Mittwoch - 10. Januar 2018
Chempark Dormagen

Chemische Industrie 4.0

NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart besucht Chempark-Betreiber Currenta
Austausch über chemische Industrie 4.0: NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (2.v.l.) und Bürgermeister Erik Lierenfeld (r.) zu Gast im Chempark bei den Currenta-Geschäftsführern Dr. Günter Hilken (M.) und Dr. Alexander Wagner (l.) und -Gesamtbetriebsratschef Detlef Rennings.
Austausch über chemische Industrie 4.0: NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (2.v.l.) und Bürgermeister Erik Lierenfeld (r.) zu Gast im Chempark bei den Currenta-Geschäftsführern Dr. Günter Hilken (M.) und Dr. Alexander Wagner (l.) und -Gesamtbetriebsratschef Detlef Rennings.

Dormagen, 10. Januar 2018 – Energiepolitik, Landesentwicklungsplanung, Digitalisierung, Industrieakzeptanz – Themen, die die chemische Industrie bewegen und bei denen Currenta Akzente setzt. Davon konnte sich NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart einen Eindruck verschaffen. Am Mittwoch, 10. Januar 2018, begrüßten die Currenta-Geschäftsführer Dr. Günter Hilken und Dr. Alexander Wagner den Minister im Chempark Dormagen. Gemeinsam mit dem Dormagener Bürgermeister Erik Lierenfeld sprachen die Manager mit dem Düsseldorfer Besuch über die politischen Leitplanken für die chemische Industrie in NRW, die im harten internationalen Standortwettbewerb steht. Begleitet wurde das Treffen vom Vorsitzenden des Currenta-Gesamtbetriebsrates, Detlef Rennings.

Hilken freute sich über den Besuch des Wirtschaftsministers und die Möglichkeit zum Meinungsaustausch – unter anderem zu den Themen Infrastruktur und Genehmigungen: „Wir begrüßen ausdrücklich die Pläne der Landesregierung, den Landesentwicklungsplan anzupassen – denn für uns ist es essenziell, dass die Industrie sich weiter entwickeln kann und dass unsere Standorte wettbewerbsfähig bleiben. Diese Möglichkeiten finden wir beispielsweise in den Absichten wieder, Häfen über den Landesentwicklungsplan hinaus vor heranrückenden Nutzungen zu schützen.“ Zudem ist das Thema Genehmigungen von herausragender Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit des Chempark: „Genehmigungsverfahren müssen einfacher und schneller werden. Darum unterstützen wir zum Beispiel auch das Vorhaben, die Verwaltung im Umweltbereich zu vereinfachen“, sagte Hilken.

Neben den weiteren ‚Dauerbrennerthemen‘ Energie und Industrieakzeptanz rückt auch die Digitalisierung – und damit veränderte Produktionsprozesse – immer mehr in den Fokus der chemischen Industrie. Dazu erklärte Wagner: „Deshalb sollten auch neue Gesetze einem verpflichtenden Innovations-Check unterzogen werden. Dieser sollte zum Beispiel prüfen, ob ein Regelungsvorhaben technologieoffen formuliert ist oder ob es Auswirkungen auf die Beschäftigung qualifizierter Fachkräfte hat. Eine solche gesetzgeberische Folgenabschätzung ist für unsere chemische Industrie, die weltweit führend sein will, elementar.“

Was das für den Chempark mit über 70 Unternehmen und rund 500 Betrieben an seinen drei NRW-Standorten bedeutet, konnte Pinkwart bei der anschließenden Tour durch den Dormagener Standort erfahren. Bei der Rundfahrt bekannte sich der Wirtschaftsminister klar zum Chemie- und Industriestandort NRW: „Wir werden die Energie- und Klimapolitik so gestalten, dass Nordrhein-Westfalen seine ehrgeizigen Klimaziele erreicht und zugleich seine Rolle als Energieland Nummer eins und führender Standort für energieintensive Industrien stärkt. Dabei gilt es, die Verbundstrukturen der chemischen Industrie zu erhalten und die Infrastruktur auszubauen. Rohrfernleitungen sind hierfür ein wichtiges Element. Und wir werden die Handlungsempfehlungen der Enquete-Kommission des Landtages zur Zukunft der chemischen Industrie umsetzen. Einen besonderen Fokus legen wir auf die innovative Entwicklung und Sicherung nachhaltiger Wertschöpfungsketten, der Wettbewerbsfähigkeit und Umweltverträglichkeit der Arbeitsplätze sowie der Innovationsfähigkeit der in Nordrhein-Westfalen ansässigen chemischen Industrie.“

Lierenfeld unterstrich die Bedeutung des Chempark für die Beschäftigten, die mit ihren Familien in Dormagen und der Region leben. „Allein hier am Standort arbeiten mehr als 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon gut 500 Azubis. Diese Menschen möchten sichere Arbeitsplätze – auch in Zukunft. Als Politik müssen wir für klare Rahmenbedingungen sorgen, also bezahlbare Energie, eine nachhaltige Entwicklung der Umwelt, funktionierende Infrastruktur. Die Industrie muss ihrerseits Akzeptanz schaffen, für das was sie tut. Mit Dialog auf Augenhöhe, früher Öffentlichkeitsbeteiligung, Transparenz bei Standortprojekten und dem gesellschaftlichen Engagement des Chempark in der Stadt haben wir in Dormagen ein gutes und konstruktives Miteinander“, so der Bürgermeister.

Betriebsratsvorsitzender Detlef Rennings verdeutlichte die bewährte Sozialpartnerschaft bei Currenta an einem Beispiel von „Chemie³“, einer gemeinsamen Initiative des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC): „Damit verfolgen wir einen harmonischen Dreiklang von Ökologie, Ökonomie und Sozialem. Dabei geht es uns neben dem wirtschaftlichen Erfolg auch um soziale und gesellschaftliche Verantwortung: um den Schutz von Mensch und Umwelt durch umweltfreundliche Produkt- und Verfahrenslösungen, durch hohe Sicherheitsstandards, Produktverantwortung und intelligente Effizienz- und Rohstoffstrategien“, so Rennings. Mehr zu „Chemie³“ gibt es hier: www.currenta.de/unternehmen/nachhaltigkeit/nachhaltigkeitsinitiative.html.

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