Betrieb, 18. Dezember 2020

Know-how für die Rettung aus Industrieanlagen

Werkfeuerwehr trainiert neue Zusatzqualifikation am Seil

Mit ihren neuen Industrieretterschulungen erklimmt die Werkfeuerwehr ein noch höheres Sicherheitsniveau.*

Wenn Michael Meier und seine Kollegen sich im Notfall anseilen, absichern und abseilen muss jeder Griff sitzen und die Technik fehlerfrei funktionieren. Die Werkfeuerwehrleute im CHEMPARK werden nun bereits im Laufe ihrer Ausbildung zum Retter in Industrieanlagen geschult. CURRENTA gewährt aber auch Kunden Einblick in das für Chemieparks maßgeschneiderte Rettungskonzept.

Auch wenn die drei CHEMPARK-Standorte in der niederrheinischen Tiefebene liegen, führt die Arbeit in den Betrieben vor Ort mitunter in luftige Höhen und dunkle Tiefen. Verantwortlich für sicheres Arbeiten auf Gerüst, Destillationskolonne und im zu reinigenden Behälter ist natürlich der jeweilige CHEMPARK-Betrieb und Auftraggeber.

Kommt es zu einem Notfall im Gefahrenbereich, zählt jede Sekunde und eine schnelle Rettung. "Wir beraten, schulen und unterstützen unsere Kunden bei allen Fragen der Industrierettung im CHEMPARK", erklärt Michael Meier von der Werkfeuerwehr am Standort Krefeld-Uerdingen.

Dabei kam es den Brandschützern vor allem darauf an, eine zum CHEMPARK passende Leistung zu entwickeln. "Da wir uns auf typische in der Industrie anzunehmende und anzutreffende Szenarien fokussiert haben sowie ausschließlich knotenfreie und vorkonfektionierte Systeme einsetzen, haben wir eine kompakt vermittelbare, praxisnahe und fehlerarme Rettungsstrategie entwickelt", versichert Meier, der als Höhenretter für Thyssen Krupp arbeitete, bevor er vor drei Jahren zu CURRENTA wechselte.  

Wichtiger Teil der Werkfeuerwehrausbildung

In Krefeld-Uerdingen absolviert inzwischen jeder Auszubildende sowie Anwärter der CHEMPARK- Werkfeuerwehr die Fortbildung zum Industrieretter. "Unsere Auszubildenden sind davon begeistert und wissen den Wert der Zusatzqualifikation beim Einsatz im CHEMPARK sowie für ihre Karrierechancen zu schätzen", sagt Meier.

Natürlich retten die Werkfeuerwehrleute im Notfall. Schwerpunkt der Industrieretteraktivitäten ist aber die Beratung von Betriebsleiterinnen und -leitern und HSEQ-Beauftragten sowie die Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Spezialisierung auf folgende Rettungsszenarien im CHEMPARK

Die Werkfeuerwehr übt und trainiert alle typischen Rettungsaufgaben im Chemiepark. Mit bis zu 95 Meter langen Seilen ist Folgendes möglich:

  • Rettung aus Behältern, Silos und engen Räumen
  • Patiententransport von höher gelegenen Arbeitsplätzen wie Kolonnen oder Rohrbrücken
  • Rettung bei Kanal- und Tiefbauunfällen
  • Rettung von Personen aus Steigschutzsystemen
  • seilunterstützter Patiententransport von Binnenschiffen

Fokus auf Absturzsicherung

Damit die Retter sicher retten können und nicht noch mehr Personen verunfallen, setzt die Werkfeuerwehr den Gerätesatz Absturzsicherung, kurz APAR, ein. Dieser hat sich in der Praxis so gut bewährt, dass er von der BG RCI sogar einen Förderpreis erhalten hat.

Der APAR ermöglicht in absturzgefährdeten Bereichen, wie zum Beispiel an Absturzkanten, das Halten und Rückhalten, eine Absturzsicherung sowie den gesicherten Vorstieg (vertikal und horizontal).

"Mit dieser Technik können wir Personen durch Ablassen, auch in Begleitung, sowie durch Aufziehen mit einem 3:1-Flaschenzug retten" erklärt Meier. Aber auch für das Retten von in Persönlicher Schutzausrüstung gestürzten Personen sowie das Einbringen von Rettern in Einsatzstellen eigne sich der Gerätesatz.

Abseilen*

Anseilen*

Per Flaschenzug hochziehen*

Durch Öffnung mit APAR in Sicherheit ziehen*

Hilfe zur Selbsthilfe und im Notfall

Wie bereits erwähnt, ist jeder Betrieb für die Sicherheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst verantwortlich. Passiert etwas, eilt die Werkfeuerwehr im Notfall natürlich so schnell wie möglich zu Hilfe. Es ist aber ein bisschen wie bei der ersten Hilfe im Privaten: Oft zählt jede Sekunde und gut geschulte Kolleginnen und Kollegen können den Ausschlag geben, gesundheitliche Schäden minimal zu halten.

*Aufgrund sommerlicher Temperaturen zogen die Werkfeuerwehrleute bei dieser Übung, in der stillgelegten Verbrennungsanlage, die sonst in CHEMPARK-Anlagen zu tragenden Jacken aus.

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