Steckbrief

CHEMPARK Dormagen

Im Jahr 1917 hat der erste Betrieb seine Produktion am Standort Dormagen aufgenommen. Heute befinden sich auf dem rund 360 Hektar großen Areal etwa 60 Betriebe, in denen rund 9.400 Menschen mehr als 2.000 Produkte herstellen. Der Produktionsschwerpunkt des flächengrößten Standortes liegt auf der Entwicklung und Herstellung von Pflanzenschutz­mitteln, Polymeren, Kunststoffen und Kautschuken. Der CHEMPARK Dormagen ist der weltweit wichtigste Bayer-Standort für die Herstellung moderner, umweltschonender Pflanzenschutzmittel. In vielen weiteren Anwendungen aus dem Lebensalltag steckt Dormagener Chemie-Know-how. So produziert das am Standort ansässige Unternehmen ARLANXEO unter anderem Kautschukmischungen für spritsparende Reifen. Die Polyurethan-Weichschäume von Covestro finden sich unter anderem in Matratzen und Polstern, komfortablen Büro- und Autositzen sowie passgenauen Verpackungen.

In Dormagen bilden 39 Unternehmen im CHEMPARK einen starken Verbund. Auch das an den CHEMPARK angrenzende Unternehmen INEOS ist Bestandteil dieses Stoffverbundes, ohne CHEMPARK-Partner zu sein. In der Öffentlichkeit jedoch wird INEOS als zum CHEMPARK gehörend wahrgenommen.

Der Norden des CHEMPARK liegt auf dem Stadtgebiet von Dormagen, der Süden gehört zu Köln-Worringen. Die Grenze der beiden Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln verläuft durch den CHEMPARK. Von Norden nach Süden teilt die S-Bahn-Verbindung von Köln nach Neuss den CHEMPARK in einen Ost- und einen Westteil.

Im Norden reicht die Wohnbebauung historisch sehr nah an das CHEMPARK-Gelände heran. An manchen Stellen – etwa in der Nähe des Übergabebahnhofs – werden die Nachbarn nur durch einen Zaun getrennt. Auch die Wohnbebauung in Köln-Worringen befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Rechtsrheinisch – nur wenige Kilometer entfernt – liegt die Stadt Monheim.

 

Die Unternehmen im CHEMPARK Dormagen sind auf qualifizierten Nachwuchs angewiesen. Im Rhein-Kreis Neuss zählen sie zu den größten Arbeitgebern und Ausbildern. Rund 150 junge Menschen beginnen hier jährlich ihre Ausbildung. Sie haben die Wahl zwischen 15 Berufen. Von der Beschäftigungswirkung des CHEMPARK profitiert nicht nur Dormagen, sondern die ganze Region. 2017 entsprach das Jahresnettoeinkommen aller Beschäftigten einer Kaufkraft von rund 260 Millionen Euro.

Im Sinne einer guten Nachbarschaft legt der CHEMPARK großen Wert darauf, sich im Standortumfeld sozial zu engagieren. Darüber hinaus zeigt er Präsenz bei gesellschaftlichen Anlässen und bringt sich in Themen ein, die für Dormagen relevant sind. So ist der CHEMPARK Initiator und Gründungspartner der Lokalen Allianz Dormagen. Sie hat zum Ziel, Nutzen und Wert der Industrie begreifbar zu machen. Auch bei der 2008 gegründeten Bürgerstiftung ist der CHEMPARK seit den Anfängen mit dabei und unterstützt zahlreiche Projekte, etwa das „Fest der Generationen“ oder den Ehrenamtstag. Zu allen Vereinen wie auch zu den lokalen Gliederungen der Umweltverbände und der politischen Parteien werden gute und vertrauensvolle Beziehungen gepflegt. Dies gilt auch für die Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung im Standortumfeld.

Bei der Kommunikation mit Nachbarn aller gesell-schafts­politischen Bereiche spielt das Thema Sicherheit eine besonders große Rolle. Interessierte Bürger können sich bei speziellen Veranstaltungen, im Nachbarschaftsbüro CHEMPUNKT und mit Hilfe von Broschüren umfassend über das ausgeklügelte Sicherheitskonzept des CHEMPARK informieren.

Zahlen und Fakten

Standort seit

1917

Circa

60

Betriebe

Circa
360
ha

Gesamtfläche

Rund 7700

Mitarbeiter im CHEMPARK

Inclusive circa 3.000 Mitarbeitern von Dienstleistungs-
unternehmen, die zeitweise am Standort arbeiten

Mehr als

2000

verschiedene Stoffe
und Produkte

werden hier hergestellt

Rund
260 Mio.
Euro

Nettolohnsumme

Produkte: Pflanzenschutzmittel,
Kunststoffe, Kautschuke, Fasern,
Polyurethan- und Lackrohstoffe,
Petrochemikalien, Synthesegas-
Erzeugnisse etc.

