Steckbrief

CHEMPARK Leverkusen

Dialog vor Ort: Verstehen schafft Vertrauen
Dialog vor Ort: Verstehen schafft Vertrauen

1891 hat der erste Betrieb seine Produktion in Leverkusen aufgenommen. Heute gehört der CHEMPARK Leverkusen zu den vielseitigsten Chemiestandorten weltweit. Er ist der größte Arbeitgeber in der Region. Rund 31.000 Mitarbeiter arbeiten auf dem rund 480 Hektar großen Areal in Entwicklung und Forschung, in der Produktion sowie im Dienstleistungsbereich. Über 50 Unternehmen stellen in rund 200 Betrieben mehr als 5.000 Chemikalien her, unter anderem Kunststoffe, Kautschuke, Pigmente, Silikone und Grundstoffe für Pharmazeutika. Allein im Jahr 2017 investierten CURRENTA und die im CHEMPARK Leverkusen ansässigen Unternehmen mehr als 720 Millionen Euro in neue Anlagen und Instandhaltungsmaßnahmen. Ein Bekenntnis zum Standort und zugleich ein Zeichen der Verbundenheit zur Stadt Leverkusen.

Die Wertschöpfungsketten sind vielfältig: Rund 875 Millionen Euro Nettolohnsumme wurden im CHEMPARK im Jahr 2017 erwirtschaftet. Damit wird die Kaufkraft in der Stadt Leverkusen und in der gesamten Region nachhaltig gestärkt. Traditionell sind der CHEMPARK und die Leverkusener Stadtentwicklung eng mit­einander verbunden. Daher besteht auch eine große geographische Nähe zur Wohnbebauung in der Nachbarschaft. Der CHEMPARK Leverkusen liegt zu rund zwei Dritteln auf Leverkusener und rund einem Drittel auf Kölner Stadtgebiet. Die zuständige Genehmigungsbehörde für den CHEMPARK Lever­kusen ist die Bezirksregierung Köln.

Der Kölner Stadtteil Flittard grenzt an den Güter- und Rangierbahnhof des CHEMPARK. Die Leverkusener Stadtteile Bürrig und Rheindorf im Norden liegen unmittelbar am Entsorgungszentrum des CHEMPARK. Ein Großteil der Nachbarschaft in den Kölner Stadtteilen Flittard und Stammheim ist in Bürgervereinen organisiert. Mit diesen Vereinen gibt es einen regelmäßigen Austausch, etwa bei Bürgerstammtischen. Zudem bestehen vielfältige Kooperationen, beispielsweise bei der Förderung der dortigen Naturstation.

Im CHEMPARK Leverkusen beginnen jedes Jahr hunderte Auszubildende ihre Ausbildung. Das Aus­bildungs­angebot umfasst rund 20 unterschiedliche Berufsbilder – vom Chemielaboranten bis zum Werkfeuerwehrmann. Der CHEMPARK bildet unter anderem für CURRENTA, Bayer, LANXESS, Covestro, Tectrion und die Ausbildungsinitiative Rheinland aus. Deren Ziel ist, auch kleinen oder mittleren Firmen und Handwerksbetrieben die Möglichkeit zu geben, Ausbildungsplätze anzubieten. Auf diese Weise werden jedes Jahr zusätzlich circa 100 Ausbildungsplätze in der Region geschaffen. Diese Ausbildungskooperationen bieten Jugendlichen neue Perspektiven und garantieren eine praxisnahe Ausbildung.

Einen besonderen Stellenwert im Rahmen der Nachbarschaftskommunikation haben die Aktivitäten im Bereich der Förderung unterschiedlicher sozialer Projekte und Initiativen in Leverkusen und im Kölner Norden. Im Mittelpunkt stehen integrative Dialog­aktionen, die über herkömmliche Kooperationen hinausgehen. Hierbei spielen inhaltliche Aspekte und langfristige persönliche Bindungen eine besondere Rolle, wenn es darum geht, nachhaltig Vertrauen zu schaffen.

Auch das Thema Sicherheit ist von besonderer Bedeutung: Die interessierte Öffentlichkeit kann sich im Nachbarschaftsbüro CHEMPUNKT und mit Hilfe von Broschüren ausführlich über das ausgeklügelte Sicherheitskonzept des CHEMPARK informieren. Zudem werden im CHEMPUNKT Veranstaltungen zu sicherheitsrelevanten Fragen des Alltags angeboten: Anlässlich des bundesweiten „Rauchmeldertages“ stehen jedes Jahr Mitarbeiter der CHEMPARK-Werkfeuerwehr und der Feuerwehr der Stadt Leverkusen für Fragen interessierter Bürger zum Thema Brandschutz zur Verfügung. Sie erklären zudem die Funktionsweise von Brandmeldern und geben Ratschläge, was beim Kauf und bei der Montage von Brandmeldern berücksichtigt werden sollte. So entwickelt sich das Nachbarschafts­büro weiterhin zu einer Anlauf- und Begegnungsstätte für die Bürger, die Nähe schafft.

