Mittwoch - 23. Mai 2018
Currenta setzt auf nachhaltige Lösung von Siemens

Umweltfreundlich Strom schalten

Neue Mittelspannungsanlage arbeitet ohne Gas mit Treibhauspotential
Umweltfreundlich Spannung schalten: die Currenta-Ingenieure Tobias Küter (M.) und Dominik Lamla (r.) mit Holger Gerike von Siemens vor der neuen „blauen“ Schaltanlage, die im Kraftwerk im Chempark Leverkusen erstmals verbaut wird.
Umweltfreundlich Spannung schalten: die Currenta-Ingenieure Tobias Küter (M.) und Dominik Lamla (r.) mit Holger Gerike von Siemens vor der neuen „blauen“ Schaltanlage, die im Kraftwerk im Chempark Leverkusen erstmals verbaut wird.

Leverkusen/Hannover, 23. Mai 2018 – „Die neue Schaltanlage ist blau“, freute sich Tobias Küter am Stand von Siemens auf der Hannover Messe. Und damit ist nicht nur die Lackierung des mannshohen Elektrobauteils hinter dem Currenta-Ingenieur gemeint. „Blau“ ist vor allem die Technologie, die darin steckt – nämlich besonders umweltfreundlich. Denn sie kommt ohne Schwefelhexafluorid (SF6) aus, eines der Gase mit Treibhauspotenzial, zu denen zum Beispiel auch die bekannten Fluorkohlenwasserstoffe gehören. Über diese Neuentwicklung haben Currenta und Industrieausrüster Siemens jetzt einen Vertrag unterzeichnet – über die ingenieurstechnische Planung, den Aufbau und die Inbetriebsetzung einer Anlage im Kraftwerk im Leverkusener Chempark. Gemeinsam präsentierten die beiden Unternehmen die Schaltanlage mit dem Namen „8DAB 12“ im April auf der weltgrößten Industriemesse in Hannover.

Die Mittelspannungsanlage sorgt für eine sichere Verteilung von elektrischer Energie bei 1.250 Ampere Betriebsstrom und einer Spannung von 12.000 Volt. Zum Vergleich: Aus der Steckdose zu Hause kommen bis zu 16 Ampere mit 230 Volt. Klar, dass es da für die Industrie größere Lösungen braucht. Damit Schaltvorgänge sicher und zuverlässig ausgeführt werden können, wird in abgeschlossenen Vakuumkammern geschaltet, die von einem Isolationsgas umgeben sind. Neu bei den „blue gas isolated switches“ ist die klimafreundliche Isolation.

„Der Umwelt zuliebe prüfen wir natürlich in allen möglichen Prozessen, wo wir auf potentiell klimaschädliche Stoffe verzichten können“, erklärt Küter. „Toll ist, dass uns nun erstmals eine marktreife Technologie zur Verfügung steht, die alle Vorteile der bewährten SF6-Technologie bietet und gleichzeitig ohne Gase mit Treibhauspotential auskommt“, so der Ingenieur. Nachhaltig ist die neue Anlage nicht nur wegen des klimaneutralen Isolationsgases, sondern auch, weil der Hochspannungsteil nicht gewartet werden muss. Currenta ist Siemens‘ Referenzkunde für diese Mittelspannungsanlage.

Siemens hat in den letzten Jahren verstärkt an alternativen Isoliermaterialien und Technologien geforscht, die den Eigenschaften SF6-basierter Gasgemische nahe kommen und die gleichzeitig einen sicheren und wirtschaftlichen Betrieb von Schaltanlagen ermöglichen. Das in der neuen Mittelspannungsschaltanlage enthaltene Gas besteht ausschließlich aus natürlichen Bestandteilen der Umgebungsluft – ohne chemische Zusätze. Diese Bestandteile sind beispielsweise Stickstoff (N2) oder Sauerstoff (O2). Auch mit dieser Gasisolierung bleiben die Vorteile für den Betreiber erhalten: Neben der Wartungsfreiheit sind das Kompaktheit, hohe Bedien- und Personensicherheit und Verfügbarkeit. Hinzu kommen durch den Einsatz der sogenannten „Clean Air“ die Vorteile durch die einfachere Handhabung bei der Installation und beim Recycling, und es entfällt die Berichtspflicht über die eingesetzten Gasmengen.

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