Nachbarschaftskommunikation 2016-2018:

Ein historisches Jubiläum und viele Ideen für die Zukunft

100 Jahre Werk am Rhein: Gemeinsam mit Bürgermeister Erik Lierenfeld (M.) und Dr. Norbert Lui (l.), Leiter des Bayer-Standorts Dormagen, schneidet CHEMPARK-Leiter Lars Friedrich (r.) zur Feier des Tages die Torte an
100 Jahre Werk am Rhein: Gemeinsam mit Bürgermeister Erik Lierenfeld (M.) und Dr. Norbert Lui (l.), Leiter des Bayer-Standorts Dormagen, schneidet CHEMPARK-Leiter Lars Friedrich (r.) zur Feier des Tages die Torte an

In den vergangenen Jahren hat der CHEMPARK auf Grundlage der Ergebnisse des ersten Akzeptanzberichts weitere Angebote, Projekte und Veranstaltungsreihen initiiert und begleitet – stets mit dem Ziel, den Wünschen, Erwartungen und Bedürfnissen der Dormagener gerecht zu werden.

100 Jahre Werk am Rhein

Es war das beherrschende Thema des Jahres 2017 – der 100. Geburtstag des Dormagener Chemieparks. Zwölf Monate lang feierte CURRENTA das Jubiläum. Jedoch nicht hinter verschlossenen Werkstoren, im kleinen Kreis oder nur mit Würdenträgern aus Politik und Gesellschaft. Alle Dormagener Bürger waren eingeladen. Dazu initiierte das Unternehmen eine Vielzahl kleiner und großer Veranstaltungen sowie Projekte, um nicht nur die eigene Geschichte, sondern auch die Verbundenheit mit der Entwicklung von ganz Dormagen zu thematisieren. Oder kurz gesagt: Um viele gute Antworten auf die Frage „Was hast du davon?“ zu geben.

Noch stärker als in den Jahren zuvor stand deshalb der Mehrwert für die Menschen vor Ort und für die Stadt im Fokus jeder Überlegung, jeder Handlung, jeder Idee. Gemeinsam mit Akteuren aus der Stadtgemeinschaft wurden auf dieser Basis zahlreiche Projekte realisiert.

Ort der Begegnung im neuen Look

Das Historische Rathaus am Paul-Wierich-Platz mitten in der Innenstadt zählt zu den bedeutendsten Bauwerken Dormagens. Heute ist das denkmalgeschützte Gebäude ein Wahrzeichen der Stadt, der Vorplatz ein Ort des Austauschs, des Dialogs und der Begegnung. Im Zuge der zwölfmonatigen Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Chemieparks am Rhein würdigte der CHEMPARK die Bedeutung dieses Treffpunkts und wertete ihn baulich auf. Als Hommage an die Verbundenheit und den Dialog mit der Stadt installierte er drei neue Sitzbänke. Das Jubiläumslogo des CHEMPARK und die Silhouetten von Werk und Stadt zieren dabei die Rückenlehnen. Zusätzlich wurden eine neue Bepflanzung der Grünflächen vor dem Rathaus sowie die Installation einer Beleuchtung finanziert.

Erklären, woran die CHEMPARK-Unternehmen forschen und was sie produzieren
Erklären, woran die CHEMPARK-Unternehmen forschen und was sie produzieren
CHEMPARK-Leiter Lars Friedrich (l.) gibt die erste Runde aus
CHEMPARK-Leiter Lars Friedrich (l.) gibt die erste Runde aus
Bewegungstheater „Mobilé“
Bewegungstheater „Mobilé“

Gemeinsam etwas unternehmen

Das Präsent reiht sich passend in das parallel angelaufene Projekt „Dormagen unternimmt was – Bürger und Wirtschaft packen an“ der Lokalen Allianz Dormagen ein. Ziel der stadtweiten Mitmachaktion war es, das städtische Erscheinungsbild nachhaltig zu verschönern. Hierfür rekrutierte das Bündnis aus Firmen, Organisationen und Bürgern in der gesamten Stadt Freiwillige, die im Rahmen von Stadtteil- und stadtteilübergreifenden Projekten den Wohn- und Wirtschaftsstandort Dormagen aufwerten sollen. Umgesetzt wurden dazu unter anderem Kunstprojekte, Aufräum­aktionen sowie Ortsverschönerungen in Form von Beeten und Sitzbänken.