Zahlen und Fakten

Standort seit

1891

Circa

200

Betriebe

rund 31000

Mitarbeiter im CHEMPARK

Circa
480 ha

Gesamtfläche

mehr als

5000

Chemikalien

werden hier hergestellt

Rund
875 Mio.
Euro

Nettolohnsumme

Produkte: Aromaten, Feinchemikalien, Produkte der
Siliziumchemie, Titandioxid-Pigmente, Kautschuke,
Lackrohstoffe, Pharma-Formulierungen, Nitrier- und
Chlorierprodukte etc.

Nachbarschaftskommunikation 2016-2018:

Dialog im Fokus

Der Dialog und die Unterstützung vor Ort waren auch in den vergangenen Jahren die zentralen Bestandteile der Nachbarschaftskommunikation in Leverkusen. Ein wichtiges Thema war das 125-jährige Jubiläum des Werkes. Als Lehre aus dem 2016 ver­öffentlichten Akzeptanzbericht intensivierte der CHEMPARK außerdem seine Kommunikation zu den Themen Sicherheit und Entsorgung.

CURRENTA-Geschäftsführer Dr. Günter Hilken beim Festakt „125 Jahre Werk am Rhein“
CURRENTA-Geschäftsführer Dr. Günter Hilken beim Festakt „125 Jahre Werk am Rhein“
Die damalige NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Leverkusen ein
Die damalige NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Leverkusen ein

Ein Thema, das die Menschen bewegt

Menschen im Umfeld chemieindustrieller Großan­lagen haben ein berechtigtes Interesse daran, wie die Unternehmen vor Ort mit dem Thema Sicherheit umgehen, welche Mechanismen etabliert wurden, welche Maßnahmen ergriffen werden und wie das Management für mögliche Ereignisse aussieht.

CURRENTA hat sich diesen Erwartungen und Be­­dürfnissen in den vergangenen Jahren gestellt.
Aus diesem Grund stand im Rahmen der Nachbarschaftskommunikation weiterhin auch das Thema Sicherheit im Vordergrund. Mit neuen print- und onlinebasierten Angeboten sowie Veranstaltungs­formaten ist man dem Informationsbedürfnis der Menschen vor Ort begegnet.

Was denken Sie, wenn Sie Feuerwehr-Sirenen im CHEMPARK hören?

Perspektive gewechselt – neues Format geschaffen

Neben den Publikationen wurde auch ein neues Format geschaffen: Mit dem „Dialog vor Ort“ ermöglicht der CHEMPARK zusätzlich einen dialogischen Blick hinter die Kulissen. Im März 2018 startete der Dialog auf Augenhöhe im Entsorgungszentrum Bürrig. Große runde Tanks, ein markanter Schornstein – viele kennen das Gelände vom Vorbeifahren. Aber was passiert eigentlich hinter den Toren?

Wie wird aus Abfall Energie gewonnen? Oder wie werden die Materialien vor Ort recycelt? Mit dem neuen Format möchte CURRENTA offene Fragen der Menschen beantworten, ihnen zugleich einen Einblick geben und somit möglichst transparent informieren. Der Blick in das Entsorgungszentrum war dabei kein Zufall: Denn mit dem Ausbau der A 1 und der dazugehörigen Rheinquerung war auch das Entsorgungszentrum Thema im öffentlichen Diskurs. Für CURRENTA ein Anlass, die Veranstaltung auch zum Dialog über die A 1 zu nutzen.

