Freitag - 15. Juni 2018
Chempark Leverkusen

Bausteine für Ingenieure

Zwei Übernahmestationen im Chempark-Entsorgungszentrum entstehen modular
Baustein am Haken: Die modulare Bauweise vereinfacht das Baustellenmanagement und freut die Ingenieure. Hier die erste von zwei Bedienbühnen der neuen Übernahmestationen.
Baustein am Haken: Die modulare Bauweise vereinfacht das Baustellenmanagement und freut die Ingenieure. Hier die erste von zwei Bedienbühnen der neuen Übernahmestationen.

Leverkusen/Dormagen, 15. Juni 2018 – Vollständig montiert schwebt die Bedienbühne ihrer Bestimmung entgegen. Etwa drei mal drei Meter groß und rund vier Tonnen schwer ist das vorgefertigte Modul, das der Teleskoplader auf die Plattform der Rohrbrücke im Entsorgungszentrum des Chempark-Betreibers Currenta hebt. Ein augenscheinlich spielerisch handhabbarer Baustein der neuen Übernahmestationen, der den Ingenieuren, den Monteuren und nicht zuletzt dem Kranführer die Arbeit sehr erleichtert.

„Zur Errichtung unserer neuen Übernahmestationen setzen wir an vielen Stellen auf das Prinzip der Vormontage. Die einzelnen Module werden dann wie riesengroße Bausteine in die Anlage eingesetzt“, erklärt Currenta-Projektleiter Florian Wiedenmann. „Das reduziert die Komplexität der Baustelle enorm: Wir brauchen weniger Montagearbeiten und damit weniger Platz vor Ort. Auf der Baustelle sind weniger Gewerke und weniger Material zu koordinieren. So kommen wir zügiger und gleichzeitig sicherer voran“, so der Ingenieur.

Brücke in der Schwebe: Auch eine ganze Rohrbrücke kann vorgefertigt und, wie hier im Chempark-Entsorgungszentrum, als Ganzes montiert werden.
Brücke in der Schwebe: Auch eine ganze Rohrbrücke kann vorgefertigt und, wie hier im Chempark-Entsorgungszentrum, als Ganzes montiert werden.

Bei strahlender Frühlingssonne hebt der Teleskoplader gleich noch die zweite Bedienbühne ein. In den Monaten zuvor fanden schon einige andere Bausteine ihren Platz in der Anlagenerweiterung. Im Januar „landete“ eine komplett vormontierte, 26 Meter lange Rohrbrücke millimetergenau auf den stählernen Stützen. An ihr werden jetzt die zwei neuen Übernahmestationen befestigt. Darunter liegen insgesamt vier Betonwannen, die bereits kurz zuvor in den Boden eingelassen wurden – ebenfalls als vollständig vorgefertigte Module. Die Wannen bilden den Auffangschutz, wenn zukünftig darüber die Lkw parken, aus deren Tankcontainern Flüssigabfälle über die Bedienbühnen in die Verbrennungsanlage übernommen werden. Pro Wanne eine Lkw-Entladefläche – bleibt also noch Platz für zwei weitere Übernahmestationen, die später installiert werden können.

Wofür braucht Currenta diese Erweiterung? Die Zusammensetzung der Sonderabfälle im Chempark verändert sich: Während der Anteil fester Abfälle zurückgeht, erhöht sich der Anteil an Flüssigabfällen. Dieser Veränderung muss Currenta als Betreiber der Entsorgungseinrichtungen im Chempark mit größeren Übernahmekapazitäten für flüssige Stoffe Rechnung tragen. Das Spektrum der in Bürrig behandelten Abfälle ändert sich damit nicht. Ebenso bleibt die Verbrennungskapazität unverändert. Das Investitionsvolumen für die neuen Übernahmestationen zusammen mit den Verrohrungen und Trägerstrukturen beträgt knapp sieben Millionen Euro.

Diese Bauarbeiten im Chempark-Entsorgungszentrum sind Teil des Projekts „CUBE“. Die Abkürzung steht für „Currenta unterstützt Bayer-Erweiterung“. Dabei verstärkt der Chempark-Betreiber seine Infrastruktur in den Bereichen Brauch- und Abwasser, Energie, Kälte sowie Entsorgung, um die Entwicklung der Pflanzenschutz- und Saatgut-Division von Bayer in Dormagen zu begleiten. Dieses Wachstum führt nicht nur zu Anpassungen vor Ort, sondern, wie hier, auch in den Verbundinfrastrukturen in Leverkusen-Bürrig. Insgesamt investiert Currenta über mehrere Jahre rund 70 Millionen Euro in das „CUBE“-Projekt.

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