14. März 2013Frühjahrspressegespräch des CHEMPARK Dormagen:

Unternehmen am Standort investierten im vergangenen Jahr über 290 Millionen Euro

CHEMPARK-Leiter Dr. Ernst Grigat (l.) und Ausbildungsleiter Thomas Rapp stellten beim Frühjahrspressegespräch in Dormagen das erweiterte Wassertechnikum vor.
CHEMPARK-Leiter Dr. Ernst Grigat (l.) und Ausbildungsleiter Thomas Rapp stellten beim Frühjahrspressegespräch in Dormagen das erweiterte Wassertechnikum vor.

Gestiegene Investitionen und steigende Mitarbeiterzahlen: Mit dieser positiven Bilanz blickt CHEMPARK-Leiter Dr. Ernst Grigat auf das Jahr 2012 zurück. "Mit Investitionen von mehr als 290 Millionen Euro in Kapazitätserweiterungen und Instandhaltungen haben die CHEMPARK-Partner zur langfristigen Sicherung des Standortes beigetragen. Wir werden uns dafür einsetzen, ihnen auch in Zukunft beste Rahmenbedingungen zu bieten", erklärte Grigat am Donnerstag, 14. März 2013, vor Journalisten. Die Bayer-Teilkonzerne MaterialScience und CropScience sowie der Spezialchemie-Konzern LANXESS und der Standortbetreiber CURRENTA haben 2012 jeweils zweistellige Millionenbeträge investiert.

Politische Entscheidungen wichtig für den CHEMPARK
"Die positiven Zahlen sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns für einen starken Industriestandort weiter einsetzen müssen", stellte Grigat heraus. Dies gelte sowohl für CURRENTA als CHEMPARK-Betreiber als auch für die Politik – hier vor allem in den Bereichen der Energie und Verkehrswege. "Bei der Sperrung der A1-Rheinbrücke im vergangenen Jahr hat die Politik schnell reagiert und eine Planung erarbeitet, die einen Neubau der Brücke in relativ kurzer Zeit ermöglicht." Die Instandsetzungen der Verkehrswege in NRW – der Lebensadern der Industrie – müsse aber weiter Priorität haben. "Die Brücke der A1 war nur die Spitze des Eisberges. Wir brauchen eine Runderneuerung der Infrastruktur in der Region, damit die Lage mitten in NRW weiter ein Standortvorteil bleibt", ergänzte Grigat.

Auch die Energiewende ist für die chemische Industrie ein zentrales Thema. Die Chemie, auch die Unternehmen im CHEMPARK, leisten einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen der Energiewende: zum Beispiel mit ihren Produkten zur Gebäudeisolierung oder bei der Erzeugung von Strom und Dampf nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. "Bei der Energiewende müssen die Energiepreise aber im globalen Vergleich wettbewerbsfähig bleiben, sie liegen in Deutschland heute bereits auf einem sehr hohen Niveau. Zudem ist die Versorgungssicherheit ein hohes Gut, das erhalten bleiben muss", appellierte Grigat.

Diese Themen sind für den CHEMPARK Dormagen von großer Bedeutung, um für die ansässigen Unternehmen weiter attraktiv zu bleiben. Welche wirtschaftliche Relevanz der Chemiepark hat, zeigt beispielsweise diese Zahl: Die rund 9.600 Mitarbeiter tragen mit einer geschätzten Netto-Lohnsumme von rund 270 Millionen Euro viel zur Kaufkraft in der Region bei.

CHEMPUNKT: Anlaufstelle für Nachbarschaft in der Innenstadt
Wichtig für zukünftige Investitionen im CHEMPARK ist auch die Akzeptanz bei Nachbarn und in der Öffentlichkeit. "Das Thema ist nicht neu, der Weg, den wir einschlagen, schon", betonte Grigat. Unter dem Namen "CHEMPUNKT" eröffnet der CHEMPARK-Betreiber CURRENTA in der ersten Jahreshälfte ein Nachbarschaftsbüro in der Dormagener Innenstadt. Die Tür steht Nachbarn sowie Vertretern aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft für Fragen und Anregungen offen.

Rückblick: Bau der TDI-Anlage hat 2012 begonnen
Hinter dem CHEMPARK Dormagen liegen prägende Monate und das im positiven Sinne: Bayer MaterialScience hat von der Bezirksregierung Köln den Genehmigungsbescheid zum Bau und Betrieb der Anlage bekommen und mit dem Bau der neuen TDI-Anlage begonnen. Ebenfalls im vergangenen Jahr startete das finnische Unternehmen Kemira mit der Errichtung eines Betriebes für Flockungsmittel. Diese kommen bei der Wasseraufbereitung zum Einsatz.

Im vergangenen Jahr hat zudem das französische Unternehmen Air Liquide seine geplante Ansiedlung im CHEMPARK Dormagen bekannt gegeben. Das Unternehmen will in diesem Jahr mit dem Bau einer Produktionsstätte für Wasserstoff und Kohlenmonoxid beginnen. Damit wird unter anderem Bayer MaterialScience versorgt. Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren für das 100 Millionen Euro Projekt. Anfang dieses Jahres lagen die Genehmigungsunterlagen öffentlich aus.

Auch CURRENTA ist aktiv: Der CHEMPARK-Betreiber investiert von 2012 bis 2014 rund 40 Millionen Euro, um die nötigen Bedingungen am Standort für die Investitionen der CHEMPARK-Partner zu schaffen. So baut CURRENTA derzeit beispielsweise ein Versorgungszentrum mit Kälte- und Kühlturmanlage.

