Steckbrief

CHEMPARK Krefeld-Uerdingen

Ausbildungsgang Chemielaborant
Ausbildungsgang Chemielaborant

Krefeld-Uerdingen ist der älteste der drei CHEMPARK-Standorte. Bereits im Jahr 1877 wurde hier mit der Produktion chemischer Grundstoffe begonnen.Heute werden in rund 40 Betrieben mehr als 2.000 Produkte hergestellt, die sich in vielen Gegenständen des täglichen Lebens wiederfinden, etwa in Autositzen, Möbeln, Matratzen sowie in Isolierungen von Häusern. Im CHEMPARK Krefeld-Uerdingen befindet sich die weltweit größte Produktionsstätte anorganischer Farbpigmente sowie die weltweit größte zusammenhängende Polycarbonat-Produktion. Zudem etablierte sich hier Westeuropas führender Polycarbonat- und Polyamid-Standort.

Die 24 Unternehmen im CHEMPARK stellen unter anderem Polyurethane, Zwischenprodukte für Pflanzenschutzmittel sowie Geruchs- und Geschmacksstoffe her. Rund 7.700 Menschen haben hier auf dem rund 260 Hektar großen Areal ihren Arbeitsplatz. Allein die Unternehmen im CHEMPARK generieren eine Nettolohnsumme von rund 200 Millionen Euro jährlich – Geld, das die Beschäftigten im Standortumfeld ausgeben können. Seit September 2013 verfügt der CHEMPARK über eine direkte Anbindung an den Containerterminal „Logport III“, der sich auf Duisburger Stadtgebiet befindet.

Vielfältiger Ausbilder für den Nachwuchs

Der Chemiepark ist darüber hinaus einer der großen Ausbilder in der Region. Über 400 junge Menschen werden derzeit im CHEMPARK Krefeld-Uerdingen ausgebildet. Hier haben Schulabgänger die Wahl zwischen zehn Ausbildungsberufen im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich. Studenten und Hochschulabsolventen der Chemie- und Ingenieurwissenschaften können in kombinierten Ausbildungs- und Studiengängen ihr Fachwissen im modernen Ausbildungstechnikum vertiefen.
Um Schüler für Chemie zu begeistern, rief die Unternehmerschaft Chemie Niederrhein in Zusammenarbeit mit der CURRENTA-Ausbildung im Jahr 2008 die Initiative „Chemie-Akademie Krefeld“ ins Leben. Die Jugendlichen erhalten ein Jahr lang an zwei Samstagen im Monat eine „Extra-Portion“ Chemie­unterricht. Das selbstständige Experimentieren im Labor der CURRENTA-Ausbildung nimmt dabei großen Raum ein. Ein Zertifikat, das bei jeder Bewerbung – egal ob um einen Ausbildungs- oder Studienplatz – einen erheblichen Vorteil sichert, wird nach Beendigung des Lehrgangs ausgehändigt.

Gemeinsam mehr erreichen

Beim sozialen und nachbarschaftlichen Engagement des CHEMPARK in Krefeld-Uerdingen ist die Vernetzung verschiedener Akteure ein zentrales Element. Das Nachbarschaftsbüro CHEMPUNKT hat es sich zum Ziel gesetzt, Akteure aus der Stadt zusammenzubringen und gemeinsame Themen zu identifizieren. So vernetzt der CHEMPARK Engagierte aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Bildung, Sport, Soziales und Kultur miteinander. Denn letztendlich haben sie alle ein Ziel: Krefeld als Stadt und Standort attraktiv und sichtbar zu machen.

Zahlen und Fakten

Standort seit

1877

Circa
260
ha

Gesamtfläche

Rund
200 Mio.
Euro

Nettolohnsumme

Mehr als 7700

Mitarbeiter im CHEMPARK

Rund

2000

verschiedene Stoffe
und Produkte

werden hier hergestellt

Circa

40

Betriebe

Produkte: Produkte: Polycarbonat, Polyamide,
Polyurethan- und Lackrohstoffe,
Kunststoffe, Kautschukchemikalien, Grund- und Feinchemikalien,
Zwischenprodukte für Aromen
und Pflanzenschutzwirkstoffe,
anorganische Pigmente etc.

Nachbarschaftskommunikation 2016-2018:

Neue Perspektiven für Krefeld entwickeln

Der Perspektivwechsel mit seinen unterschiedlichen Blickwinkeln spielt in Krefeld eine besondere Rolle:
Der CHEMPARK hat ihn zu einem gemeinsamen Projekt von Stadtgemeinschaft und Wirtschaft, insbesondere der Industrie gemacht: Unter dem Titel „Krefelder Perspektivwechsel“ wird seit 2015 einiges bewegt.