Dialog vor Ort bedeutet Dialog in der gesamten Stadt

CHEMPUNKT: Treffpunkt für den Bürgertalk
CHEMPUNKT: Treffpunkt für den Bürgertalk

Gleichzeitig setzte der CHEMPARK seine bereits seit 2012 etablierten Dialogangebote fort: den Bürger­stammtisch sowie den Bürgertalk. Nah am Bürger, gesellschaftliche Fragestellungen im Vordergrund, ein Austausch auf Augenhöhe – der gelebte Perspektivwechsel erhält eine Bühne.
Mehrmals im Jahr tauscht sich CURRENTA im Rahmen des Bürgerstammtisches mit den Mitgliedern hiesiger Bürgervereine zu offenen Fragestellungen rund um den CHEMPARK aus. Im Schnitt nehmen etwa 40 bis 60 Teilnehmer das Dialogangebot wahr. Mit dem seit 2016 stattfindenden Bürgertalk bietet der Chemiepark ein weiteres Format im Herzen der Stadt. Dazu lädt CURRENTA ausgewählte Sprecher zum Diskurs. Gemeinsam widmen sich die städtischen Akteure gesellschaftlich relevanten Fragestellungen rund um die Entwicklung und Zukunft Leverkusens. Die Bürger haben im Rahmen dieser öffentlichen Veranstaltung die Möglichkeit, mit Fragen den Diskurs zu lenken, Ideen einzubringen und in den Dialog zu treten.

Unterstützung des städtischen Lebens

Als Unternehmen einer innovativen Branche schätzt der CHEMPARK kreative Ideen und fördert sie. Aus diesem Grund werden alljährlich Projekte finanziell unterstützt, die dem Allgemeinwohl und dem gesellschaftlichen Miteinander zugutekommen. Ob die Arbeit lokaler Ehrenamtlicher oder die Förderung regionaler Organisationen: Der CHEMPARK nutzt Netzwerk und finanzielles Know-how, um in Kooperation lokale Themen voranzubringen. Ein Beispiel sind die Aktionen zum Thema „Verkehrs­sicherheit für Kinder“, die mit verschiedenen Partnern umgesetzt werden.

Gleichwohl werden auch Maßnahmen zur Aufwertung des städtischen Erscheinungsbildes unterstützt. Im Zuge der Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen des Werks wurden unter anderem neue Parkbänke im gesamten Stadtgebiet gestiftet.

Sehen Sie den CHEMPARK als Teil der Stadtgemeinschaft, oder eher als Spender und Finanzierer von Stadtfesten/-projekten?

Nachwuchskräfte fördern

Zu einer festen Größe hat sich in Leverkusen mittlerweile der „Tag der Ausbildung“ entwickelt. Er bietet Schülern Orientierung, Rat und Unterstützung:
Worauf müssen sie achten, wenn sie sich bei Unternehmen bewerben? Welche Möglichkeiten bietet die Chemiebranche für sie? Wie sehen die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb des CHEMPARK aus?

Im Rahmen des jährlichen „Tags der Ausbildung“ stehen Experten des CHEMPARK-Betreibers und der dort ansässigen Unternehmen dem Nachwuchs Rede und Antwort. Unter dem Motto „Deine Zukunft – schau rein und mach mit“ können sich Schüler, Eltern und Lehrer bei persönlichen Gesprächen, an Aktions­ständen sowie bei Vorträgen über das komplette Angebot im CHEMPARK-Ausbildungsverbund informieren. Die Bewerbungen der Schüler werden auf Wunsch von ausgewiesenen Personalexperten geprüft.

Spendenaktion 2018: Unterstützung rund um die drei CHEMPARK-Standorte
Spendenaktion 2018: Unterstützung rund um die drei CHEMPARK-Standorte
Investition in die Zukunft: CURRENTA nimmt neue Ausbildungsinfrastruktur in Betrieb
Investition in die Zukunft: CURRENTA nimmt neue Ausbildungsinfrastruktur
in Betrieb

Interview mit Uwe Richrath, OberBürgermeister von Leverkusen

„Wir müssen auch bei kritischen Themen offen und fair miteinander umgehen.“

Bild: Stadt Leverkusen
Oberbürgermeister Uwe Richrath
Bild: Stadt Leverkusen

Von der Selbstständigkeit an die Spitze der Verwaltung: Uwe Richrath ist seit 2015 Oberbürgermeister der Stadt Leverkusen. Dem Sozialdemokraten und Familienvater sind die Stadtentwicklung und das soziale Engagement wichtig. Für den Oberbürgermeister nimmt der CHEMPARK eine besondere Rolle ein.

Wie würden Sie den Stellenwert des CHEMPARK für die Stadt beschreiben?

Mit 31.000 Beschäftigten ist die Bedeutung des CHEMPARK sehr hoch. Viele Menschen starten dort in ihr Berufsleben. Der CHEMPARK ist der größte Arbeitgeber und wichtiger Partner der Stadt. Er ist sogar die Grundlage für die Stadtentwicklung. Der Ursprung der städtischen Entwicklung ist das Bayer-Werk. Ohne die Verbindung zwischen Siedlung und Industrie wäre die Entwicklung der Stadt Leverkusen nämlich so nicht möglich gewesen.