Neue Marke für die Stadt

Dormagen hat viel zu bieten. Aus dieser einfachen Erkenntnis heraus plante die Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen in Kooperation mit ortsansässigen Unternehmen, darunter auch der CHEMPARK, die Entwicklung einer neuen städtischen Dachmarke. Im Dialog mit zahl­reichen Bürgern entstand so über mehrere Monate hinweg die neue „Marke Dormagen“. Also ein kommunikativer Rahmen, um die Qualitäten und Vorzüge der Stadt sichtbar zu machen und nach außen zu vermarkten. Im Fokus der neuen Marke stehen dabei das neue Stadtlogo „d!“ und der Slogan „Natürlich! Am Rhein.“

Das Besondere: Die Buchstaben des Slogans sind in einer eigens entwickelten Dormagen-Schrift verfasst. Diese wurde aus insgesamt 423 verschiedenen Handschriften von Bürgern der Stadt erstellt.

Chemie trifft Digitalisierung

Mehr als 100 Jahre prägt Dormagen eine starke Verbundenheit zur chemischen Industrie. Wechselseitig profitieren die Akteure voneinander. Nicht nur bei der gemeinsamen Umsetzung sozialer Projekte, sondern auch im Bereich der Wirtschaftsförderung. Zusammen mit Wirtschaftsförderungsgesellschaften aus Stadt und Landkreis sowie Partnern aus der Gründerszene lud der CHEMPARK Anfang 2018 zur „ChemTech Innovation Night“ ein. Start-ups, Wissenschaftler und Unternehmer präsentierten dort vor mehr als 170 Teilnehmern digitale Innovationen zur Verzahnung von chemischer Industrie und IT-Wirtschaft.

Auf diesem einzigartigen Event unter dem Titel „Chemie trifft Digital“ präsentierte erstmals auch ein Bündnis aus der Stadt Dormagen, dem Rhein-Kreis Neuss und dem CHEMPARK-Betreiber CURRENTA eine neue, innovative Idee: das sogenannte ChemLab. Im Zentrum der Überlegung steht eine Digitalisierungs­strategie, in der die chemische Industrie der Region, digitale Start-ups, regionale IT-Unternehmen und Hochschulen zusammengebracht werden sollen. Das Resultat soll ein Netzwerk zur Förderung digitaler Prozesse und Innovationen, der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle in der Chemie sowie der Unterstützung junger Unternehmen sein. Dadurch würden nicht nur etablierte Unternehmen vor Ort profitieren, sondern auch neue, junge Unternehmen einen Standortvorteil erhalten. Gefördert wird das Projekt im Rahmen der Initiative „Digitale Wirtschaft NRW“ der Landesregierung.

Lokale Investitionen – natürlich im Dialog

Ein Eckpfeiler des Erfolgs und der Attraktivität der Chemiestandorte Dormagen und Leverkusen war stets die vorhandene Verbundstruktur zwischen den Produktionsstandorten. Mit dem Rhein-Düker konnten die Unternehmen seit jeher ihre Rohstoffe wie beispielsweise Wasserstoff, Erdgas, Kohlenmonoxid oder Stickstoff sicher unter dem Rhein von einem Standort zum anderen transportieren. Im Austausch mit den Städten, dem Kreis, den Bürgern und Unternehmen im CHEMPARK entwickelte CURRENTA 2016 ein Konzept zum Neubau eines begehbaren Dükers unter dem Rhein. Er wurde 2017 planmäßig eingeweiht und in Betrieb genommen.

In der Planungs- und Umsetzungsphase setzte das Unternehmen auf eines seiner wichtigsten Standbeine: den Dialog. Er ist die tragende Kraft des unternehmerischen Handelns im Bereich der Nachbarschaftskommunikation und zugleich Grundlage für die zahlreichen Projekte, die CURRENTA auch in den vergangenen Jahren angestoßen, begleitet und gefördert hat.

Die Chemie stimmt bei der neuen Dormagener Stadtmarketingkampagne
Die Chemie stimmt bei der neuen Dormagener Stadtmarketingkampagne
Natürlich im Dialog: Blicke hinter den Werkszaun und direkt in die Produktion
Natürlich im Dialog: Blicke hinter den Werkszaun und direkt in die Produktion
„Chemie trifft Digital“: Das ChemLab bringt den CHEMPARK und IT-Start-ups zusammen
„Chemie trifft Digital“: Das ChemLab bringt den CHEMPARK und IT-Start-ups zusammen

Interview mit Erik Lierenfeld, Bürgermeister von Dormagen

„Meine Erwartung: engagieren, nicht nur produzieren.“

Bürgermeister Erik Lierenfeld
Bürgermeister Erik Lierenfeld

Erik Lierenfeld war bei seinem Amtsantritt Nordrhein-Westfalens jüngster Bürgermeister. Seit 2014 leitet der heute 31-Jährige die Geschicke der Stadtverwaltung Dormagen. Mit Erfolg: Die Stadt am Rhein ist bundesweit für ihre Vereinbarkeit von Familienfreundlichkeit und Industrie bekannt. Von hier aus produzieren internationale Industrie- und Gewerbebetriebe innovative Hightech-Produkte für den Weltmarkt. Tradition und Moderne – in Dormagen liegen sie dicht beieinander. Im Interview spricht Erik Lierenfeld über den Entwicklungsmotor CHEMPARK.