Der CHEMPARK lädt Uerdinger Erzieherinnen zur „Firetrainer“-Aktion ein
Der CHEMPARK lädt Uerdinger Erzieherinnen zur „Firetrainer“-Aktion ein

Krefeld neu entdecken

Eine erweiterte Marke, ein neues Image, eine neue Identität: Der CHEMPARK initiierte mit dem „Krefelder Perspektivwechsel“ gemeinsam mit Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung ein besonderes Projekt. Es zielt darauf ab, die Marke Krefeld positiv aufzuladen und dabei kommunale Akteure aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft partnerschaftlich einzubinden. Innovativ, kreativ und experimentierfreudig – so präsentiert sich die Stadt nach innen und außen. Über die Leitthemen Architektur, Kultur, Design und Produktinnovationen werden das Lebensgefühl und die Attraktivität von Stadt und Standort erlebbar. Das vierte Leitthema – Produktinnovationen – kam 2015 als offizieller Beitrag der Industrie hinzu. Bis zum 650-jährigen Stadtjubiläum im Jahr 2023 rücken diese vier Themenfelder im zweijährlichen Wechsel in den Fokus.

2017 widmete sich der „Krefelder Perspektivwechsel“ dem Thema „Produktinnovationen – made in Krefeld“ – eine Hommage an das Erfinder- und Produzenten-Know-how der Menschen in und um Krefeld.

Im Rahmen des Projekts stellten hiesige Unternehmen ihre Produkte, Entwicklungen und technischen Errungenschaften unter dem Dach der gemeinsamen Marke vor. Mit dabei sind immer auch der CHEMPARK und einzelne Unternehmen aus dem Chemiepark.

Ganz Krefeld kann was!

Flankiert wird der „Krefelder Perspektivwechsel“ durch die 2017 gegründete Initiative „Krefeld kann was!“, die der CHEMPARK ebenfalls unterstützt.
Sie stellt durch authentische Erfahrungen von Neu-Krefeldern das städtische Leben in den Vordergrund und beantwortet die Frage: Was macht Krefeld lebens- und liebenswert? So will sie potenzielle Fachkräfte über die Jobperspektive hinaus für die Stadt als Lebensmittelpunkt begeistern. Mitarbeiter des CHEMPARK sowie einzelner CHEMPARK-Unternehmen kommen dabei ebenfalls zu Wort und zeigen, dass Krefeld nicht nur attraktive Arbeitgeber, sondern auch vielseitigen Wohn- und Lebensraum zur Entfaltung zu bieten hat.

Neue Ansätze für den Standort: Digitalisierung
Neue Ansätze für den Standort: Digitalisierung
Auszubildende im CHEMPARK Krefeld-Uerdingen
Auszubildende im CHEMPARK Krefeld-Uerdingen

Neue Ansätze für den Standort

Ein weiterer Baustein für die Stärkung von Krefeld als Wirtschaftsstandort ist die sogenannte Location Strategy. Angetrieben durch ein renommiertes Beratungsunternehmen geht es darum, die im internationalen Standortwettbewerb wichtigen Kriterien in Krefeld zu kennen und zu bedienen. Damit ist die Location Strategy erfolgskritischer Bestandteil des „Aktionsplans Wirtschaft für Krefeld“, der die Stadt – geführt von Stadtspitze und IHK – verlässlich auf die Investorenlandkarte bringen will.

Um den Industriestandort dreht sich auch die Initiative „Zukunft durch Industrie – Krefeld“, in der sich der CHEMPARK von Beginn an führend engagiert. 2017 kamen Unternehmen, Schüler, Hochschul- und Sozial­einrichtungsvertreter sowie Akteure aus Politik und Gesellschaft erstmals zu einer zentralen Zukunfts­werkstatt zusammen und diskutierten über die städti­schen Potenziale, notwendige Rahmenbedingun­gen und Veränderungen. Ergebnis: Die Teilnehmer identifizierten Digitalisierung, Mobilität und Bildung als wichtigste Zukunftstreiber für ein dauerhaft attraktives Krefeld.