Ein Wermutstropfen im vergangenen Jahr war die Nachricht, dass Heraeus Kulzer den Standort Dormagen Ende 2014 schließt. Es wird versucht, die rund 100 betroffenen Mitarbeiter an andere Unternehmen im CHEMPARK zu vermitteln.

Bayer CropScience stärkt Produktionsstandort Dormagen
Seinen Investitionskurs im CHEMPARK Dormagen will Bayer CropScience fortsetzen. Neben fortlaufenden Ausgaben für die Instandhaltung und den Umbau bestehender Produktionsanlagen wurden 2012 rund 35 Millionen Euro für Neuinvestitionen ausgegeben. Bis Ende 2014 soll die Produktion weiter ausgebaut werden, um die steigende Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln am Markt bedienen zu können. So werden die Kapazitäten für den Wirkstoff "Prothioconazol" weiter erhöht. Auf dessen Basis vertreibt Bayer CropScience weltweit mehrere Fungizide, die bei wichtigen Nutzpflanzen wie beispielsweise Weizen zur Pilzbekämpfung eingesetzt werden. Auch die Kapazitäten für Wirkstoffe, die Pflanzen vor schädlichen Insekten schützen, werden erweitert. Insgesamt plant Bayer CropScience in 2013 und 2014 Neuinvestitionen von zirka 80 Millionen Euro. Dies hat auch Auswirkungen auf die Belegschaft, die in diesem Jahr um rund 45 Stellen aufgestockt werden soll. Derzeit beschäftigt der Bayer-Teilkonzern rund 1.000 Mitarbeiter am Standort Dormagen.

LANXESS: Hochleistungs-Kautschuke für „grüne Reifen“ versprechen Wachstum
LANXESS konzentriert sich an seinem Kautschuk-Standort Dormagen weiter auf den Megatrend Mobilität. Deshalb hat das Unternehmen die Produktionskapazität für den Hochleistungs-Kautschuk Nd-BR (Neodymium Butadien Rubber) vor Ort um rund 20 Prozent erweitert, der Ausbau ist jetzt weitestgehend abgeschlossen. Weltweit versprechen kraftstoffeffiziente Qualitätsreifen mit optimiertem Rollwiderstand großes Wachstumspotenzial. Möglich werden diese so genannten "grünen Reifen" erst durch Hochleistungs-Kautschuke, wie sie LANXESS in Dormagen herstellt. Wären heute schon weltweit alle Fahrzeuge mit "grünen Reifen" ausgestattet, könnten jährlich bis zu 20 Milliarden Liter Kraftstoff gespart und 50 Millionen Tonnen CO2 weniger ausgestoßen werden. Auch für Autobesitzer lohnt sich die zusätzliche Investition von 20 bis 50 Euro pro Reifen: Ein Wagen, der mehr als 15.000 Kilometer im Jahr fährt, kann so bei einem Benzinpreis von 1,60 Euro mehr als 100 Euro Kraftstoffkosten sparen.

Zudem hat der Spezialchemie-Konzern die Erweiterung seiner Produktionskapazitäten für die Ethylen-Vinylacetat-Copolymere (EVM) Levapren und Levamelt inzwischen abgeschlossen. Levapren-Kautschuke kommen zum Beispiel im Motorraum von Fahrzeugen zum Einsatz. Hier sorgen sie dafür, dass Kabelisolierungen, Schläuche, Dichtungen und weitere Gummiteile trotz Hitze und aggressiver Flüssigkeiten dicht halten.

LANXESS setzt 2013 sein Investitionsprogramm fort und plant in diesem Jahr in Dormagen rund 43 Millionen Euro zu investieren.

Mitarbeiterzahl im vergangenen Jahr gestiegen
Mit insgesamt rund 9.600 Beschäftigten ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr zum Stichtag 31. Dezember 2012 gestiegen (Vorjahr: 9.400). Zu den Beschäftigten am Standort Dormagen zählten sowohl die 6.650 Mitarbeiter der rund 30 CHEMPARK-Partner als auch 2.950 Fremdfirmenmitarbeiter. Nach wie vor ist der CHEMPARK Dormagen mit seinen Unternehmen einer der größten Arbeitgeber in der Region und mit 471 Auszubildenden der größte Ausbildungsbetrieb im Rhein-Kreis Neuss.

Erweiterung Ausbildungszentrum
Damit bei steigenden Azubi-Zahlen beim Ausbildungsgang 'Chemikant' das Niveau der Lehre weiter verbessert werden kann, wird im Ausbildungszentrum investiert: In der ersten Ausbaustufe wurde das Wassertechnikum um drei Kessel auf 13 Anlagen aufgestockt. Hier trainieren die angehenden Chemikanten verschiedenste Produktionsprozesse an mehreren Mini-Chemieanlagen. Jetzt wurde der erste Abschnitt der zweiten Ausbaustufe erreicht, in der ein neues Ex-Technikum mit fünf Produktionsanlagen entsteht. In dem explosionsgeschützten Raum können die angehenden Chemikanten dann unter realistischen Bedingungen üben und zum Beispiel Alkohol-Wasser-Gemische trennen. Zwei der fünf Anlagen sollen in diesem Jahr noch in Betrieb genommen werden. 2014 soll das neue Technikum dann von den angehenden Chemikanten voll genutzt werden können und sie so noch praxisnäher auf ihre späteren Tätigkeiten vorbereiten.

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