisend sein.

2024 soll die für rund 275 Millionen Euro errichtete Anlage betriebsbereit sein und vor allem der Produktion von Medikamenten zur Behandlung von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen dienen. Der Solida 1- Betrieb mit 100 Mitarbeiter*innen wird sich laut Bayer zum Kern des neuen globalen Kompetenzzentrums für die Produktion von Feststoff-Arzneimitteln am Standort Leverkusen entwickeln.

NETCUR obliegt die komplette Stromversorgung

Gut eine Woche vor dem Festakt mit 400 Gästen ging es für NETCUR-Projektleiter Christian Sieger noch hoch her. NETCUR ist eine 100%-Tochtergesellschaft der CURRENTA, die seit 1. Januar 2019 das Stromnetz im CHEMPARK betreibt. Schließlich galt es vier, jeweils fünf Tonnen schwere, Transformatoren in den dritten Stock der neuen Arzneimittelfabrik zu bekommen. Da weder Aufzüge noch Treppen zu diesem Zeitpunkt für diese Aufgabe geeignet oder verfügbar waren, blieb nur der Weg durch die Luft.

Und die zweite Herausforderung bestand darin, dass das Dach schon drauf war und die Trafos somit nur seitlich durch eine doppelflügelige Glastür ins Gebäude horizontal schwebend gelangen konnten.

Da gibt es doch etwas von TECTRION

Für diese fast schon Zauberei erfordernde Aufgabe bietet die TECTRION eine Lösung an, in Gestalt des Portalkrans. Das vom Industriedienstleister selbst entwickelte und seit mehr als 25 Jahren erfolgreich im und um den CHEMPARK eingesetzte Hebehilfsmittel besteht aus mehreren Stahlträgern . „Abhängig von der zu hebenden Last berechnen wir jedes Mal individuell, wie viele Träger und in welcher Länge miteinander verschraubt werden müssen. Danach kommt der Kran an den Haken eines Schwerlastkrans“, erklärt Andreas Cossu, der die wie ein Metallbaukasten an die Last flexibel anpassbare Hebevorrichtung erfunden hat.

Bevor die Last, in diesem Fall Trafos, aber abheben, muss sie zunächst ins Gleichgewicht gebracht werden. Dafür sorgt ein Gegengewicht, das horizontal so weit verschoben wird, bis dieser Zustand erreicht ist, so ähnlich wie bei einer traditionellen Waage. Danach kommt es auf das Fingerspitzengefühl des Kranführers im Schwerlastkran an. Denn er bringt die Last samt Portalkran sicher an die Gebäudeöffnung und ins Gebäude. Dabei geben ihm die TECTRION-Kollegen per Funk bis zum Absetzen im Flur vor dem Traforaum Kommandos.

Die meiste Zeit nehmen die Positionierung des Schwerlastkrans, Montage des Portalkrans sowie das sichere Anhängen und Austarieren der Last in Anspruch. Zwischen Abheben und Absetzen der Last vergingen nur 15 Minuten.

„Auch diesmal hat wieder alles prima und unfallfrei funktioniert. Wir haben alle vier Trafos genau nach Zeitplan dorthin bekommen, wo sie hinsollten – ohne Schäden an Mensch, Last und Gebäude“, zeigt sich Cossu auch nach dieser Hebemission zufrieden.

Richtfest am 13. Mai 2022 vor dem Gebäude in das links oben die Trafos gehoben wurden

Bild: Bayer AG

„Die Investition in die neue Arzneimittelproduktionsanlage beweist großes Vertrauen in die Region als Zentrum der Chemie- und Pharmaindustrie. Projekte wie dieses sind entscheidend dafür, dass Deutschland auch im 21. Jahrhundert wirtschaftlich und technologisch zu den globalen Spitzenreitern gehört“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (vierte Person v. l.) in Leverkusen.

„Bayer bekennt sich auch für die Zukunft eindeutig zum Standort Deutschland“, erklärte Werner Baumann (dritte Person v. l.). „Unsere neue Anlage zur Arzneimittelproduktion am Standort Leverkusen ist ein leuchtendes Beispiel dafür. Sie wird in puncto Digitalisierung und Energieeffizienz völlig neue Maßstäbe setzen.“

 

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