Neue Ideen für die Sportförderung

Auch in der Kooperation mit dem Sport geht der CHEMPARK neue Wege. Gemeinsam mit Akteuren aus dem Krefelder Spitzensport und dem Stadtsport­bund entwickelte er mit „Gold – made in Krefeld“ ein neues Sportförderungsprojekt, das auch außerhalb Krefelds viel Beachtung findet. Durch das gezielte Vernetzen einzelner Spitzensportler mit möglichen Förderern aus der Industrie wird das Miteinander persönlicher und zielgerichteter. Die Intention ist, Ausnahmeathleten von heute als Spitzenkräfte für die lokale Wirtschaft zu halten und zu fördern. Aus Krefeld kommen Spitzensportler beispielsweise aus den Bereichen Hockey, Rudern und Wasserball.

Der CHEMPARK unterstützte im Hockey darüber hinaus als Sponsor die Deutsche Feldhockey-Meisterschaft 2018. Als neues Format förderte ein sogenanntes FinalFo(u)rBusiness die Live-Begegnung zwischen Krefelder Wirtschaftsvertretern mit Unternehmen der Gastvereine und -städte. Dieses neue Konzept fand in der Sportszene großen Anklang, sodass eine Wiederholung für 2019 und darüber hinaus bereits zugesagt ist.

Bild: Jens Sattler, Stadtsportbund Krefeld e. V.
„Gold – made in Krefeld“: Wasserballerin Ronja Kerßenboom mit Mario Bernards
Bild: Jens Sattler, Stadtsportbund Krefeld e. V.

Ein Partner für die besonderen Projekte

Wichtig sind für den CHEMPARK immer die direkte Begegnung mit den Bürgern und die Kooperation im Rahmen der Stadtentwicklung. So gründete er 2014 ge­meinsam mit der Sparkasse, besonders engagierten Akteuren und Vereinen aus dem Stadtteil Uerdingen den sogenannten Uerdinger Kümmererkreis. Ziel ist es, gemeinsam Ideen zu einem lebenswerten und attraktiven Uerdingen zu entwickeln und umzusetzen. Ob kleinere Anliegen wie der Weihnachtsschmuck am Marktplatz oder die Bepflanzung der Blumenkübel in der Fußgängerzone, ob Beschilderungen für Touristen oder das groß angelegte „Integrierte Handlungskonzept Uerdingen“ – alles wird gemeinsam besprochen und nach Möglichkeit auch umgesetzt. Nach einem ähnlichen Muster arbeitet die sogenannte A.L.A.S.K.A.-Gruppe, ein Runder Tisch mit sozialen Initiativen und Vereinen, der sich in verschiedener Form um be­nachteiligte Menschen innerhalb Krefelds kümmert. Auch hier ist der CHEMPARK, gemeinsam mit Landtagsvertretern aus Krefeld, Initiator.

 

Wichtige Kooperationspartner sind darüber hinaus Schulen, von der Grund- bis zur Hochschule. Für Grundschüler setzt der CHEMPARK gemeinsam mit dem Krefelder Zoo seit 2016 ein Tierpatenschaftsprojekt um. Ziel ist es, dass Schüler früh lernen, Verantwortung zu übernehmen – in diesem Fall für ein Patentier. Dabei geht der CHEMPARK mit gutem Beispiel voran: Er hat in den letzten Jahren an vielen Stellen Verantwortung übernommen und sich aktiv in die Stadtgemeinschaft eingebracht – im täglichen Austausch mit allen Akteuren vor Ort.

Das weitreichende, ganzheitliche Engagement des CHEMPARK beschränkt sich jedoch nicht auf Uerdingen und die Stadt Krefeld. Auch zu institutionellen Vertretern und Bürgern aus den angrenzenden Städten Duisburg und Moers bestehen gute und vertrauensvolle Kontakte, die kontinuierlich gepflegt und ausgebaut werden.

Krefelder Schulen nehmen am Projekt „Verantwortung“ von CHEMPARK und Zoo teil
Krefelder Schulen nehmen am Projekt „Verantwortung“ von CHEMPARK und Zoo teil

Interview mit Frank Meyer, OberBürgermeister von Krefeld

„Wachstum und Dynamik kommen Unternehmen und Stadt zugute.“

Bild: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, Fotostudio Kaufels
Oberbürgermeister Frank Meyer
Bild: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, Fotostudio Kaufels

Frank Meyer ist Krefelds Oberbürgermeister und ein Sohn der Stadt. Der gebürtige Uerdinger zog Ende 2015 für die SPD ins Rathaus ein. Neben der Bildungs- und Familienpolitik liegt dem Oberbürgermeister Weiteres am Herzen: die Finanzpolitik und Wirtschaftsförderung. Im Interview spricht Frank Meyer über die gesellschaftliche und wirtschaftliche Rolle des CHEMPARK.

Wie würden Sie den Stellenwert des CHEMPARK für die Stadt beschreiben?