Ich selbst bin Leverkusener in dritter Generation, ich bin hier aufgewachsen und habe Bayer bzw. dann später den CHEMPARK immer als zuverlässigen Partner wahrgenommen.

Wie steht es Ihrer Meinung nach um die Akzeptanz des CHEMPARK in Leverkusen?

Während meiner Zeit als Oberbürgermeister konnte ich kein Akzeptanzproblem feststellen. Das liegt sicher ebenfalls am guten Informationsangebot, welches die CURRENTA bereitstellt. Jeder kann das Nachbarschaftsbüro besuchen oder sich digital durch die App informieren lassen. Das macht den CHEMPARK sehr transparent.

Was bedeutet für Sie „Akzeptanz“?

Welche Erwartungen haben Sie persönlich als Oberbürgermeister an den CHEMPARK?

Ich erwarte Transparenz und natürlich Sicherheit. Das ist bei Chemieunternehmen und Betreibern von Chemieparks extrem wichtig. Nur so kann sich Vertrauen weiterentwickeln. Ich verstehe das Verhältnis von CHEMPARK und Stadt außerdem als ein Geben und Nehmen.

Dabei soll der CHEMPARK nicht nur einen wirtschaftlichen Beitrag leisten, sondern gesellschaftlicher Akteur in Leverkusen sein. Der CHEMPARK und Leverkusener sollten partnerschaftlich miteinander verbunden sein.

Aber auch die technischen Entwicklungen interessieren mich. Es ist faszinierend, wie hoch entwickelt unsere Produktion heute ist. Ich besuche regelmäßig einzelne Firmen im CHEMPARK, um ein Verständnis zu bekommen, wie sich die Unternehmen und ihre einzelnen Geschäftsfelder entwickeln werden.

Sie sprechen von einem regelmäßigen Austausch mit den Verantwortlichen des CHEMPARK. Wie sieht dieser Austausch aus?

Ich arbeite gemeinsam mit CURRENTA beispielsweise bei wichtigen Infrastrukturthemen eng zusammen. So auch bei der Planung und dem Bau des Dükers (Anm. der Red.: begehbarer Rheintunnel zwischen Leverkusen und Köln). Ich möchte, dass sich der Standort Leverkusen weiterentwickelt und ein starker Standort in Europa bleibt. Das möchte CURRENTA ebenfalls.

Und auch in gesellschaftlichen Bereichen arbeiten wir zusammen. Mein Verständnis ist beispielsweise, dass ich bzw. die Politik Strukturen schafft, die den sozialen sowie den Bildungsbereich betreffen. Der CHEMPARK schafft Arbeitsstrukturen. Beides hängt miteinander zusammen und muss Hand in Hand gehen. Da gilt es, miteinander zu sprechen und Lösungen zu entwickeln.

Neben dem persönlichen Austausch und dem Engagement spielt auch die Kommunikation eine wichtige Rolle. Wie schätzen Sie diese ein?

Man hat sich über Jahrzehnte mit einer transparenten Nachbarschaftskommunikation das Vertrauen der Bür­ger erarbeitet. Sie sind zufrieden, es gibt eine offene Diskussion und ein partnerschaftliches Miteinander. Aber man sollte sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen: Wichtig ist, dass sich Kommunikation weiterentwickelt.

Und auch bei kritischen Themen müssen wir offen und fair miteinander umgehen. Bei der Leverkusener Brücke ist es uns zum Beispiel gelungen, eine sachliche Diskussion zu führen und nicht auf die emotionale Ebene abzugleiten. Beide Seiten haben über den gesamten Prozess hinweg einen konstruktiven Austausch geführt und sich immer wieder in den Prozess eingebracht.

In welchen Bereichen wünschen Sie sich weitere Unterstützung?

Ich würde gerne das vorhandene Know-how aus der Forschung und Entwicklung stärker in Kitas und Schulen transferieren – sozusagen als naturwissenschaftliche Stimulanz. Das passiert an einigen Stellen schon, könnte aber noch professioneller und offen­siver betrieben werden.

Bild: Stadt Leverkusen
Die Leverkusener Innenstadt im Stadtteil Wiesdorf
Bild: Stadt Leverkusen
Bild: Stadt Leverkusen
Das Rathaus prägt das Erscheinungsbild
Bild: Stadt Leverkusen
Blick über das Stadtgebiet auf den CHEMPARK
Blick über das Stadtgebiet auf den CHEMPARK
Bild: Stadt Leverkusen
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