Herr Lierenfeld, wie würden Sie die Bedeutung des CHEMPARK für die Stadt Dormagen beschreiben?

Der CHEMPARK hat einen hohen Stellenwert für unsere Stadt, und das seit 100 Jahren. Er ist in dieser Zeit maßgeblich für die städtische und gesellschaftliche Entwicklung Dormagens gewesen. Zum einen als größter Arbeitgeber, zum anderen durch die mit der Ansiedlung verbundenen Steuerein­nahmen, die unserem Haushalt zugutekommen.

Aber den CHEMPARK und die Menschen vor Ort verbindet mehr: Viele arbeiten dort, alle kennen ihn und nehmen ihn als Akteur im lokalen Umfeld wahr.


Welche Erwartungen haben Sie an den CHEMPARK?

Er sollte sein derzeitiges Rollenverständnis beibehalten: weiter engagieren und nicht nur produzieren. Der CHEMPARK sollte sich als Teil der Stadtgesellschaft betrachten. Und jeder in der Gesellschaft muss seinen Beitrag leisten. Diese Erwartung habe ich auch an Wirtschaftsunternehmen. Dabei geht es sowohl um die soziale Verantwortung für die Mitarbeiter als auch für die ganze Stadt.

Aufgrund der 100-jährigen gemeinsamen Geschichte sind meine Erwartungen an den CHEMPARK dabei durchaus höher als an andere Unternehmen.

Wovon machen Sie es denn grundsätzlich abhängig, ob Sie ein Unternehmen in Ihrer Nachbarschaft akzeptieren?

Ich wünsche mir stets ein ehrliches Wort. Man sollte mit seiner Meinung nicht hinterm Berg halten und Erwartungen und Ziele klar benennen. Sicher gibt es auch Themen, bei denen man nicht an einem Strang zieht. Aber dann gilt es, Kompromisse zu finden und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.
Das Seveso-Gutachten war so ein Thema. Die Umsetzung hat nur funktioniert, weil wir einen vertrauensvollen Umgang miteinander gepflegt haben – trotz unterschiedlicher Interessen.

Welche Berührungspunkte haben Sie zum CHEMPARK und zu seiner Nachbarschaftskommunikation?

Für mich persönlich ist der regelmäßige Austausch mit dem CHEMPARK-Leiter Lars Friedrich und Jobst Wierich als Leiter Politik- und Bürgerdialog von zen­traler Bedeutung. Es gibt außerdem ein Jahresgespräch zwischen Stadtverwaltung und CHEMPARK, bei dem zentrale Themen besprochen werden. Wir organisieren gemeinsame Veranstaltungen wie das ChemLab, in dessen Rahmen wir die Chemieindustrie mit Start-ups zusammen bringen wollen.
Darüber hinaus nehme ich das Frühjahrspresse­gespräch wahr. Die Infofahrten erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit und auch das Nachbarschaftsbüro ist eine bekannte Anlaufstelle.

Bild: Stadt Dormagen
Dormagens schönes Historisches Rathaus
Bild: Stadt Dormagen
Bild: Stadt Dormagen
Blick auf Dormagen
Bild: Stadt Dormagen

Sind die Angebote für Nachbarn ausreichend?

Die Bürger sind meiner Wahrnehmung nach mit dem Angebot des CHEMPARK zufrieden und äußern mir gegenüber keinen zusätzlichen Bedarf. Die wichtigste Maßnahme bleibt aber eine frühzeitige und trans­parente Information zu wichtigen Themen.

Was wünschen Sie sich für die weitere Zusammenarbeit mit dem CHEMPARK?

Mein Wunsch ist, dass das Know-how und die Krea­tivität, die im CHEMPARK vorhanden sind, auch in die Entwicklung der Stadt Dormagen eingebracht werden. So erreichen wir eine nachhaltige und gemeinsame Entwicklung von Werk und Stadt. Der CHEMPARK soll sich auch an der Zukunftsvision für Dormagen beteiligen. Wir hätten heute nicht 65.000 Einwohner ohne den CHEMPARK. Für beide ist die Lage optimal – am Rhein und mitten in Europa.

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