Der CHEMPARK ist für Krefeld aus zwei Gründen von außerordentlicher Bedeutung. Zum einen ist er mit den dort ansässigen Unternehmen in Summe einer der größten Arbeitgeber in Krefeld. Zum anderen ist es für Krefeld als Standort unglaublich wichtig, dass dort viele Unternehmen mit hohem Innovationspotenzial und weltweit gehandelten Produkten unter einem Dach angesiedelt sind. Das entspricht auch dem Selbstverständnis Krefelds als wichtiger Industrie­standort.

Nehmen die Bürger den CHEMPARK auch so wahr?

In der interessierten Öffentlichkeit sind die wirt-schaft­liche Bedeutung und Arbeitsplatzbedeutung unbestritten. Aber es gibt natürlich auch Konfliktthemen, die mit einer solchen Industrieanlage verbunden sind. Das sind zum Beispiel Konkurrenzfragen von Stadtentwicklung und industrieller Nutzung. In Teilen der Bevölkerung gibt es auch unter Sicherheits- und Umweltschutzaspekten eine kritische Perspektive. In meinem Amt habe ich den Vorteil, dass ich relativ häufig mit dem Unternehmen und den handelnden Personen in Kontakt stehe und auch die Genehmigungsverfahren sehr gut kenne. Daher weiß ich, welche Standards dort herrschen. Daher habe ich ein großes Vertrauen.

Sie sind also mit dem CHEMPARK im regelmäßigen Austausch?

Ja, wir tauschen uns sowohl zu aktuellen Themen als auch zu Kernthemen des CHEMPARK aus. Hinzu kommt, dass sich CURRENTA herausragend in unterschiedlichen Bereichen des städtischen Lebens engagiert. Es gibt viele Berührungspunkte.

Wir sagen manchmal scherzhaft, wenn fünf Leute in Krefeld zusammenkommen und eine Idee entwickeln, ist einer davon der Leiter Politik- und Bürgerdialog des CHEMPARK, Mario Bernards. Es gibt eine enge Partnerschaft zum Stadtmarketing. Das ist wirklich eine sehr positive Netzwerkarbeit, die über Social Responsibility weit hinausgeht.

Wie werden Angebote wie das Nachbarschaftsbüro in der Öffentlichkeit wahrgenommen?

Der CHEMPARK bringt sich sehr stark ins Stadtleben ein und macht das sehr gut. Mit dem Nachbarschafts­büro gibt es eine Anlaufstelle für die Bürger, das ist ebenfalls vorbildlich. Aber: Man merkt, dass man es mit einem Konzern zu tun hat, der mit inneren Strukturen zu kämpfen hat. Man merkt, dass es eine große Organisationseinheit ist, in der Transparenz auch an ihre funktionalen Grenzen stößt. Aber mit Blick auf Veranstaltungen und Dialogangebote ist schon eine enorme Verbesserung erkennbar.

Bild: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Rathaus in Krefeld
Bild: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, Fotostudio Kaufels
Bild: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Die Rheinbrücke in Krefeld-Uerdingen
Bild: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Welche Rolle soll der CHEMPARK in der Stadt spielen?

Was ich mir wünsche, ist, dass der CHEMPARK Uerdingen sich weiterentwickelt – aber das geschieht derzeit. Wachstum und Dynamik kommen dem Unter­-nehmen und der Stadt zugute. Und ich wünsche mir genauso, dass es ein Verständnis für die Belange Krefelds gibt, wie es umgekehrt eines für die Indus-trie­bedarfe gibt.

Das wäre die wirtschaftliche Rolle. Erwarten Sie auch eine gesellschaftliche?

Unternehmen wie CURRENTA müssen stärker an unserem Bildungssystem mitwirken. Die Durchlässig­keit von Schule zum Beruf ist unheimlich wichtig. Wir müssen gemeinsam junge Leute begeistern, sich reinzuhängen und ihre Möglichkeiten auszuschöpfen.

 

CURRENTA unterstützt mit ihrem Know-how auch unsere Fachkräfteinitiative „Krefeld kann was!“ oder den „Krefelder Perspektivwechsel“. Und es gibt viele Projekte, in denen CURRENTA lokale Akteure zusammenbringt. Auch bei Ansiedlungsfragen besprechen wir Ideen.

Was ist Ihnen im Austausch noch wichtig?

Ich lege Wert darauf, dass ich auch Kontakte zu Betriebsräten und Gewerkschaften habe. Dies geschieht beispielsweise bei „Zukunft durch Industrie“, aber auch CURRENTA fördert den Austausch und ich hoffe, das bleibt so.

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